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epa04934245 A group of people who left their houses in Valparaiso, Chile, late 16 September 2015, after a tsunami alert was issued for the earthquake of 8.3 on the Richter scale. A strong earthquake of magnitude 8.3 rattled Chilean capital Santiago and other regions of the country the US Geological Service reported. There were no immediate reports of casualties, and coastal areas around Chile were being evacuated for fear of a tsunami. First waves have reached the shore.  EPA/RAUL ZAMORA

Chilenen bringen sich in Sicherheit. 
Bild: EPA/EFE

Erdbeben der Stärke 8,4 erschüttert Chile – Eine Million Menschen evakuiert

Ein Erdbeben westlich der chilenischen Stadt Illapel hat mindestens fünf Todesopfer gefordert. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.



Ein schweres Erdbeben hat Chile erschüttert und eine Tsunami-Warnung mitsamt Massenevakuierung ausgelöst. Durch das Beben der Stärke 8,3 starben am Mittwoch (Ortszeit) nach Behördenangaben vom Donnerstag mindestens fünf Menschen, ein weiterer wurde vermisst. Etwa eine Million Menschen an der Küste des südamerikanischen Landes mussten wegen Tsunami-Gefahr ihre Häuser verlassen.

Das Beben im Zentrum des südamerikanischen Landes hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) eine Stärke von 8,3. Es ereignete sich demnach 230 Kilometer nördlich von Santiago de Chile. Das Nationale Erdbebenzentrum CSN korrigierte seine Angaben zur Stärke des Erdbebens mehrfach nach oben.

Das Beben ereignete sich demnach um 19.45 Uhr (Ortszeit; Donnerstag 00.54 Uhr MESZ) in einer Tiefe von elf Kilometern. Es löste eine Tsunami-Warnung für Chiles Pazifikküste aus. Nur ein paar Regionen an der Südküste wurden ausgenommen.

Viele verbrachten die Nacht auf der Strasse

In Illapel in der Nähe des Epizentrums stürzten mehrere Häuser ein, wie Innenminister Jorge Burgos mitteilte. Auch in der Hauptstadt Santiago de Chile waren die Erschütterungen deutlich, tausende Menschen rannten in Panik auf die Strasse. «Die Erschütterungen waren erst leicht und dann immer stärker», sagte Haupstadtbewohnerin Jeannette Matte. In Santiago de Chile leben 6,6 Millionen Menschen. In der nahe gelegenen Hafenstadt Valparaíso verbrachten viele Menschen die Nacht sicherheitshalber unter freiem Himmel.

Chiles Staatschefin Michelle Bachelet kündigte für Donnerstag einen Besuch in den am stärksten betroffenen Gebieten an. In einer Medienkonferenz warnte sie zugleich vor Nachbeben. Daher müsse die Lage «von Minute zu Minute» überprüft werden. Bachelet führte aus, es habe einen Tsunami gegeben, zuletzt seien die Wellen aber schwächer geworden.

epa04934339 Chileans stay outside after they evacuated their homes following an 8.3 earthquake on the Ritcher scale, in Coquimbo, Chile, late 16 September 2015. A strong earthquake of magnitude 8.3 rattled the Chilean capital Santiago and other regions of the country the US Geological Service reported. There were no immediate reports of casualties, and coastal areas around Chile were being evacuated for fear of a tsunami. First waves have reached the shore.  EPA/Alejandro Pizarro CHILE OUT

Viele Menschen blieben die Nacht über auf den Strassen.
Bild: EPA/EFE/ATON

Eine Million Menschen evakuiert

Innenstaatssekretär Mahmoud Aleuy teilte Donnerstagfrüh mit, es gebe mindestens fünf Todesopfer. Ein weiterer Mensch werde vermisst. Die Zahl der Menschen, die von der Evakuierungsaktion an Chiles Pazifikküste betroffen waren, gab Aleuy mit einer Million an. Auch die 3700 Kilometer vor dem Festland gelegenen Osterinseln sollten evakuiert werden.

Zunächst hatten Behördenvertreter von mindestens zwei Todesopfern und etwa zehn Verletzten gesprochen. Einer Frau in Illapel am Epizentrum des Bebens sei ein Teil eines Daches auf den Kopf gefallen. Ein 86-Jähriger sei in dem Ort Maipú in der Hauptstadtregion an einem Infarkt infolge des Bebens gestorben, sagte Bürgermeister Christián Vittori. Später wurde von einem dritten Toten berichtet.

Selbst in der 1400 Kilometer entfernten argentinischen Hauptstadt Buenos Aires war das Erdbeben spürbar. «Wir sind in Panik geraten, das Gebäude hat nicht aufgehört zu wackeln», sagte die 65-jährige Einwohnerin Celina Atrave der Nachrichtenagentur AFP.

Tsunami-Warnung aufgehoben

Peru hob die Tsunami-Warnung für seine Küste nach einer Weile auf. Auch für die US-Bundesstaaten Kalifornien und Hawaii, Französisch-Polynesien wurden Tsunami-Warnungen herausgegeben. Schwächere Flutwellen wurden in Japan und Neuseeland erwartet. Laut chilenischem Innenministerium handelte es sich um das sechstschwerste Erdbeben in der Geschichte des Andenlandes. Chile liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt, stossen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander.

Weil sie ständig in Bewegung sind, wird Chile immer wieder von Erdstössen erschüttert. Im Februar 2010 waren durch ein Beben der Stärke 8,8 und einen anschliessenden Tsunami in Chile mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Der damalige Schaden belief sich auf umgerechnet rund 27 Milliarden Euro. Zu einer Katastrophe war es 1939 gekommen. Nach einem Beben der Stärke 7,8 starben 28'000 Menschen. Auch das stärkste je gemessene Erdbeben geschah in Chile: 1960 registrierten Geologen die Stärke 9,5 - 1655 Menschen starben. (dwi/lhr/sda/dpa)

In Chile bebt die Erde

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