International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08265759 A picture released by Xinhua News Agency shows Chinese President Xi Jinping, who is also the general secretary of the Communist Party of China Central Committee and chairman of the Central Military Commission, learning about the progress on the vaccine and anti-body during his visit to the Academy of Military Medical Sciences in Beijing, capital of China, 02 March 2020 (issued 03 March 2020). Xi on 02 March inspected the scientific research on novel coronavirus disease (COVID-19) as well as the diagnosis and treatment of the disease during his visit to two institutes in Beijing.  EPA/XINHUA/JU PENG MANDATORY CREDIT XINHUA  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Staatschef Xi Jinping auf Besuch in einem Impfstoff-Forschungslabor. Bild: EPA

Geheimdienstpapier: Schwere Vorwürfe gegen China wegen Coronakrise



In der Corona-Krise nimmt internationale Kritik an Chinas Umgang mit der Pandemie zu. In einem westlichen Geheimdienstpapier wird Peking scharf für den Umgang mit der Epidemie gerügt. Das Dossier der «Five Eyes» genannten Geheimdienstallianz der USA, Grossbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung «Saturday Telegraph» am Wochenende berichtete. Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. Auch US-Aussenminister Mike Pompeo erhob am Sonntag erneut schwere Anschuldigungen gegen Peking.

Das 15-seitige Dokument der «Five Eyes» demonstriert die Stossrichtung der laufenden Ermittlungen der Nachrichtendienste. Es erwähnt nach Angaben der Zeitung aber auch ihre Differenzen bezüglich des Verdachts, dass das Virus wirklich aus dem Institut für Virologie in Wuhan stammen könnte.

US-Präsident Donald Trump hatte die Spekulationen darüber angefacht. Nach eigenen Angaben hat Trump Hinweise darauf, dass die Pandemie ihren Ursprung in jenem Forschungslabor in Wuhan genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Informationen darüber habe, die ihm ein hohes Mass an Gewissheit in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump am Donnerstag im Weissen Haus gleich zwei Mal: «Ja, habe ich.»

Auch Pompeo sagte am Sonntag dem US-Sender ABC, es gebe «signifikante» Belege, dass die Krise in jenem Labor ihren Anfang genommen habe. Auf Nachfrage sagte er, er dürfe sich zu Details nicht äussern. Pompeo beschuldigte China aber, bereits in der Vergangenheit Labore ohne die notwendigen Standards betrieben zu haben. Es sei nicht das erste Mal, dass die Welt wegen eines Fehlers in einem chinesischen Labor einem Virus ausgesetzt sei.

Secretary of State Mike Pompeo smiles during a news conference at the State Department, Wednesday, April 29, 2020, in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik, Pool)

US-Aussenminister Mike Pompeo. Bild: AP

Der Leiter des Labors in Wuhan, Yuan Zhiming, hatte Vorwürfe, das Coronavirus sei dort freigesetzt worden, bereits vor längerer Zeit zurückgewiesen. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde. China hatte deswegen im März den Handel mit wilden Tieren verboten.

Wissenschaftler haben auch nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigten.

In dem Geheimdienstpapier der «Five Eyes»- wird auf gefährliche Forschungsarbeiten in dem Labor mit Viren von Fledermäusen verwiesen, die allerdings auch in Zusammenarbeit mit amerikanischen und australischen Wissenschaftlern erfolgt waren.

Das Papier bildet laut «Saturday Telegraph» die Grundlage für die Vorwürfe, denen die Geheimdienste nachgehen. Es hält fest, wie Chinas Behörden frühzeitige Warnungen von Medizinern unterdrückten, das wahre Ausmass des Ausbruchs herunterspielten und Informationen zensierten, was auch in Medienberichten bereits mehrfach dargestellt wurde. Die Vertuschung wird in dem Dossier als «Anschlag auf die internationale Transparenz» beschrieben.

Besonders beklagt wird, dass China noch bis zum 20. Januar bestritten hatte, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch übertrage. Dafür habe es schon seit Anfang Dezember Hinweise gegeben, heisst es in dem Papier. Auch wird China darin vorgeworfen, Virusproben vernichtet zu haben und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern über das Virus streng zu kontrollieren. Chinas Behörden hätten sich ausserdem geweigert, Lebendproben internationalen Forschern zur Verfügung zu stellen.

Auch Pompeo warf der chinesischen Führung vor, sie habe versucht, zu vertuschen und zu verwirren, und so grossen Schaden angerichtet. Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen für Peking sagte er: «Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.» Inzwischen hätten auch andere Staaten eingesehen, dass China die Krise verursacht habe.

Maas drängt China zu Transparenz bei Coronavirus-Ursprung

Bundesaussenminister Heiko Maas hat China aufgerufen, sich umfänglich an der Aufklärung des Coronavirus-Ursprungs zu beteiligen. «Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird», sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Fundierte Antworten darauf muss aber die Wissenschaft geben, nicht die Politik. China kann hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen will.»

In einem westlichen Geheimdienstpapier wird China scharf für den Umgang mit der Coronakrise kritisiert. Das Dossier der «Five Eyes» genannten Geheimdienstallianz der USA, Grossbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung «Saturday Telegraph» am Wochenende berichtete. Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Über diese Corona-Memes lacht das Netz

Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Die Corona-Zahlen für die Schweiz steigen im Moment rapide. Deshalb findest du hier einen Überblick zu allen neuen sowie aktuellen Fallzahlen für die Schweiz und einen Vergleich zu internationalen Daten zu Neuansteckungen mit dem Coronavirus.

Das Coronavirus hält die Schweiz weiterhin in Atem. Die Zahl der Neuansteckung steigt nach neuesten Entwicklungen in den unterschiedlichen Kantonen seit dem August wieder, die zweite Welle in der Schweiz und Europa ist da.

Damit du den Überblick über die sich stetig verändernde epidemiologische Lage behältst, zeigen wir dir hier alle relevanten Statistiken zu den Neuansteckungen, Positivitätsrate, Hospitalisierungen und Todesfällen in den Schweizer Kantonen sowie im internationalen Vergleich:

Am …

Artikel lesen
Link zum Artikel