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In this Feb. 2015, photo released by Li Wenzu, Wang Quanzhang, left, and his wife Li Wenzu poses for a photo with their son at a park in eastern China's Shandong province. About two dozen plainclothes police are stationed Wednesday Dec. 26, 2018, outside a courthouse in northern China as the trial of Wang, a prominent human rights lawyer was expected to unfold. Wang is among more than 200 lawyers and legal activists who were detained in a sweeping 2015 crackdown. The advocate for the banned Falun Gong meditation sect was charged with subversion of state power in 2016. He has been held without access to his lawyers or family for more than three years. (Wang Quanxiu via AP)

Wang Quanzhang (links) mit seiner Familie im Jahr 2015. Bild: AP/Li Wenzu

Chinesischer Menschenrechtsanwalt Wang zu langer Haft verurteilt



Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang ist in seiner Heimat zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der nordchinesischen Stadt Tianjin sprach Wang am Montag der «Subversion» gegen die Staatsmacht schuldig.

Zusätzlich zur Haftstrafe wurden ihm für fünf Jahre die politischen Rechte entzogen.

Der kritische Anwalt, der sich für politische Freiheiten und bürgerliche Rechte eingesetzt hatte, sitzt schon seit dreieinhalb Jahren in Haft. Die Verhandlung fand erst Ende Dezember statt.

Wang Quanzhang arbeitete für die mittlerweile geschlossene Anwaltskanzlei Fengrui, die unter anderem den berühmten Künstler Ai Weiwei vertreten hatte. Kanzleigründer Zhou Shifeng wurde ebenfalls wegen «Untergrabung der Staatsgewalt» zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Beide Anwälte waren im Sommer 2015 im Zuge einer Verfolgungswelle gegen rund 300 Anwälte, Kanzleimitarbeiter, Aktivisten und Verwandte festgenommen worden.

Drei Jahre lang gab es nicht einmal ein Lebenszeichen von Wang Quanzhang, bis ihn im Juli ein Anwalt in Haft in der eine Autostunde von Peking entfernten Stadt Tianjin besuchen durfte.

Internationale Kritik

Der Fall hat international für Aufsehen gesorgt. Zahlreiche Politiker weltweit setzten sich für den Anwalt Wang ein. So traf die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei einer China-Reise im Mai vergangenen Jahres demonstrativ seine Ehefrau Li Wenzu.

epa07306103 German Chancellor Angela Merkel speaks at the German federal Chancellery in Berlin, Germany, 21 January 2019. The German and Uzbek heads of state met to discuss the deepening of investment opportunities.  EPA/ADAM BERRY

Angela Merkel Bild: EPA/EPA

«Es ist empörend, dass Wang Quanzhang bestraft wird, weil er sich friedlich für Menschenrechte in China eingesetzt hat», sagte umgehend auch Doriane Lau von Amnesty International.

Das Urteil sei eine «grobe Ungerechtigkeit». Der Anwalt müsse sofort und ohne Bedingungen freigelassen werden. «In den drei Jahren bis zu seinem Scheinprozess haben die Behörden Wang Quanzhang in einem schwarzen Loch verschwinden lassen, wo er vermutlich gefoltert worden ist», sagte die Amnesty-Mitarbeiterin.

«Wang Quanzhang hat kein Verbrechen begangen, und er hätte gar nicht erst inhaftiert werden dürfen», sagte Maya Wang, Forscherin von Human Rights Watch in Hongkong. Er habe jahrelang unermüdlich jene Mitglieder der Gesellschaft vertreten, die am wenigsten Schutz genossen hätten und ausgebeutet worden seien. «Und dafür wurde er jetzt verurteilt», sagte die Aktivistin. (sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Caerulea 28.01.2019 11:23
    Highlight Highlight Er wird damit gerechnet und sich und seine Familie darauf vorbereited haben.
    Trotzdem eine riesen Schweinerei.
  • Töfflifahrer 28.01.2019 10:48
    Highlight Highlight Was man hört sind bloß Worte. Effektiv gehen die geschäftlichen Interessen wohl vor und passieren wird wie immer, nichts.
  • Toerpe Zwerg 28.01.2019 07:52
    Highlight Highlight «Subversion» gegen die Staatsmacht ...

    Es gibt ja nicht wenige hier, welche China (und auch Russland) als willkommenes Gegenmodell zum "imperialistischen" US- und allgemein "West"-Modell preisen.

    Alle diese würden in einem System wie China genau dieses Verbrechens angeklagt: "«Subversion» gegen die Staatsmacht"

    Wie stellen sich diese "West"-Kritiker dazu dass ihnen dieser "Westen" Schutz für ihre "subversiven" Ansichten bietet?
    • amore 28.01.2019 10:02
      Highlight Highlight Man kann aber unser desastreuse ausbeutendes kapitalistisches Gesellschaftssystem in Richtung mehr Humanismus und Solidarität renovieren, ohne die Menschenrechte aufzugeben und ohne eine Parteidiktatur einzuführen.
    • Toerpe Zwerg 28.01.2019 10:12
      Highlight Highlight Zweifellos ... wobei ich "desaströs" und "ausbeutend" nicht unterschreiben würde.

      Die Verurteilung von Gesellschaftsmodellen wie in China (und Russland) müsste aber unter den Gesichtspunkten "desatrös" und "ausbeuterisch" um so härter ausfallen.

      Tut es aber meist nicht - die Ideologie vernebelt oft die Urteilsfähigkeit.
  • rodolofo 28.01.2019 07:12
    Highlight Highlight China entwickelt sich systematisch in Richtung Faschismus.
    Dieser Faschismus bringt die totale Gleichschaltung seiner Bürger und den bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Führer, Shi Shin Pin.
    Wie in einer Gross-Sekte herrscht gegenseitige Bespitzelung und Überwachung, falsches Glückseligkeits-und Vorbildlichkeits-Theater, das immer falscher wird, je höher hinauf es in der Hierarchie der Macht geht.
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