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Britain's Prime Minister Boris Johnson meets people waiting for their vaccine during a visit to a coronavirus vaccination centre at the Health and Well-being Centre in Orpington, south-east London, Monday, Feb. 15, 2021. (Jeremy Selwyn/Pool Photo via AP)

Premierminister Boris Johnson ist vorerst zufrieden mit der Impfstrategie Grossbritanniens. Bild: keystone

Briten impfen vorerst nur einmal – und die Trends geben ihnen recht

Israel, Grossbritannien und die USA: Drei Länder zünden den Impfturbo. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Chile geben mächtig Gas. Jetzt treffen erste Erfolgsmeldungen ein. Was sind die ersten Auswirkungen?



Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Seit Anfang Jahr wurden Millionen Impfdosen im Kampf gegen das Coronavirus verabreicht. Einige (wenige) Länder konnten dabei den Impf-Turbo zünden, nicht alle fahren dabei die gleiche Strategie.

Wir haben bei den fünf schnellsten Impfländern mit mindestens einer Million Einwohner nachgeschaut, wie die Entwicklung verläuft.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Israel

Es dauert nicht mehr lange, dann hat Israel pro 100 Personen 100 Impfdosen verteilt. Aktuell steht man bei 92,46. Es gilt allerdings zu beachten, dass dies nicht bedeutet, dass 92 Prozent der Bevölkerung schon mindestens einmal geimpft wurden. Rund ein Drittel der Bevölkerung erhielt schon zwei Impfdosen.

Aus Israel erreichen uns immer wieder Meldungen über positive Effekte der Impfung. Letzte Woche zeigte sich beispielsweise, wie stark die Hospitalisationen der älteren Bevölkerungsgruppe – die zuerst geimpft wurde – sinkt:

Die neuesten Entwicklungen zeigen, dass es in Israel Rückgänge bei Neuinfektionen, Hospitalisationen, schwer Erkrankten und Todesfällen gibt. Dabei ist die grösste Abnahme bei den Todesfällen zu vermelden – was womöglich mit den Impfungen zusammenhängt, wie Wissenschaftler Eran Segal vom Weizmann Institute schreibt:

Doch wie sieht es eigentlich in den anderen Ländern aus, welche bei den Impfungen ebenfalls ein hohes Tempo anschlagen? Wir haben den Überblick:

Grossbritannien

Grossbritannien setzt auf die Strategie, dass möglichst viele Menschen so schnell wie möglich eine erste Impfdosis erhalten. So konnte bereits über 20 Millionen Einwohnern eine erste Dosis verabreicht werden, doppelt geimpft sind hingegen erst rund 800'000.

In Grossbritannien war zunächst der Impfstoff von Pfizer/BioNTech zugelassen, bald darauf auch derjenige von AstraZeneca. Man setzte erst auf Impfungen von Mitarbeitern im Gesundheitswesen und Ü80-Jährigen.

So richtig los ging es mit den Impfungen in Grossbritannien ab Mitte Januar. Erste Entwicklungen lassen jetzt hoffen, dass die Briten mit ihrer Strategie Erfolg haben. Die Hospitalisationen bei der älteren Bevölkerungsgruppe, welche zuerst geimpft wurde, nimmt gemäss dem nationalen Dashboard schneller ab als bei den U65-Jährigen:

Entwicklung von Hospitalisationen in Grossbritannien nach Altersgruppen:

Hospitalisationen Covid-19 Grossbritannien

Entwicklungen der Hospitalisationen nach Altersgruppen in Grossbritannien. Innert einer Woche sanken diese bei den Ü65-Jährigen um 34 Prozent, bei den U65-Jährigen um 18 Prozent. quelle: Twitter/David Spiegelhalter

Ebenfalls Auswirkungen scheinen die Impfungen auf die Todesfälle zu haben. Diese sinken seit einigen Wochen, aber bei der älteren Bevölkerungsgruppe ist die Abnahme in England deutlich schneller als bei den U65-Jährigen:

Todesfälle innert 28 Tagen nach positivem Coronatest in England

Todesfälle Corona England Februar 2021

Links: Todesfälle nach Altersgruppe in absoluten Zahlen. Rechts: Gleiche Daten in logarithmischer Darstellung zur Verdeutlichung der prozentualen Abnahme. Je älter die Altersgruppe, desto schneller der Rückgang. quelle: twitter/david spiegelhalter

Ebenfalls positiv stimmt eine Studie des Imperial College London in der letzten Woche. 155'000 Personen wurden dabei auf das Coronavirus untersucht, 14 Prozent wiesen Antikörper auf. 18'000 von ihnen wurden schon mindestens einmal geimpft. Dabei zeigt sich ein Muster: Umso jünger die geimpfte Person, desto mehr Antikörper wurden schon nach einer Impfung gebildet. Bei den 30- bis 39-Jährigen war dies bei 90 Prozent der Fall, bei den über 80-Jährigen nur bei rund 35 Prozent. Mit der zweiten Impfdosis stieg die Nachweisbarkeit von Antikörpern in allen Altersgruppen auf über 87 Prozent.

USA

In den USA werden täglich rund 1,7 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Mit Stand vom Sonntag erhielten fast 50 Millionen Einwohner eine Impfung, rund 25 deren zwei. Damit sind 15 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft, 7,5 Prozent bereits zweimal. Neben Pfizer/BioNTech und Moderna erteilte die USA am Samstag (27.2.) auch dem Impfstoff von Johnson&Johnson die Notfallzulassung. Dieser braucht nur eine Dosis und erreicht dann einen Schutz von rund 85 Prozent.

Zuletzt nahmen die Hospitalisierungen in Zusammenhang mit Covid-19 in den USA deutlich ab. Allerdings macht die Gruppe der Ü65-Jährigen weiterhin rund die Hälfte aller Einlieferungen aus. Im Vergleich zu den rund 50 Prozent Mitte Januar sank sie in den letzten zwei Wochen allerdings auf 44 Prozent. Ob sich der Trend bestätigt, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Anteil der Altersgruppen an Covid-19-Hospitalisationen in den USA

Bild

quelle: center for disease control and prevention

In den USA wurde mittlerweile die Marke von 500'000 Todesopfern im Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten. Damit starben in den USA mehr Menschen am Virus als während dem 1. und 2. Weltkrieg sowie dem Vietnamkrieg.

Die Abnahme bei den allgemeinen Fallzahlen hat sich in den USA verlangsamt. Dies schürt die Sorge davor, dass sich die neuen Varianten verbreitet haben und die Neuinfektionen wieder zunehmen werden.

Vereinigte Arabische Emirate

Hinter Israel sind die Vereinigten Arabischen Emirate das Land mit mehr als einer Million Einwohner mit der zweitschnellsten Impfaktion. Pro 100 Einwohner wurden hier schon 61 Impfdosen gespritzt. Mindestens eine Impfdosis erhielten dabei rund 35 Prozent der knapp 10 Millionen Einwohner, deren 22 Prozent sind schon voll geimpft. Auch im Land auf der arabischen Halbinsel werden zuerst die Risikogruppen geimpft.

epa08900980 A handout photo made available by the Dubai Government of Media Office shows a nurse (L) from Dubai Health Authority (DHA) receiving the first dose of the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine in Dubai, United Arab Emirates, 23 December 2020. The Gulf emirate of Dubai has started to give the Pfizer-BioNTech coronavirus disease (COVID-19) vaccine to people on 23 December 2020.  EPA/DUBAI GOVERNMENT MEDIA OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: keystone

Ziel ist, dass bis Ende März die Hälfte der Bevölkerung geimpft ist. Im Einsatz steht vor allem das chinesische Vakzin Sinopharm. Auch kleinere Lieferungen von AstraZeneca und Pfizer/BioNTech wurden schon verimpft.

Aktuell bleiben die Fallzahlen konstant. Informationen über die Altersverteilungen von Coronapatienten und wie sich diese seit dem Impfstart verändert haben, sind nicht verfügbar.

Chile

Chile startete erst am 3. Februar mit den Impfungen. Seither geht es aber rund. Innert 21 Tagen wurden zuletzt 16 Prozent (ca. 3 Millionen Menschen) der Bevölkerung geimpft. In über 1300 Impfzentren werden die verschiedenen Vakzine verabreicht. Ziel ist es, dass 15 Millionen im ersten Quartal eine Impfung verabreicht bekommen.

Filomena Zuleta, 70, holds up her vaccination card after she was injected with a dose of China's Sinovac Biotech COVID-19 vaccine, in her family's home in Santiago, Chile, Thursday, Feb. 25, 2021. Chile's Ministry of Health is sending out medical personnel to vaccinate homebound residents unable to reach immunization sites. (AP Photo/Esteban Felix)

Wer in Chile ein Impfzentrum nicht mehr selbst erreichen kann, den besucht ein mobiles Impfteam. Bild: keystone

Als erster Impfstoff war Pfizer/BioNTech zugelassen. Für das chinesische Sinovac stellte sich das Land als Teil der Tests zur Verfügung, was die Beschaffung vereinfachte. Zudem ist das Gesundheitswesen gut strukturiert.

Berichte über die ersten Effekte der Impfungen in den vulnerablen Gruppen gab es bisher noch nicht explizit. Die Fallzahlen im südamerikanischen Land stagnieren seit Anfang Jahr auf eher hohem Niveau. In den Spitälern zeigte sich noch keine Auswirkung, dass ältere Personen weniger schwere Verläufe hätten.

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