International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05089093 Police check suspects at the Cologne Central Station in Cologne, Germany, 05 January 2016. On New Years Eve dozens of women were molested and robbed around the Cologne Central Station.  EPA/MARIUS BECKER

Die Silvesternacht 2015/16 in Köln sorgte für Aufsehen: Damals war es unter anderem vor dem Hauptbahnhof zu massenhaft sexuellen Übergriffen gekommen.  Bild: EPA DPA

Ein «Gehege für Frauen» an Berliner Silvesterparty? Worum es wirklich geht



In Deutschland wird gerade wild über ein «Gehege für Frauen an Silvester» diskutiert. Die dabei gemachten Aussagen sind lebhafte Beispiele dafür, wie schnell Fake News die Runde machen. Aber von vorne:

Es begann mit einem Tweet des deutsch-türkischen Aktivisten Ali Utlu. Dieser spricht vom «Versagen von Staat und Gesellschaft», wenn beide nicht mehr fähig seien, Frauen vor Missbrauch zu schützen und an Silvester dafür extra Gehege errichten müssen. 

Die Reaktionen auf Utlus Aussagen liessen nicht lange auf sich warten. Sie kamen unter anderem auch von Seiten der AfD. So empörte sich Alice Weidel auf Facebook: «Dass zu Silvester in Berlin und anderen deutschen Städten sogenannte ‹Schutzzonen für Frauen› eingerichtet werden, in denen weibliche Partygänger vor Übergriffen durch Migranten Zuflucht finden sollen, ist eine völlige Kapitulation des Staates vor der überbordenden Einwandererkriminalität.» Martin Hess, ebenfalls AfD-Politiker, bläst ins gleiche Horn und twittert: «Diese Zustände sind eines zivilisierten Landes unwürdig.» 

Wie Ali Utlu ursprünglich auf die Idee kam, es werde an der Silvesterparty in Berlin Sicherheitszonen für Frauen geben, ist unklar. Die ganze Diskussion zeigt jedenfalls deutlich, wie schnell falsche Nachrichten, ohne jegliche Nachprüfung, auch von Seiten bekannter Politiker, aufgenommen und weiterverbreitet werden. 

«Women's Safety Area»

Denn, wie die Recherche von bento zeigt, ist die Behauptung, es gäbe ein «Gehege für Frauen», weit weg von der Wahrheit. In Wirklichkeit geht es um ein Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – die Unfallhilfsstelle. Diese Stelle steht Frauen sowie Männern offen. In diesem Zelt werden, wie jedes Jahr, Menschen betreut, die Probleme aller Art haben. 

Der einzige Unterschied zu den vergangenen Jahren: Im Zelt, das am Rande der Partymeile steht, wird am 31. ein zusätzliches Schild mit der Aufschrift «Women's Safety Area» aufgehängt. In diesem Bereich ziehen sich die Mitarbeiter des DRK zurück, um mit Opfern von sexueller Gewalt sprechen zu können. 

Auch in der Vergangenheit haben DRK-Mitarbeiter Frauen, die sexuell belästigt wurden bereits betreut. In diesem Jahr wurde lediglich gesondert darauf hingewiesen. Und (ohe)

Die Vorwürfe gegen Kevin Spacey

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Erdbeben im Glarnerland und Baselbiet registriert

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

13 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
raues Endoplasmatisches Retikulum
30.12.2017 21:06registriert July 2017
Schild mit der Aufschrift «Women's Safety Area» aufgehängt. In diesem Bereich ziehen sich die Mitarbeiter des DRK zurück, um mit Opfern von sexueller Gewalt sprechen zu können.
Weil ja nur Frauen Opfer von sexueller Gewalt werden können.
Zur Bildunterschrift: War das nicht 2015/16?
9839
Melden
Zum Kommentar
Gsnosn.
31.12.2017 06:36registriert May 2015
Im RTL gab es diesbezüglich ein Interview mit einem Polizeisprecher und hat indirekt das bestätigt von Ali.
4817
Melden
Zum Kommentar
Frank8610
31.12.2017 02:27registriert December 2016
Also doch keine Fake News...
5026
Melden
Zum Kommentar
13

Deutschland nimmt über 2000 Flüchtende auf – Merkel spricht Klartext

Deutschland will insgesamt 2750 Geflüchtete von den griechischen Inseln aufnehmen. Das gab Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in einer Mitteilung bekannt. Aufgenommen werden demnach 1553 Menschen aus 408 Familien, die durch Griechenland bereits als Schutzberechtigte anerkannt worden sind. Ebenso werde Deutschland bis zu 150 unbegleitete minderjährige Asylsuchende aufnehmen.

«Bereits erfolgt ist die Aufnahme von 53 unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden», so Seibert weiter. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel