International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Facebook CEO Mark Zuckerberg testifies remotely during a House Judiciary subcommittee hearing on antitrust on Capitol Hill on Wednesday, July 29, 2020, in Washington. (Mandel Ngan/Pool via AP)

Mark Zuckerberg und seine CEO-Kollegen werden mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Bild: keystone

«Cyber-Barone» am Pranger: Zuckerberg und Co. wehren sich gegen Wettbewerbsvorwürfe



Die Chefs der vier Technologie-Riesen Apple, Amazon, Facebook und Google haben sich bei einer Anhörung im US-Kongress gegen den Vorwurf der Marktdominanz und des unfairen Wettbewerbs gewehrt. Für die Technologie-Unternehmen steht dabei einiges auf dem Spiel: Die Anhörung dient der Vorbereitung neuer Regulierungsmassnahmen für die Branche.

epa08573479 Amazon CEO Jeff Bezos testifies via video conference during a House Judiciary Subcommittee on Antitrust, Commercial and Administrative Law on 'Online Platforms and Market Power' in the Rayburn House office Building on Capitol Hill in Washington, DC, USA, on 29 July 2020.  EPA/Graeme Jennings / POOL

Auch Amazon CEO Jeff Bezos muss sich vor dem Kongress verantworten. Bild: keystone

Die Demokraten im Ausschluss nahmen in einer Fragerunde vor allem die Gründer und Chefs von Facebook und Amazon, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos, in die Mangel. So wurde Bezos mit Fragen dazu überschüttet, ob Amazon Daten von Händlern auswertet, die Waren auf der Plattform des Konzerns verkaufen, um ihnen mit eigenen Angeboten Konkurrenz zu machen. Der Amazon-Chef sagte, es gebe zwar interne Vorschriften dagegen, er könne aber nicht garantieren, dass sie nie verletzt worden seien.

Im Fall von Facebook konzentrierten sie sich auf die Übernahmen der Fotoplattform Instagram und des Chatdienstes WhatsApp. Der Abgeordnete Joseph Neguse brachte Zuckerberg dazu zu sagen, dass Instagram und WhatsApp nicht nur die Angebote des Online-Netzwerks ergänzten, sondern auch Wettbewerber gewesen seien. Diese Einschätzung könnte noch wettbewerbsrechtlich relevant werden.

Apple-Chef Tim Cook bekam im Vergleich damit weniger harte Fragen; sie drehten sich vor allem darum, ob Apple Entwickler anderer Apps in seiner Download-Plattform benachteilige und von ihnen zu hohe Angaben verlange.

Bei der Anhörung wurde zudem schnell klar, dass die Republikaner im US-Kongress die Zeit nutzen werden, auch den Vorwurf vorzubringen, dass die Online-Unternehmen konservative Ansichten unterdrückten. Das behauptet unter anderem immer wieder US-Präsident Donald Trump. Er drohte bei Twitter, mit Präsidenten-Verfügungen gegen die Tech-Konzerne vorzugehen, wenn der Kongress nicht hart genug durchgreife.

Top row, Facebook CEO Mark Zuckerberg, right, Amazon CEO Jeff Bezos, second from right, and bottom row Google CEO Sundar Pichai, left, and Apple CEO Tim Cook, second from left are sworn in remotely during a House Judiciary subcommittee on antitrust on Capitol Hill on Wednesday, July 29, 2020, in Washingon. (Mandel Ngan/Pool via AP)

Die Tech-Chefs wurden per Videokonferenz zugeschaltet. Bild: keystone

So wurde Google-Chef Sundar Pichai vom Abgeordneten Greg Steube gefragt, warum seine Wahlkampf-Mails bei seinem eigenen Vater automatisch im Gmail-Papierkorb landeten. Der Abgeordnete Jim Jordan forderte von Pichai Zusicherungen, dass der Internet-Konzern nicht dem demokratischen Präsidentschaftsanwärter Joe Biden helfen werde.

Die vier Top-Manager waren per Videokonferenz zu der Anhörung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses zugeschaltet. Die Corona-Krise drückte dem Termin ihren Stempel auf. Die Konzernchefs mussten versichern, dass ihnen hinter der Kamera keine Mitarbeiter helfen. Die Abgeordneten mussten ausserhalb ihrer Redezeit Masken tragen. «Setzen Sie ihre Maske auf!», wurden sie mehrfach ermahnt.

Aus dem Eröffnungswort des Unterausschuss-Chefs David Cicilline wurde deutlich, dass die Abgeordneten bereits sehr kritisch gegen die Online-Firmen eingestellt sind. «Unsere Gründer verneigten sich nicht vor dem König, genauso sollten wir uns nicht vor den Kaisern der Online-Wirtschaft verneigen», sagte der demokratische Politiker. Grosse Tech-Unternehmen nutzten ihre Marktposition aus, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, sagte Cicilline. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin sprach in Anlehnung an die «Räuberbarone» - die mächtigen und rücksichtslosen US-Kapitalisten aus dem 19. Jahrhundert - von «Cyber-Baronen». (cki/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

29 hässliche Designs!

Facebook überlegt Werbung auf WhatsApp zu schalten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Share 31.07.2020 06:47
    Highlight Highlight Zuerst dachte ich die Kommentare hier seien in irgendeinem Spam-Ordner liegen geblieben. Aber 5 Stunden und 20 Minuten in Room 2141, wer tut sich das an? Hm. Es hat sich schon wegen Congresswoman Payapal gelohnt.
  • Bran_don 30.07.2020 12:07
    Highlight Highlight Zuerst den Käufe zulassen (inkl. mit Zustimmung des Staatsapparats) oder Ähnliches über Jahre hinweg. Aber von heute auf morgen will man es ändern. Anstatt von Anfang an solche Dinge gar nicht entstehen zu lassen. So das man danach ein ganzes Unternehmen mit staatlicher Hilfe zerschlägt, was schon passierte in der Vergangenheit.
  • Eron Thiersen 30.07.2020 11:15
    Highlight Highlight Diese Konzerne haben so eine finanzielle und juristische Übermacht, erwirtschaften mehr Geld als manches Land auf dieser Welt und verschieben Milliardengelder am Fiskus vorbei, drängen kleinere Unternehmen an den Rand oder verdrängen sie. Die Anzahl Stellen die sie schaffen sind weniger als die vielen Stellen die durch Verdrängung verloren gehen. Sie haben längst eine Grösse erreicht, die mit keiner Wettbewerbsregel gerechtfertigt werden kann und bricht in vielen Fällen mit dem Kartellrecht. Zerschlagung ist die richtige und einzige Möglichkeit sie zurückzudrängen.
  • Raudrhar 30.07.2020 08:39
    Highlight Highlight Die Demokraten kümmern sich um die Sache, die Republikaner um den Wahlkampf und ihre Reichweite.

    In a nutshell.
    • Eron Thiersen 30.07.2020 11:17
      Highlight Highlight Das ist auch Wahlkampfgeschwätz der Demokraten, was haben die Demokraten den unter Obama dagegen unternommen? Nichts, im Gegenteil sie haben es gefördert.

«Kompletter Blödsinn» – so demontiert ein Biophysiker ein Video eines deutschen Arztes

Ein Video eines deutschen Arztes, der die Corona-Krise für reine Panikmache hält, findet auf den sozialen Medien grosse Beachtung. Richard Neher, Biophysiker am Biozentrum der Universität Basel, demontiert die Aussagen des vermeintlichen Experten und entlarvt seine Aussagen als das, was sie sind: «Kompletter Blödsinn.»

Es geht ein Gespenst um in den sozialen Medien. Das Gespenst heisst Wolfgang Wodarg. Er ist Protagonist verschiedener Videos, die derzeit auf WhatsApp, Facebook und Twitter verbreitet werden. Mit ernstem Blick hinter runden Brillengläsern schaut Wodarg in die Kamera und verkündet die Wahrheit. Vermeintlich.

Die wenige Minuten langen Filme heissen «Stoppt die Corona-Panik» oder «Krieg gegen die Bürger». Darin erklärt Wodarg, warum die Corona-Krise reine Panikmache sei. Solche Viren habe es …

Artikel lesen
Link zum Artikel