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Die Not der jungen Menschen, meistens Frauen, werden von «Sex-gegen-Miete»-Angeboten schamlos ausgenützt. Dennoch sind solche Anzeigen nicht illegal. (Symbolbild) bild:shutterstock

«Biete Wohnung gegen Sex» – in England nehmen dubiose Wohnungsanzeigen zu



«Vermiete Wohnung für eine junge Frau, die für ein paar Tage ein warmes Bett und warmes Essen braucht. Macht euch keine Sorgen um die Miete. Allerdings müsst ihr offen für alles sein.»

oder

«Gut geeignet für ein hübsches, diskretes Mädchen. Biete grosse und komfortable Einzimmerwohnung. Bin 39 jährig, gross, schlank, weiss und suche ein Mädchen unter 30. Ich habe viele Freunde, also tu einfach so als würdest du bei mir Couch surfen!»

So und ähnlich lesen sich zahlreiche Inserate auf seriösen Anzeigeseiten wie beispielsweise Craigslist.co.uk. Laut einer Recherche der BBC nehmen solche dubiose Wohnungsanzeigen zu – und viele junge britische Studentinnen sehen sich gezwungen solchen Anzeigen nachzugehen. 

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So und ähnlich sehen die dubiosen Anzeigen auf Plattformen wie Craigslist.co.uk aus.  bild: screenshot/craigslist.co.uk

Kern des Problems sind die enorm hohen Mietpreise in den meisten grossen Städten Grossbritanniens. Vor allem junge Menschen leiden darunter, da sie kaum eine Möglichkeit haben, die Wohnungen zu finanzieren. 

«Ich sehe es mehr als eine Win-Win-Situation.»

Anonymer Vermieter 

Die finanzielle Not von jungen Menschen, meistens Frauen, werden von «Sex-gegen-Miete»-Angeboten schamlos ausgenützt. Dennoch sind solche Anzeigen nicht illegal. Einige britische Politiker fordern die Inserateplattformen auf, die dubiosen Anzeigen freiwillig zu entfernen. 

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bild:screenshot/craigslist.co.uk

Win-Win-Situation oder sexuelle Ausbeutung?

Die BBC sprach mit einer Studentin, die sich auf ein Angebot einliess: «Er zeigte mir sein Wohnzimmer und bot mir etwas zu trinken an. Kurze Zeit später gingen wir nach oben in sein Schlafzimmer und hatten Sex. Nach dem dritten Mal fing ich an, mich unwohl zu fühlen. Er macht nur noch das, was er wollte.», so die Studentin.

Die Vermieter auf der anderen Seite verteidigen ihre Angebote. Die BBC sprach mit einem der zahlreichen Inserenten. Dieser verteidigte seine Anzeige und bezeichnete es als ein «Friends with benefits»-Deal und fügte hinzu: «Klar, kann man darüber diskutieren, ob wir die jungen Frauen ausnützen. Doch sie werden nicht dazu gezwungen, einzuwilligen. Sie wissen von Anfang an, auf was sie sich einlassen.» so der Vermieter, der anonym bleiben wollte. «Ich bin der Letzte, der davon ausschliesslich profitieren will. Ich sehe es mehr als eine Win-Win-Situation.»

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bild:screenshot/twitter/vonnymoyes

Und bei uns?

Ob es auch in der Schweiz zurzeit Inserenten gibt, die eine Wohnung gegen Sex anbieten, ist unklar. Tatsache jedoch ist, dass auch hierzulande zahlreiche Mietpreise, vor allem in Zürich, exorbitant hoch sind.

Zudem gilt ein solch dubioser Mietvertrag in der Schweiz laut Obligationenrecht als nichtig. Denn Art. 254 B. OR besagt: «Ein Koppelungsgeschäft, das in Zusammenhang mit der Miete von Wohn- oder Geschäftsräumen steht, ist nichtig, wenn der Abschluss oder die Weiterführung des Mietvertrags davon abhängig gemacht wird und der Mieter dabei gegenüber dem Vermieter oder einem Dritten eine Verpflichtung übernimmt, die nicht unmittelbar mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängt.» (ohe)

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