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In this late Wednesday, April 12, 2017 photo, Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses his supporters during a referendum meeting in Istanbul. Turkey is heading to a contentious April 16 referendum on constitutional reforms to expand Erdogan's powers.(Kayhan Ozer/Presidential Press Service, Pool Photo via AP)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Europa erneut Faschismus vor. Bild: AP/Pool Presidential Press Service

Erdogan gegen Europa: «Die Zukunft Europas werden unsere Brüder formen»



Drei Tage vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan Europa – darunter der Schweiz – erneut eine faschistische und islamfeindliche Haltung vorgeworfen. «Das Make-Up im Gesicht Europas zerfliesst», sagte Erdogan am Donnerstag während einer Wahlkampfveranstaltung in der Schwarzmeerstadt Giresun.

«Das darunterliegende faschistische, rassistische, fremdenfeindliche und islamfeindliche Gesicht hat angefangen, sich zu zeigen. Sie haben nun angefangen zu zeigen, dass sie islamfeindlich sind. Sie können Muslime nicht ertragen», sagte Erdogan.

«Was sie auch tun, es ist umsonst. Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben.»

Erdogan

Europa ist aus Sicht Erdogans allerdings trotz dieser von ihm unterstellten Haltung auf die dort lebenden Türken angewiesen. «Was sie auch tun, es ist umsonst. Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben», sagte der Staatschef. «Für Europa, dessen Bevölkerung altert, dessen Wirtschaft erlahmt und dessen Kraft versiegt, gibt es keinen anderen Ausweg.»

In der Türkei wird an diesem Sonntag in einem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems abgestimmt, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde.

Erdogan warf der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich «und vielen weiteren europäischen Ländern» vor, sich auf die Seite der Gegner seines Präsidialsystems gestellt zu haben. «Seht, heute greifen sie in allen europäischen Zeitschriften und Zeitungen diesen, Euren Bruder, an. Was habe ich ihnen denn getan? Was haben sie gegen mich?»

Erdogan hatte im Wahlkampf zum Referendum besonders Deutschland und den Niederlanden «Nazi-Methoden» vorgeworfen und damit scharfe Kritik in beiden Ländern ausgelöst. In mehreren Ländern – auch in der Schweiz – waren Auftritte von Politikern und Ministern abgesagt worden, die für die Annahme des Referendums werben wollten. (sda/dpa)

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