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27 Mal verurteilt und trotzdem lief er frei herum – was wir zum Strassburg-Attentat wissen



Attentat auf Strassburger Weihnachtsmarkt

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Attentat auf Strassburger Weihnachtsmarkt
quelle: ap/ap / christophe ena
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Nach dem schweren Anschlag in Strassburg jagt die Polizei in Frankreich, der Schweiz und Deutschland den Attentäter.

Was wir über den Fall schon wissen

Der polizeibekannte Gefährder Chérif C. war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schliesslich spurlos verschwunden.

«Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen.»

Rémy Heitz, Pariser Antiterror-Staatsanwalt

Zeugen hätten den Angreifer «Allahu Akbar» (Allah ist gross) rufen hören, hiess es. Der Täter entkam mit einem Taxi, liess sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten herumfahren und stieg dann aus, berichtete der französische Anti-Terror-Staatsanwalt. Mit einem Grossaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen – ohne Erfolg. Chérif C. blieb auch am Mittwoch verschwunden.

Beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt von Strassburg wurden zwei Menschen getötet, ein Opfer ist hirntot, zwölf weitere Menschen wurden verletzt.

Am Tag vor dem Attentat wollte die französische Polizei C. verhaften. Er konnte jedoch aus seiner Wohnung fliehen, als die Beamten im Anmarsch waren, wie bild.de schreibt.

Das ist der Gesuchte

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heisst es: «Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen». Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter gross, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn. Der mehrfach vorbestrafte Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Strassburger sass wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft.

Ist der Verdächtige in der Schweiz oder in Deutschland?

Könnte sein. Die Sicherheitskräfte in beiden Ländern sind auf jeden Fall alarmiert. Dies zeigt auch der Fall von heute Morgen.

In einem Zug von Basel nach Zürich im aargauischen Frick wurde ein Terrorverdächtiger angehalten. Ein anderer Passagier hatte den jungen Mann der Polizei gemeldet, und ihn als möglicher Attentäter von Strassburg identifiziert. Fälschlicherweise, wie sich später herausstellte.

Im deutschen Bundesland Baden-Württembergs hatte Innenminister Thomas Strobl zwar verkündet, ausser der Haft und der in Deutschland verübten Verbrechen bestünde kein Kontakt nach Deutschland. Das stimmt jedoch so offenbar nicht. Laut einem Medienbericht sei C. unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden. Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

Strassburg will zur Normalität zurückkehren

Unklar ist, ob der Angreifer sich noch in der Elsass-Metropole aufhält. Daher bleibt auch der Weihnachtsmarkt am Donnerstag noch geschlossen. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Strassburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle – soweit wie möglich – wieder anlaufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Frankreich verstärkt Sicherheitsvorkehrungen

Die französische Regierung verstärkt ausserdem die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz – rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschliessen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm.

(pb/sda/dpa/aeg)

Dieser Journalist ging durch die Social-Media-Hölle

Video: srf

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