DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08864960 An activist from Gilet Jaune (Yellow Vests) holds a sign says 'Live yes, survive no' as several cars are on fire during a protest against France's controversial global security law, during a protest in a street between Porte des Lilas and Gambetta square, in Paris, France, 05 December 2020. The global security legislation passed by the French Parliament aims to ban the distribution of photos in which police officers and gendarmes can be identified in a way which is harmful to their image  EPA/Mohammed Badra

Bild: keystone

Ausschreitungen und etliche Festnahmen bei Demos gegen Sicherheitsgesetz in Paris



Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt und das geplante Sicherheitsgesetz ist es in Paris erneut zu Krawallen gekommen. Autos wurden am Samstagnachmittag in Brand gesteckt und etliche Schaufenster beschädigt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Randalierer warfen Geschosse in Richtung Polizei, diese setzte Tränengas ein. Nach Angaben der Polizeipräfektur wurden bis zum Abend 42 Menschen in Paris festgenommen. In ganz Frankreich gab es zahlreiche Proteste – in Toulouse, Bordeaux oder etwa Lyon gingen Tausende Menschen weitgehend friedlich auf die Strasse. Es waren jedoch deutlich weniger als in der Woche zuvor.

epa08864755 Protesters gather against France's controversial global security law, during a protest in a street between Porte des Lilas and Gambetta square, in Paris, France, 05 December 2020. The global security legislation passed by the French Parliament aims to ban the distribution of photos in which police officers and gendarmes can be identified in a way which is harmful to their image  EPA/Mohammed Badra

Bild: keystone

Der Pariser Demonstrationszug war zunächst friedlich an der Porte des Lilas im Osten der Stadt gestartet und zog bis zur Place de la République. Zahlreiche junge Menschen waren auf der Strasse, Gewerkschaften waren ebenfalls vertreten. Die Polizei sicherte rund um die Demonstration die Strassen ab und kontrollierte einige Metroausgänge, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auf den Schildern der Demonstrierenden stand etwa an Innenminister Gérald Darmanin gerichtet «Rücktritt Darmanin» oder «Frankreich: Land der Polizeirechte», die Menschen skandierten «Macron, es reicht!».

Nach etwa anderthalb Stunden kam es auf der Demonstrationsroute in der Avenue Gambetta im 20. Arrondissement zu ersten Ausschreitungen. Medien zufolge hatten sich Hunderte Randalierer unter die Demonstrierenden gemischt. Es wurde ein kleiner Laster angezündet, eine tiefschwarze Rauchwolke hing über der Strasse – zahlreiche Autos gingen ebenfalls in Flammen auf. Eine Bankfiliale wurde komplett auseinandergenommen, die Scheiben und die Inneneinrichtung schwer beschädigt. Entlang der gesamten Demonstrationsroute wurden zahlreiche Brände entfacht. Bis zum Abend beruhigte sich die Lage.

epa08865028 Firefighters prepare to extinguish a fire as several cars burn during a protest against France's controversial global security law, during a protest in a street between Porte des Lilas and Gambetta square, in Paris, France, 05 December 2020. The global security legislation passed by the French Parliament aims to ban the distribution of photos in which police officers and gendarmes can be identified in a way which is harmful to their image  EPA/Mohammed Badra

Feuerwehrleute versuchen brennende Autos zu löschen, die Demonstranten angezündet haben. Bild: keystone

«Die Randalierer zerschlagen das Land», kritisierte Innenminister Darmanin. Acht Sicherheitskräfte seien verletzt und landesweit seien 64 Menschen festgenommen worden. Auch etwa in Nantes und anderen Städten war es Berichten nach vereinzelt zu Zusammenstössen gekommen. Insgesamt gingen im ganzen Land nach Angaben des Innenministeriums mehr als 52'000 Menschen auf die Strasse, davon 5000 in Paris. Die Organisatoren geben in der Regel deutlich höhere Zahlen an. Dennoch liegt das weit unter der Mobilisierung am vergangenen Wochenende, als nach Behördenangaben allein 46'000 Menschen in Paris auf die Strasse gingen.

Ein Kollektiv aus Gewerkschaften, Journalisten- und Opferschutzverbänden sowie Menschenrechtsorganisationen hatte zu dem landesweiten Protest gegen das scharf kritisierte Sicherheitsgesetz aufgerufen. Auch Fälle von Polizeigewalt hatten zuletzt in Frankreich Schlagzeilen gemacht. Auch bei der Pariser Demo vergangene Woche kam es im Verlauf schliesslich zu massiven Ausschreitungen, während Zehntausende friedlich demonstrierten.

epa08864959 Protesters avoid tear gas during clashes with French riot Police during a protest against France's controversial global security law, during a protest in a street between Porte des Lilas and Gambetta square, in Paris, France, 05 December 2020. The global security legislation passed by the French Parliament aims to ban the distribution of photos in which police officers and gendarmes can be identified in a way which is harmful to their image  EPA/Mohammed Badra

Bild: keystone

Die Regierungsmehrheit hatte zwar vor einigen Tagen angekündigt, den besonders umstrittenen Artikel 24 des Sicherheitsgesetzes zu überarbeiten, der die Verbreitung von Aufnahmen von Polizisten einschränken soll. Die Organisationen fordern allerdings, diesen Passus komplett zu streichen. Das Gesetz sieht ausserdem noch weitere scharf kritisierte Massnahmen vor. Dazu zählt vor allem die Ausweitung der Videoüberwachung durch die Polizei etwa bei Demonstrationen und mithilfe von Drohnen. Dies soll nach Angaben der Regierung dem Schutz der Polizei dienen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag angekündigt, Anfang kommenden Jahres eine Online-Plattform einrichten zu wollen, auf der Menschen Diskriminierung etwa durch die Polizei melden können. Einige Polizeigewerkschaften kritisierten die Pläne scharf. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Monster der Ardennen» ist tot: Französischer Serienmörder Fourniret stirbt mit 79 Jahren

Der französische Serienmörder Michel Fourniret ist tot. Der 79-Jährige starb am Montag im Krankenhaus, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete. Er sei etwa um 15.00 Uhr gestorben, hiess es demnach. Zuvor war bekannt geworden, dass Fourniret bereits Ende April ins Pariser Krankenhauses Pitié Salpétrière eingeliefert worden war. Das Justizministerium hatte keine Angaben zu seinem Gesundheitszustand gemacht. Medien berichteten …

Artikel lesen
Link zum Artikel