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Brazils President Jair Bolsonaro makes a signal with his hand during a military ceremony for the Day of the Soldier, at Army Headquarters in Brasilia, Brazil, Friday, Aug. 23, 2019. Brazilian President Jair Bolsonaro says he's leaning toward sending the army to help fight Amazon fires that have alarmed people across the globe. (AP Photo/Eraldo Peres)
Jair Bolsonaro

Jair Bolsonaro erwartet eine Entschuldigung von Emmanuel Macron. Bild: AP

Bolsonaro offen für Amazonas-Gespräche – wenn sich Macron entschuldigt



Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist im Falle einer Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereit zu Gesprächen über die von den G7-Staaten zugesagten Amazonas-Hilfen. Der Élysée-Palast in Paris wollte die Äusserung nicht kommentieren.

«Zuerst muss Herr Macron seine gegen meine Person gerichteten Beleidigungen zurücknehmen», sagte Bolsonaro am Dienstag gegenüber Journalisten in Brasília.

Der französische Präsident habe ihn einen «Lügner» genannt und behauptet, die Souveränität Brasiliens über den Amazonas sei «eine offene Frage», klagte Bolsonaro. Diese Worte müssten widerrufen werden, bevor «irgendetwas von Frankreich angenommen» oder miteinander gesprochen werden könne.

Die G7-Staaten hatten Brasilien angesichts der verheerenden Amazonas-Waldbrände 18 Millionen Euro an Soforthilfen zugesagt. Damit sollten vor allem Löschflugzeuge finanziert werden, sagte Macron am Montag beim Gipfeltreffen von sieben wichtigen Industrieländern im französischen Biarritz.

epa07796877 French President Emmanuel Macron delivers a speech during the annual French ambassadors conference at the Elysee Palace in Paris, France, 27 August 2019.  EPA/YOAN VALAT / POOL

Bolsonaro beleidigte via Twitter die Frau von Emmanuel Macron (im Bild). Bild: EPA

Die brasilianische Regierung lehnte die Hilfen aber ab. Das Geld solle vielmehr dazu verwendet werden, die Wälder in Europa wieder aufzuforsten, hiess es.

Die brasilianische Regierung hatte Macron in den vergangenen Tagen wiederholt scharf angegriffen, weil der französische Präsident die Amazonas-Waldbrände auf die Tagesordnung des G7-Gipfels gesetzt hatte.

«Kolonialistische Mentalität»

Bolsonaro warf Macron eine «kolonialistische Mentalität», eine «Instrumentalisierung» der Amazonas-Waldbrände sowie einen «sensationsgierigen Ton» vor. Der ultrarechte Politiker schreckte selbst vor einer sexistischen Attacke gegen Macrons Ehefrau Brigitte nicht zurück.

Bolsonaro gab zu, eine unvorteilhafte Aufnahme der «Première dame» im Online-Dienst Facebook belustigt kommentiert zu haben. Er werde sich zu einer «familiären Frage» jedoch nicht weiter äussern und drohte den Journalisten mit Gesprächsabbruch, sollten sie insistieren.

Brazil's President Jair Bolsonaro, left, gives a thumbs up sign as he stands next to his Chief of Staff Onyx Lorenzoni, during ceremony at the Planalto Presidential Palace in Brasilia, Brazil, Monday, March 25, 2019. Brazil's president says he is

Halten zusammen: Bolsonaro und sein Kabinettschef Onyx Lorenzoni. Bild: AP/AP

Bolsonaros Kabinettschef Onyx Lorenzoni setzte die Attacken gegen Macron fort. «Macron schafft es nicht mal, einen vorhersehbaren Brand in einer Kirche zu verhindern, die Teil des Welterbes ist, und er will uns Lektionen für unser Land erteilen?», sagte Lorenzoni am Montag in Anspielung auf das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im April.

«Brasilien ist eine demokratische und freie Nation und hatte niemals koloniale und imperialistische Verhaltensweisen, wie es vielleicht das Ziel des Franzosen Macron ist», sagte Lorenzoni.

Lob von Trump

Von US-Präsident Donald Trump erhielt Bolsonaro derweil Unterstützung – und Lob dafür, dass er «sehr hart» daran arbeite, die Brände zu bekämpfen. Bolsonaro leiste «einen grossartigen Job für das brasilianische Volk – nicht leicht», schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Er sagte Bolsonaro und Brasilien «die volle und komplette Unterstützung der USA» zu.

Der brasilianische Präsident hatte Ende vergangener Woche den Einsatz von Soldaten zum Kampf gegen die Waldbrände angeordnet. Dies geschah allerdings erst, nachdem Brasilien wegen der Feuer unter starken internationalen Druck geraten war.

Zuvor hatte Bolsonaro das Ausmass der Brände noch zu relativieren versucht. Er ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und hält - ähnlich wie Trump - nichts von den Warnungen vor dem menschengemachten Klimawandel. Umweltschützer machen Bolsonaro dafür verantwortlich, dass die Brände im Amazonasgebiet in diesem Jahr massiv zugenommen haben.

In dem ökologisch für die ganze Welt wichtigen Gebiet lodern derzeit tausende grosse Waldbrände. Nach jüngsten Angaben des brasilianischen Forschungsinstituts Inpe gab es in Brasilien seit Jahresbeginn mehr als 80'000 Feuer, davon mehr als die Hälfte im Amazonasbecken. (mim/sda/afp/dpa)

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