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Diese 13 Bilder und Videos zeigen, was gerade im grössten Flüchtlingslager der EU passiert

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist es zu einem Grossbrand gekommen. Wie prekär die Lage ist, zeigen Bilder und Videos.



Video: watson

Aktivisten vor Ort sprechen von einer «Katastrophe». Ein Grossbrand auf der griechischen Insel hat das grösste Flüchtlingslager Europas zu grossen Teilen zerstört.

Rund 12'600 Menschen sind im Lager untergebracht – bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.

Die Unruhen im Lager hatten bereits am Dienstagabend ihren Lauf genommen, nachdem bekannt geworden war, dass es mittlerweile mindestens 35 Corona-Fälle im Lager gibt.

Moria war deshalb abgeriegelt und bis zum 15. September unter Quarantäne gestellt worden.

Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und dessen Umgebung sind mehrere Brände ausgebrochen. Starke Winde fachten die Flammen an. Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa

Bild: sda

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis habe für den Vormittag ein Krisentreffen in Athen einberufen, sagte Regierungssprecher Stelios Petsas dem staatlichen Fernsehsender ERT.

Neben dem Migrations- und dem Bürgerschutzminister sollen daran auch der Chef des griechischen Nachrichtendienstes (EYP) und der Generalstabschef teilnehmen.

Man vermute organisierte Brandstiftung, so Petsas.

Fire burns makeshift tents at the Moria refugee camp on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, on Wednesday, Sept. 9, 2020. Fire Service officials say a large refugee camp on the Greek island of Lesbos has been partially evacuated despite a COVID-19 lockdown after fires broke out at multiple points around the site early Wednesday. (AP Photo/Panagiotis Balaskas)

Bild: keystone

Der Sprecher bestätigte ausserdem, dass Migranten versucht hätten, die Feuerwehr an den Löscharbeiten zu hindern.

Fire burns makeshift tents at the Moria refugee camp on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, on Wednesday, Sept. 9, 2020. Fire Service officials say a large refugee camp on the Greek island of Lesbos has been partially evacuated despite a COVID-19 lockdown after fires broke out at multiple points around the site early Wednesday. (AP Photo/Panagiotis Balaskas)

Bild: keystone

Gemäss Regierungsangaben ist der Grossbrand seit Mittwochmorgen weitgehend unter Kontrolle

Verletzte oder gar Tote gab es Stand Mittwochmorgen nicht, wie griechische Medien übereinstimmend berichteten. Athen hat zusätzliche Bereitschaftspolizisten zur Insel entsandt.

Die Zerstörung im Flüchtlingslager ist aber verheerend – Aktivisten gehen davon aus, dass die grössten Teile unbewohnbar sind.

An helicopter operates over the Moria refugee camp during a fire on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, on Wednesday, Sept. 9, 2020. A fire swept through Greece's largest refugee camp that had been placed under COVID-19 lockdown, leaving more than 12,000 migrants in emergency need of shelter on the island of Lesbos. (AP Photo/Panagiotis Balaskas)

Bild: keystone

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat angesichts des Grossbrands schnelle Hilfe versprochen.

Sie sei in Kontakt mit dem griechischen Minister und den lokalen Behörden, schrieb die Schwedin am Mittwoch auf Twitter.

Dabei habe sie zugestimmt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aufs Festland zu finanzieren. «Die Sicherheit und der Schutz aller Menschen in Moria hat Priorität.»

Viele der mehr als 12'000 Migranten und Flüchtlinge, die zuletzt im Lager lebten, flohen in die umliegenden Wälder und auf Hügel, andere machten sich auf den Weg zur Inselhauptstadt Mytilini, wie griechische Medien berichteten.

Stellenweise sollen sich ihnen Inselbewohner entgegengestellt und ihnen den Weg versperrt haben.

Am Morgen verhinderte ausserdem die griechische Polizei mittels Blockaden, dass die Menschen in die nahe Stadt gelangen.

Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar. Das grassierende Coronavirus erschwert die Situation noch. Die weiteren Schritte sollen nun bei einem Krisentreffen der griechischen Regierung geklärt werden.

(jaw/sda)

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76 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Amarillo
09.09.2020 11:14registriert May 2020
War früher oder später zu erwarten. An einem derart überfüllten Ort ist die Brandgefahr grundsätzlich hoch. Ob es nun aus Zufall passiert ist oder Brandstiftung vorliegt, werden wohl die Untersuchungen zeigen. Was passiert nun? Werden alle rund 13'000 Personen in Europa verteilt? Und was passiert mit den nächsten 13'000? Wie würde die Lage aussehen, wenn Marokkaner, Tunesier, Algerier herausgerechnet würden, bzw. alle, welche zum vornherein keine Asylgründe haben? Aber eben, man ist mit diesen Staaten nach wie vor keinen Schritt weiter bezüglich Rücknahme.
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chrissy_dieb
09.09.2020 10:58registriert January 2020
Ja, die Flüchtlinge sollten irgendwo aufgenommen werden.
Aber: Nein, man sollte das nicht sofort an die grosse Glocke hängen. Wenn sich erst Mal rumspricht, dass ein brennendes Flüchtlingslager zur Aufnahme von Flüchtlingen in anderen Ländern führt, garantiere ich Ihnen, dass wir bald ganz viele brennende Flüchtlingslager sehen werden (unabhängig davon, ob das Feuer von einem Flüchtling oder Inselbewohner gelegt wurde).
Also bitte: Diskretion ist gefragt statt jetzt gross zu posaunen.
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BlauerPulli
09.09.2020 10:35registriert April 2019
Zugzwang - würde mich nicht wundern, wenn die Zelte absichtlich abgefakelt wurden damit die Leute endlich dort rauskommen und die EU keine andere Wahl hat als sie aufzunehmen und auf die Länder zu verteilen.
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