International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks to his ruling party's lawmakers, in Istanbul, Saturday, Feb. 29, 2020. Erdogan said Saturday that his country's borders with Europe were open, as thousands of refugees gathered at the frontier with Greece.(Presidential Press Service via AP, Pool)

Bild: AP

Erdogan fordert «gerechte Aufteilung der Last» von Merkel



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine faire «Lastenteilung» in der Flüchtlingskrise gefordert.

Wie die türkische Präsidentschaft am Montagabend mitteilte, forderte Erdogan eine «gerechte Aufteilung der Last und der Verantwortung gegenüber Migranten» zwischen der EU und der Türkei.

Erdogan hatte am Samstag angekündigt, Flüchtlinge mit dem Ziel EU die türkischen Grenzen passieren zu lassen. Er begründete sein Vorgehen damit, dass die EU sich nicht an den im März 2016 geschlossenen Flüchtlingspakt halte.

Seither versuchten tausende Flüchtlinge, über die türkisch-griechische Grenze in die EU zu gelangen. Griechische Grenzschützer hielten am Wochenende etwa 10'000 Menschen vom Grenzübertritt ab.

Die Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen. Erdogan warf griechischen Sicherheitskräften vor, zwei Migranten getötet und einen verletzt zu haben.

Migrants run to avoid tear gas thrown by Greek police during clashes near the Pazarkule border gate in Edirne, at the Turkish-Greek border on Monday, March 2, 2020. Thousands of migrants and refugees massed at Turkey's western frontier, trying to enter Greece by land and sea after Turkey said its borders were open to those hoping to head to Europe. (AP Photo/Darko Bandic)

Griechische Sicherheitskräfte setzten unter anderem Tränengas gegen die Migranten ein. Bild: AP

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien rund 3.6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Am Montag drohte Erdogan, die Grenzen blieben weiter offen. Es sei nun an der EU, ihren «Teil der Last» in der Flüchtlingskrise zu tragen.

In der Vereinbarung mit der EU hatte die Türkei eigentlich zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen. Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land.

Eine Milliarde Euro abgelehnt

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow sagte Erdogan, die Türkei habe ein Angebot der EU über Finanzhilfen über eine Milliarde Euro zum Stemmen der Flüchtlingskrise in dem Land abgelehnt.

Merkel hatte die türkische Grenzöffnung am Montag in Berlin «inakzeptabel» genannt. Es sei zwar verständlich, dass die Regierung in Ankara mehr Unterstützung von der EU erwarte, sagte die Kanzlerin. Es sei aber «völlig inakzeptabel», dass dies «auf dem Rücken der Flüchtlinge» ausgetragen werde. (sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Griechenland – alleine mit 25'000 umherirrenden Flüchtlingen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
neoliberaler Raubtierkapitalist
03.03.2020 09:45registriert February 2018
Wenn man Krieg spielen will und dann Flüchtlinge erzeugt, sollte man nicht eine «gerechte Aufteilung der Last» fordern.
838
Melden
Zum Kommentar
fdsa
03.03.2020 09:43registriert August 2018
Erdogan ist wahrscheinlich einer der hässlichsten Präsidenten Europas. Eine verlogene Person, welche Meinungsfreiheit verachtet. Dafür wird er von der EU mit mehreren Milliarden unterstützt, um Krieg zu führen, welcher zu mehr Migranten führt, welcher zu mehr Geld führt. Logisch ist die Situation im nahen Osten enorm kompliziert und ein Schweizer-Watson-Kommentierer kann die Situation nicht richtig abschätzen. Aber ich denke mit den richtigen Mitteln könnte man dem Herrn den Gar ausmachen. Es gibt verschiedenste Wege Menschen mit richtigen Informationen zu versorgen.
476
Melden
Zum Kommentar
Klaus07
03.03.2020 11:04registriert October 2017
Gerechte Verteilung von Lasten?
Wie wäre es mit dem Verursacherprinzip Herr Erdogan?
Zudem müsste Erdi seinen Freunden in Bulgarien, Polen oder Ungarn die Migranten schicken und sicher nicht an Deutschland! Das wäre gerechte Lastenverteilung!
212
Melden
Zum Kommentar
16

Analyse

Griechenland setzt Flüchtlinge auf offenem Meer aus – und überlässt sie ihrem Schicksal

So aggressiv hat noch kein europäisches Land auf die Ankunft von geflohenen Menschen reagiert. Was die Hellenen da gerade machen, ist brandgefährlich.

Die Enthüllung der New York Times ist schockierend: Die amerikanische Zeitung berichtete am Wochenende, dass griechische Behörden in den vergangenen Monaten mindestens 31 Mal Flüchtlingsgruppen aus Auffanglagern holten, sie mitten in der Nachts aufs offene Meer hinausfuhren, in Schlauchboote setzten und sie an der griechischen Seegrenze ihrem Schicksal überliessen.

Mindestens 1072 Menschen haben sich die Griechen auf diesem Weg vom Hals geschafft. Die New York Times hat mit mehreren von ihnen …

Artikel lesen
Link zum Artikel