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Labour-Chef baut Parteispitze nach Wahlschlappe in England um



epa09135178 A handout photo made available by the UK Parliament shows Labour leader Keir Starmer during Prime Ministers Questions in the House of Commons in London, Britain, 14 April 2021.  EPA/JESSICA TAYLOR/UK PARLIAMENT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Keir Starmer Bild: keystone

Nach einer herben Niederlage bei den Kommunalwahlen in England hat der Chef der britischen Labour-Partei, Keir Starmer, sein Führungsteam umgebaut. Prominentestes Opfer ist Nick Brown, der als «Chief Whip», Chef-Einpeitscher, bei wichtigen Abstimmungen für Disziplin in der Labour-Fraktion zu sorgen hatte.

Ihn ersetzt Alan Campbell. Andere Führungskräfte wurden degradiert. So ist Anneliese Dodds, die in Starmers Schattenkabinett für Finanzen zuständig war, nun «Party Chair», eine Art Generalsekretärin, wie britische Medien am Montag berichteten.

Wahldebakel im Norden Englands

Politische Kommentatoren in London sehen Starmers Position aber keineswegs gestärkt. Dass der 58-Jährige seine Stellvertreterin Angela Rayner von ihrem zweiten Amt als «Party Chair» entband, sorgte im linken Parteiflügel für so grossen Ärger, dass der Vorsitzende mit seiner Vizechefin - dieses Amt konnte ihr Starmer nicht nehmen, da sie von den Mitgliedern gewählt ist - verhandeln musste. Nun gilt Rayner in den Augen vieler Beobachter als Gewinnerin: Als neue «First Secretary of State» im Schattenkabinett hat sie ihre Position als Starmers Stellvertreterin gefestigt.

Damit wächst der Druck auf Starmer, der erst seit gut einem Jahr im Amt ist. Er hat die Verantwortung für die Wahlniederlage übernommen, sucht aber nach Ansicht von Beobachtern nun Sündenböcke. Bei den Kommunalwahlen am Donnerstag hat Labour besonders in Hochburgen in Nordengland etliche Sitze verloren, viele an die Konservative Partei von Premierminister Boris Johnson. Erstmals verlor Labour das Unterhaus-Mandat in der Stadt Hartlepool an die Tories.

Als Gründe für die Wahlschlappe gelten die Unterstützung vieler Menschen in Nordengland für Johnsons Brexit-Politik sowie das schlechte Image, das der Partei noch vom vorigen Vorsitzenden Jeremy Corbyn nachhängt, dem Antisemitismus vorgeworfen wird. Als Pluspunkt für die Tories sehen Menschen auch den Erfolg der Regierung bei der Corona-Impfkampagne. (aeg/sda/dpa)

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