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«Absolute Idioten» wollen in Turnschuhen auf Berg klettern – sie entgehen dem Tod knapp



Der Ben Nevis ist der höchste Berg von ganz Schottland und Grossbritannien. Stolze 1345 Meter hoch ist er und liegt rund 3.5 Autostunden nordwestlich von Edinburgh entfernt. Vier junge Männer fanden es eine gute Idee, den Gipfel des Berges zu erklimmen – ohne sich entsprechend auf das Abenteuer vorzubereiten. Doch der Sturm «Sabine» – oder «Ciara», wie er dort genannt wurde – machte ihnen einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Sie entgingen gemäss Stern nur knapp dem Tod.

Die dort ansässige Bergrettung konnte die Männer erfolgreich bergen und postete die Geschichte inklusive Bilder auf Facebook.

Für die erfahrenen Bergretter war besonders die Naivität der jungen Abenteurer verblüffend: Sie hatten tatsächlich vor, den Berg in Turnschuhen zu erklimmen. Auch auf eine Orientierungskarte oder wintertaugliche Ausrüstungsgegenstände wie Steigeisen oder Eispickel hatten sie gänzlich verzichtet. Der Leiter der Rettungsmannschaft, John Stevenson, fand auf Facebook klare Worte: Die Männer seien «absolute Idioten».

Weiter sagt Stevenson: «Es war reine Dummheit. Wir mussten noch nie Leute mit Turnschuhen im Winter retten.» Die Nacht, so der erfahrene Bergretter, hätten die Studenten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überlebt. Der Sturm «Sabine» hatte nämlich für einen schnellen Wetterumschwung gesorgt und sie so in Lebensgefahr gebracht.

Doch auch die Rettungsaktion war sehr gefährlich: Es herrschten Windböen mit Geschwindigkeiten von 80 km/h und eine Temperatur von minus 20 Grad. Keine idealen Bedingungen für eine Rettung. Doch die vier Männer konnten rechtzeitig geborgen werden.

Zusätzlich erschwerend bei der Rettung sei der Umstand gewesen, dass die Studenten nur sehr schlecht Englisch sprachen, weil sie nicht aus dem Vereinigten Königreich stammen. Dies sei mitunter ein Grund gewesen, weshalb die Männer zu vielen Infos «keinen Zugang» hatten.

Das Quartett zeigte Einsicht und entschuldigte sich am Tag nach der Rettung: Ihnen sei nicht bewusst gewesen, in welche Gefahr sie sich begeben. Sie bedankten sich neben Wein, Pralinen, einer Dankeskarte und einer kleinen Geldspende ausserdem ganz in schottischer Manier bei ihren Rettern – mit Whisky.

(mim)

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Grossbritannien Sturm Ciara

«Oh, shit!» – watson am windigsten Ort der Schweiz

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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joe Smith 13.02.2020 15:26
    Highlight Highlight An alle Berghelden: Im Sommer ist das ein besserer Spaziergang. Aber im Winter und bei Schneesturm sieht die Sache plötzlich ein klein wenig anders aus.
  • Enzian034 13.02.2020 14:52
    Highlight Highlight Alles noch mal gut gegangen. Darauf gönne ich mir dann heute Abend einen schönen Ben Nevis Whisky
  • I_am_Bruno 13.02.2020 12:39
    Highlight Highlight Absolute Beginner!
  • Kaspar Floigen 13.02.2020 12:36
    Highlight Highlight Bei 1300 Metern ist alles festere als Sandalen Overkill. Das nächste Mal einfach nicht während einen Sturm.
  • stevemosi 13.02.2020 12:16
    Highlight Highlight 1345 M.ü.M - oder wie wir sagen: es hügeli
  • Kloddz 13.02.2020 09:47
    Highlight Highlight Dass sie sehr schlecht Englisch sprachen, liegt auch vielleicht einfach nur daran dass es Schotten sind :-D

    (j/k, ich liebe den Klang des schottischen Dialekts!)
    • Amateurschreiber 13.02.2020 15:06
      Highlight Highlight Falls ich mal richtig Englisch lernen müsste, dann würde ich das in Schottland machen! Warum?
      - Man könnte wunderbar Leute damit ärgern. (Im Sinne von: Etwas in einer offiziellen Sprache erklären und keiner versteht es)
      - Der Dialekt ist saucool!
  • Der Buchstabe I 13.02.2020 09:39
    Highlight Highlight Darwin approves
    Benutzer Bildabspielen
  • Beasty 13.02.2020 09:39
    Highlight Highlight Ihr lacht, aber auch der der Zürcher Hausberg Uetliberg ist nur 850 Meter hoch und von dirt müssen immer mal wieder Menschen mit der Bergrettung oder Helikopter gerettet werden. Die Höhe macht es nicht aus, eher die Topographie mit den teilweise gefährlichen Gegebenheiten. Ich möchte auch auf dem Uetliberg nicht in Turnschuhen und mangelnder Ausrüstung in einem Schneesturm feststecken über Nacht.
  • what's on? 13.02.2020 09:08
    Highlight Highlight Das ist in etwa so blöd, wie wenn man mit Kopfhörern über den Zebrastreifen läuft, ohne zu schauen, ob ein Auto kommt. Nur ist dann der Autofahrer Schuld, wenn etwas passiert.
  • Heini Hemmi 13.02.2020 08:39
    Highlight Highlight Klar, ich nehme auch immer Steigeisen mit auf den Etzel.
    😂😂😂
    • esclarmonde 13.02.2020 16:21
      Highlight Highlight Demnach noch nie in der schottischen Bergwelt unterwegs gewesen? Sie gehören zu den unterschätzten Landschaften.
    • Mia_san_mia 13.02.2020 16:47
      Highlight Highlight Wenn Du über das Strickli gehst, brauchst Du die schon 😜
  • cheko 13.02.2020 08:30
  • Fernrohr 13.02.2020 07:54
    Highlight Highlight Statt gerettet könnte man auch sagen, man hat sie um den Darwin-Preis gebracht!
  • ingmarbergman 13.02.2020 07:14
    Highlight Highlight 1300m ? Also die Jurakette an der ich aufgewachsen bin ist höher. Da würde ich jetzt auch keine Wanderschuhe anziehen.

    Die Dummheit war eher, beim Sturm die Idee zu haben, nach draussen zu gehen.
    • Nick Name 13.02.2020 09:38
      Highlight Highlight Die Jurakette beginnt auch nicht auf 0 M.ü.M., liegt nicht auf Breitengrad 56.8 und nicht in der Nähe der Nordatlantikküste.
    • ReziprokparasitischerSymbiont 13.02.2020 15:23
      Highlight Highlight Die Höhe sagt wenig über die alpinistischen Ansprüche eines Berges aus. Auch im Jura gibt es anspruchsvolle Klettereien, die mit Wanderschuhen nicht zu meistern sind, und schon gar nicht mit Turnschuhen.
  • DerHans 13.02.2020 06:53
    Highlight Highlight Lächerlich, für 1300m.ü.M tauscht der Schweizer nicht mal seine Birkenstock durch Turnschuhe aus.😉
    Die Jungs hatten nochmals Glück und haben sich auch angemessen dafür bedankt.
    • esclarmonde 13.02.2020 16:25
      Highlight Highlight Der Berg beginnt au 0 Meter Höhe, liegt sehr nördlich und in Atlantiknähe. Du kannst es gerne ausprobieren gehen.
      Wenn du nicht soweit reisen magst: Übe an einem regnerischen, nebligen Tag am Napf. Könnte erfahrungsreich werden.
  • Grillmeatsbeer 13.02.2020 06:46
    Highlight Highlight Ist doch leider Normal, habe letze Woche eine Wanderung gemacht wo im Schnitt jeden Tag in der Hauptsaison 2 Personen gerettet werden müssen.
  • Freddie Quecksilber 13.02.2020 06:36
    Highlight Highlight Das Ding hat je einen Wanderweg nach oben. Wieso sollte ich danneinen Eispickel und ein Steigeeisen mitnehmen
    • wilhelmsson 13.02.2020 09:59
      Highlight Highlight Steigeisen und Pickel sind auf der einfachsten Route vielleicht übertrieben, aber der Wanderwegbringt im Winter nichts.
  • Graf von und zu Trautmannsdorff 13.02.2020 06:14
    Highlight Highlight Bei Wind und Wetter fahrlässig, Ok. Aber wer da schon mal oben war, weiss, dass der Weg nach oben ein Trottoir ist. Klrttern ist nicht nötig, einen Eispickel brauchts auch nicht.
    • Fernrohr 13.02.2020 08:00
      Highlight Highlight Was hat ein Klimaforscher kürzlich so treffend gesagt? Es gibt nicht nur Klimaleugner, es gibt auch Wetterleugner. Wer bei Unwettern in Orkanstärke im Wald oder auf Anhöhen spazieren geht, ist einfach nur dumm 🥴
    • Fiesekatzekratzetatze 13.02.2020 08:32
      Highlight Highlight Du warst bestimmt auf der Normalroute unterwegs. Da gibts aber auch andere, welche im Winter nur mit Kletterausrüstung zu begehen sind. Wenn man da bei Wind und Wetter zu Beginn von der Normalroute abkommt landet man schnell in einem der Gullys
    • esclarmonde 13.02.2020 16:27
      Highlight Highlight Der Ben Nevis ist ein beliebter Wintterkletterberg mit etlichen Herausforderungen. Trottoir sieht anders aus.
  • lilie 13.02.2020 06:04
    Highlight Highlight Ja, nicht gerade schlau, in Turnschuhe im Schnee herumzuklettern. 🙄

    Aber: Es war nicht -20 Grad, sondern "nur" gefühlte -20 Grad ("wind chill factor"). Kein Wunder bei dem Sturm.

    Aber trotzdem noch ein bisschen hämische Schweizer Überheblichkeit am Rande: Die haben in Schottland eine "Bergrettung", wenn der höchste Berg gerade mal 1345 m hoch ist? Ein bisschen lachen darf ich da schon, oder? 😁😉
    • PeteZahad 13.02.2020 06:31
      Highlight Highlight Es braucht auch nicht -20 Grad um zu erfrieren, insbesondere wenn sie auf ihrem Ausflug noch ordentlich getrunken hatten, reichen auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt aus, um zu erfrieren. Unter Alkohol kann zudem ein Phänomen auftreten, dessen Name mir gerade nicht einfällt - dieses führt dazu dass man heiss statt kalt hat und dann z.B. die Jacke auszieht was den Vorgang beschleunigt.
    • Le French 13.02.2020 06:45
      Highlight Highlight Ich musste zuerst auch schmunzeln. Man muss aber sehen, dass man dort auf Meereshöhe losläuft und nicht wie bei uns zBsp auf 400 Meter, wenn man die Rigi besteigen will. Sind etwa gleich viele Höhenmeter zu bewältigen. Von daher macht dort eine Bergrettung doch durchaus Sinn.
    • Längwilig 13.02.2020 06:57
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt belächle ich diejenigen auch gerne, die solche Höger als Berg bezeichnen.
      Fakt ist aber, dass je nach Gelände und Klima halt schon auf dieser Höhe anspruchsvolle Bedingungen herrschen können. Wenn ich mich recht erinnere, sind vor ein oder zwei Jahren sogar erfahrene Alpinisten in einer Lawine an ebendiesem Berg umgekommen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • urs3 13.02.2020 05:43
    Highlight Highlight Na wenigsten hatten sie den Anstand, sich ordentlich zubedanken.
    • Le French 13.02.2020 06:28
      Highlight Highlight Habe ich auch gedacht. Fehler passieren. Wie man nach einem Fehler reagiert, ist entscheidend.
  • Spooky 13.02.2020 05:34
    Highlight Highlight Ach, diese Jungen! 👽
  • Team Insomnia 13.02.2020 05:06
    Highlight Highlight Erstaunt mich gar nicht. Absolute VollidiotInnen laufen mir täglich über den Weg. Von Sprache und Anstand keine Ahnung, darum wohl auch in Trainerhosen unterwegs auf den Berggipfel😂.
    • lilie 13.02.2020 06:14
      Highlight Highlight @Tesm: Die Jungs haben sich aber sehr anständig bedankt, da kannst du ihnen keinen Vorwurf machen.
    • zenbuddha 13.02.2020 08:59
      Highlight Highlight Am meisten gehen mir die Idioten auf den Sack, die immer gleich alle anderen als Idioten bezeichnen und gleichzeitig von Anstand schwafeln.
  • Scarrus 13.02.2020 04:55
    Highlight Highlight WTF

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