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Freddy McConnell möchte nicht als Mutter seines Kindes gelten. screenshot: youtube/sky news

Trans-Mann gebärt Kind und will dann nicht Mutter, sondern Vater sein

Er ist der erste bekannte Transgender-Mann in Grossbritannien, der ein Kind zur Welt gebracht hat. Gemäss Geburtsurkunde gilt der Mann als Mutter des Kindes - er würde jedoch lieber dessen Vater sein.



Freddy McConnell wurde als Frau geboren. Nach der Geburt seines Kindes im Jahr 2018 entscheid er sich aber dazu, sein Geschlecht legal zu ändern - er wollte von nun an als Mann leben. Zusätzlich will er von da an nicht mehr als Mutter für sein Kind gelten, sondern als Vater.

Bereits im September berichtete Sky News über den Fall, doch nun wurde vom obersten Gerichtshof eine Entscheidung getroffen.

Sein Wunsch wurde nicht erfüllt

Auf seine Bitte, als Vater zu gelten, antwortete das General Register Office, welches für die Verwaltung von Geburten und Todesfälle in England und Wales zuständig ist, dass ein neues Gesetz des Parlaments erforderlich sei, um seine Rolle als Elternteil selbst ändern zu können.

McConnell fühlte sich gemäss Sky News nicht ernst genommen und sieht dies als Verletzung seiner Rechte als Mensch. Sie würden ihn zwingen, als Mutter seines Kindes zu gelten, wo er doch offensichtlich dessen Vater sei. Er leitete daraufhin rechtliche Schritte gegen das General Register Office ein.

Sir Andrew McFarlane, Präsident der Familienabteilung des High Court, sagte, dass Menschen, die gebären, legal die Mutter ihres Kindes seien, unabhängig von ihrem Geschlecht, und fügte hinzu, dass es einen «wesentlichen Unterschied zwischen dem Geschlecht einer Person und ihrem Status als Elternteil gebe».

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McConnell zog den Fall an den obersten Gerichtshof. screenshot: youtube/sky news

«Wir haben zum Beispiel keine Ahnung, ob alle Transmänner die Verwendung des Wortes ‹Mutter› ablehnen, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben»

Kommentar des obersten Gerichtshofs in England und Wales

Das Urteil des Gerichtshof war nicht im Sinne von McConnell

Daraufhin zog McConnell den Fall an den obersten Gerichtshof. Das Urteil war ernüchternd: Sie bestätigten das ursprüngliche Urteil des High Court. Nach dem Gerichtshof lägen für diesen Fall zu wenige Beweise vor, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Das Parlament könne Lobbyarbeit leisten und so die Information von möglichst vielen Menschen, die davon betroffen sind, einholen und somit eine Reform erwirken.

«Wir haben zum Beispiel keine Ahnung, ob alle Transmänner die Verwendung des Wortes ‹Mutter› ablehnen, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben», sagten sie. «Darüber hinaus haben wir keine Beweise dafür, wie sich andere Mitglieder der Gesellschaft fühlen würden, wenn sie in der Geburtsurkunde ihres Kindes nicht mehr als Mutter oder Vater, sondern einfach als ‹Elternteil 1› und ‹Elternteil 2› bezeichnet werden würden.»

Aus der Sicht der Richter sei dies ein «ungeeigneter Fall für eine gerichtliche Entscheidung» und übergab die Verantwortung somit ans Parlament.

(cki)

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