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Britischer Premier Johnson bietet Hongkongern persönlich die Einbürgerung an



epa08450678 British Prime Minister Boris Johnson takes part during the 'Clap for our Carers' campaign in support of Britain's National Health Service (NHS) in 10 Downing Street, Central London, Britain, 28 May 2020. People all over Britain stepped out of their homes and to the streets to take part in Clap For Our Carers initiative started by Annemarie Plas, and give a round of applause for key workers, particularly NHS staff on the frontline treating patients with coronavirus.  EPA/WILL OLIVER

Boris Johnson Bild: keystone

Im Streit um das geplante Sicherheitsgesetz Chinas für Hongkong hat der britische Premierminister Boris Johnson einem grossen Teil der Bevölkerung der chinesischen Sonderverwaltungsregion die Einbürgerung in Grossbritannien in Aussicht gestellt.

In einem Gastbeitrag in der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» vom Mittwoch schrieb Johnson, falls China das Gesetz verabschieden sollte, hätte Grossbritannien «keine andere Wahl», als sein Einwanderungsgesetz weitreichend zu ändern.

Den heute 350 000 Hongkonger Besitzern eines Passes von britischen Bürgern im Ausland (BNO), auf den weitere 2.5 Millionen einen Anspruch hätten, könne der Weg zur Einbürgerung freigemacht werden. Statt bisher sechs könnten ihnen künftig zwölf Monate Aufenthalt in Grossbritannien gewährt werden - mit der Möglichkeit einer Erneuerung. Auch sollten sie Arbeitserlaubnis und erweiterte Einwanderungsrechte bekommen, womit sie auf den Weg zur Staatsbürgerschaft gelangten.

Bilder des Protestes in Hongkong vom Sonntag, 16. Juni 2019:

China hatte die Überlegungen bereits scharf kritisiert und mit «Gegenmassnahmen» gedroht. «Alle Landsleute, die in Hongkong wohnen, sind chinesische Staatsbürger», hatte ein Aussenamtssprecher betont. Der britische Premier argumentierte hingegen, das Sicherheitsgesetz würde die bei der Rückgabe der britischen Kronkolonie 1997 an China garantierten Freiheiten einschränken und die Autonomie aushöhlen.

«Wenn China damit voranschreitet, wäre es ein direkter Verstoss gegen die Gemeinsame Erklärung, ein rechtlich bindender Vertrag, der bei den Vereinten Nationen registriert ist», sagte Johnson zu der Vereinbarung für die Rückgabe. Darin heisst es, dass nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» das soziale und wirtschaftliche System in Hongkong unangetastet bleibe - wie auch der Lebensstil und wesentliche Rechte und Freiheiten der sieben Millionen Hongkonger.

Angesichts der seit vergangenem Sommer anhaltenden Proteste in Hongkong hatte der Volkskongress in Peking am Donnerstag die Pläne für das Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit gebilligt und den Ständigen Ausschuss des Parlaments mit dessen Erlass beauftragt. Das Gesetz umgeht Hongkongs Parlament. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die Peking als subversiv oder separatistisch ansieht. Auch wendet es sich gegen ausländische Einmischung. Die prodemokratischen Kräfte in Hongkong fürchten, dass sie zum Ziel werden. (aeg/sda/dpa)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • giandalf the grey 03.06.2020 14:51
    Highlight Highlight Der Johnson macht ja gar nicht nur Chabis? Wäre schön wären auch andere europäische Regierende mutig genug um Pingpong, Vladi und Donnie mal hin und wieder gepflegt auf den Schlips zu treten.
  • Eiswalzer 03.06.2020 14:23
    Highlight Highlight Da kann ich Johnson für einmal nur unterstützen...
  • IZO 03.06.2020 13:34
    Highlight Highlight Puh 😥 natürlich profitiert Johnson von den gut Ausgebildeten HKs. Aber sehe ich das richtig; Johnson macht mal was richtig? 😮
    • lilie 03.06.2020 18:12
      Highlight Highlight @IZO: Genau meine Reaktion. 😅

      In der heutigen Zwit reibt man sich genauso verwundert die Augen, wenn mal was (hoffentlich) Gutes passiert, wie wenn der nächste Schicksalschlag über die Menschheit hereinbricht... 😳
  • homo sapiens melior 03.06.2020 12:43
    Highlight Highlight Johnson ist doch jetzt nicht plötzlich nett, menschlich und sozial geworden? Was treibt ihn da an?
    Für die Leute, die sich damit aus Hongkong retten können, freu ich mich aber. Vorausgesetzt, es wird tatsächlich was. Denn zwischen Sagen und Tun klaffen ja oftmals unüberbrückbare Distanzen.
  • Jawolaufensiedenn 03.06.2020 10:40
    Highlight Highlight Den Boris Trump und den Donald Johnson kann man eigentlich synonym verwenden, aber seine Idee, der Einbürgerung der Hongkonger ist genial.
    Die Chinesen wären angeschmiert, wenn alle gut Ausgebildeten, zum Beispiel aus dem it-Bereich, jederzeit ausreisen könnten
    • Borki 03.06.2020 16:07
      Highlight Highlight Trump und Johnson gleich zu setzen, fand ich noch nie gut. Johnson ist ein Rechts-Populist mit ungehobelten Manieren. Trump kann man ohne rot zu werden als Faschist bezeichnen. Da liegt dann doch noch ein grosser Unterschied...
    • Jawolaufensiedenn 03.06.2020 18:39
      Highlight Highlight Boris scheint mir durchaus noch entwicklungsfähig! Da ist noch einiges drin! 😁Im übrigen habe ich die beiden Herren nich gleichgesetzt, sondern stelle unangenehme Gemeinsamkeiten fest. Vor allem charakterlich: beide neigen dazu zu kneifen, wenn’s ernst wird oder anderen die eigene schuld zuzuweisen oder falsche Versprechungen zu machen und ungefähr 1000 andere Charaktermängel.
      Orrrrderrrr!

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