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epa08604768 A handout photo made available by the Indian Ministry of Defence shows Indian Prime Minister Narendra Modi addressing the nation at Red Fort on the occasion of 74th Independence Day in New Delhi, India, 15 August 2020. The event was held on the occasion of India's Independence Day. On 15 August 2020 India marks 73 years of independence from British rule.  EPA/INDIAN MINISTRY OF DEFENCE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Narendra Modi wird für den Tabubruch in sozialen Netzwerken gelobt. Bild: keystone

Indiens Premier spricht über Damenbinden – und erntet Beifall für Tabubruch



Indiens Premierminister Narendra Modi hat ein Programm angekündigt, dank dem arme Frauen an günstige Binden kommen sollen. Er wurde für den Tabubruch zum Thema Periode in sozialen Netzwerken gelobt. «Das ist riesig – Menstruation ein Mainstream-Gesprächsthema im konservativen Indien», kommentierte ein Twitternutzer am Samstag Modis Rede.

In dem Land ist die Periode ein grosses Tabu-Thema, Frauen gelten während ihrer Blutung als unrein und sollen dann beispielsweise keine Tempel betreten oder bestimmtes Essen berühren. Dies wird von vielen Frauen befolgt, insbesondere auf dem Land.

Modi sagte in seiner Rede zum indischen Unabhängigkeitstag, die Regierung stelle 50 Millionen Damenbinden zum Preis von einer Rupie bereit (umgerechnet etwa 0.01 Cent), damit auch arme Frauen sich diese leisten können. Sie sollen in 600 Geschäften mit Artikeln für den medizinischen Bedarf erhältlich sein. Das Thema Periode ist bei vielen Indern mit Scham besetzt. So greifen beispielsweise Frauen während ihrer Tage oft auf unhygienische Alternativen zu Damenbinden zurück, durch die sie erkranken können. Verkäufer wickeln Binden für ihre Kunden oft in Zeitungspapier ein. (viw/sda/dpa)

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Prometheuspur 16.08.2020 14:56
    Highlight Highlight Sowas ist natürlich absolut und nur GUT !!!

    Trotzdem zeigt es einmal mehr auf, wie ein unfassbar rückständig und stockkonservatives DASEIN auf unserer Kugel, in noch immer viel zu vielen Gegenden als vollkommen Normal gilt. Und zwar in einer dermassen kruden Art, dass wenn in Indien ein Narendra Modi über etwas komplett normales, dass normaler nicht sein könnte und es auch noch nie jemals anders ward spricht, die halbe Welt Beifall verkündet als hätte er eine noch nie dagewesene Tat der Nächstenliebe vollbracht. Eigentlich unglaublich traurig und zeitgleich supergut.
  • Konsortin Sha'ira 16.08.2020 01:03
    Highlight Highlight Nein, das ist nicht gut, so lange wir von Einwegbinden reden. Es klingt auf den ersten Blick zwar gut, aber es wird Probleme nur verstärken. Dass er allgemein darüber redet ist gut.
    • who cares? 16.08.2020 09:58
      Highlight Highlight "Probleme verstärken"? Was für ein Problem wird hier bitte verstärkt?

      Leider sind die hygienischen Bedingungen vielerorts in Indien nicht ausreichend um Menstruationstassen und dergleichen zu nutzen.
    • Konsortin Sha'ira 16.08.2020 09:59
      Highlight Highlight Leute, wisst ihr, wie Müll in Indien entsorgt wird? Wisst ihr, dass sich Frauen diese eine Rupie pro Binde nicht werden leisten können (bei, seien wir optimistisch, sagen wir zwei Binden am Tag, sind das zehn Rupien pro Monat)? Was werden die Frauen tun? Richtig: sie werden die Binden entweder gar nicht kaufen oder mehrfach verwenden. Einwegbinden kann man aber nicht auswaschen (was bei dem unsauberen Wasser evt sogar besser ist). Dann kommt hinzu dass die meisten Einwegbinden nicht zerfallen, wenn sie in der Natur liegen. Ihr findet das gut? Ich nicht.
    • Gigle 16.08.2020 12:20
      Highlight Highlight Solang es kein Zugang zu sauberem Wasser gibt, sind Mehrwegbinden keine Alternative.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kruk 15.08.2020 23:56
    Highlight Highlight Schön wäre es könnten diese Produkte gratis bezogen werden. Überall.

    "Das Thema Periode ist bei vielen Indern mit Scham besetzt."
    ich muss zugeben, dass ich mich tatsächlich auch schon unwohl fühlte wenn ich diese Produkte für meine Frau kaufte.

    Ein weiteres Problem ist, dass in einigen Ländern Damenbinden, auch gebrauchte, von Strassenkindern aufgekocht werden und die flüssigkeit, die wegen den enthaltenen chemischen Stoffen berauschend sein soll, getrunken wird.
    Gibt es keine möglichkeit diese, auch Pampers, ohne jene Stoffe zu produzieren?
    • Nutshell 16.08.2020 00:31
      Highlight Highlight Was mich interessieren würde: Warum hast du dich unwohl gefühlt, als du Periodenprodukte für deine Frau gekauft hast?

      Ach du Scheisse, das mit den Binden auskochen wusste ich nicht. Ich habe nur mal in einer Doku gesehen, dass sich kenianische Mädchen teilweise prostituieren müssen und um vom Freier Binden gekauft zu bekommen. Ansonsten können sie zum Beispiel nicht in die Schule, da sie etwa alte Tücher verwenden und ihre Angst zu gross ist, dass sich ein sichtbarer Blutfleck bildet. Es laufen aber Aufklärungsprojekte, bei welchen jedes Mädchen auch eine Menstruationstasse erhält.
    • Zyniker haben es leichter 16.08.2020 01:39
      Highlight Highlight Nein, dieser Missbrauch eines Produktes ist nicht das Problem... Verbieten wir doch gleich Klebstoff... Und wenn wir schon dabei sind, verbieten wir doch endlich das Schwimmen, denn es ist sowohl outdoor als auch indoor umweltschädlich und es sterben jährlich Menschen, insbesondere aus Schwimmfremden Kulturen und das alles nur, weil wir das unnötigerweise vorleben... Einige hören den Schuss echt nicht.
    • Butschina 16.08.2020 03:35
      Highlight Highlight Es gäbe zum Beispiel die Menstruationstasse. Wer aber keinen Zugang zu sauberem Wasser hat sollte die Finger davon lassen und doch besser Binden nutzen. Aber die Entsorgung dieser ist oft wohl schon ein Problem. Es ist ein schwieriges Thema und mir fällt keine praktikable Lösung ein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füürtüfäli 15.08.2020 23:35
    Highlight Highlight 👏

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