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A man, wearing a mask to protect against coronavirus, attends a rally to support for potential presidential candidates in the upcoming presidential elections in Minsk, Belarus, Sunday, May 31, 2020. A human rights group in Belarus says more than 30 people have been detained amid demonstrations against authoritarian President Alexander Lukashenko running for another term. The presidential campaign is underway in Belarus despite the coronavirus outbreak after the parliament and government refused to postpone the election scheduled for August 9. (AP Photo/Sergei Grits)

Proteste gegen die Präsidentschaftswahl in Weissrussland am 9. August treiben die Menschen auf die Strasse. Bild: keystone

Interview

Weissrussland unternimmt nichts gegen das Coronavirus – so lebt es sich in Minsk

Weissrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Staatliche Massnahmen gegen das Coronavirus? Fehlanzeige. Ob das gut kommt? Wir lassen die Daten sprechen – und jemanden, der in Minsk lebt.



Saunagänge, Wodka trinken oder landwirtschaftliche Arbeit: So soll sich Weissrusslands Bevölkerung gegen das Coronavirus schützen. Mehr brauche es nicht, so der autokratische Präsident Alexander Lukaschenko.

epa08343199 Belarusian President Alexander Lukashenko (C) poses with other players after the first ice hockey match of the final series of the XIII Republican amateur competition for the prizes of the Presidential Sports Club in Minsk, Belarus, 04 April 2020. Belarus did not suspend sport games, as most of European countries did because of coronavirus COVID19 pandemic.  EPA/ANDREI POKUMEIKO / POOL

Am 4. April machte Lukaschenko (Mitte) noch an einem Eishockeyspiel mit. Das Virus sah er dort nicht. Bild: EPA

Kein Weissrusse werde an Covid-19 sterben, sagte er. Und als der Machthaber bei einem Eishockeyspiel im April selbst auf dem Eis stand, erklärte der 65-Jährige: «Es gibt hier keinen Virus. Oder sehen Sie es hier irgendwo herumfliegen? Also ich nicht.»

Mittlerweile bestreitet selbst Lukaschenkos Regierung das Virus nicht mehr. Er forderte das Gesundheitsministerium auf, das Problem zu lösen und drohte Ärzten und Beamten, dass diese «mit ihrem Kopf» für Todesfälle haften. Massnahmen wurden aber vom Staat keine getroffen.

Die Fallzahlen der gemeldeten Neuinfektionen bewegten sich in Weissrussland tatsächlich lange auf tiefem Niveau. Doch seit Ende April nehmen sie zu – wenn auch mit einem kleinen Unterschied zu anderen Nationen: Während die Epidemie in den meisten Ländern so verläuft, dass die täglichen Fälle erst zunehmen und dann wieder abnehmen, verzeichnet Weissrussland keine solche Kurve.

Lukaschenko löst Regierung auf

Machthaber Alexander Lukaschenko greift vor den Wahlen am 9. August durch: Er entlässt seine Regierung und bringt seinen Hauptkonkurrenten in Haft. Der Staatschef entliess das Kabinett unter Rumas am Mittwoch, weil es zu wenig gegen die Wirtschaftsprobleme des osteuropäischen Landes in der Corona-Krise unternommen habe. Die Opposition forderte wegen der Pandemie eine Verschiebung der Wahl, Lukaschenko lehnte dies jedoch ab. (fox/sda)

Die Anzahl neuer Fälle stagniert seit Mai täglich bei knapp unter 1000. Berichte von falschen Zahlen machten schon mehrfach die Runde. Die WHO weist folgende Daten aus:

Tägliche Neuinfektionen in Weissrussland:

Bild

Der Ausschlag am 21. April hängt damit zusammen, dass die WHO davor während zwei Tagen keine Meldung erhielt. Verteilt man die gemeldeten Fälle auf die drei Tage, gleicht sich das wieder aus.

Mittlerweile ist Weissrussland mit seinen knapp 10 Millionen Einwohnern bei rund 44'000 bei der WHO gemeldeten Fällen angelangt. In Europa verzeichnen nur Russland und Grossbritannien täglich mehr Neu-Infektionen und damit eine steilere Zunahme (allerdings bei deutlich mehr Einwohnern).

Bei der WHO gemeldete Corona-Fälle in Weissrussland:

Bild

Und wenn wir die Anzahl Fälle ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzen, steht Weissrussland mit 467 Fällen pro 100'000 Einwohner gut zwei Monate nach dem 100. Fall neu gar an der Spitze. In Spanien und der Schweiz verbreitete sich das Virus zwar erst schneller, die Kurven flachten dann aber deutlich ab, was bei Weissrussland noch weit entfernt scheint:

Corona Data: Fälle pro 100'000 pro Land

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Wie lebt es sich in einem Land, das keine staatlichen Massnahmen gegen das Coronavirus erlassen hat? Wir erreichen Andrej* in Minsk am Telefon. Er lebt seit Jahren in der Hauptstadt und hat einen Bürojob.

Andrej, wie läuft das Leben in Minsk?
Andrej:
Eigentlich ziemlich normal. Vor allem seit Mai wieder.

Was geschah?
Wir haben ja vom Staat keine Einschränkungen erhalten. Im April begannen dann viele selbst für Social Distancing zu sorgen. Einige Unternehmen erliessen Regeln oder schlossen. Aber seit Mai kehrt mehr und mehr das normale Leben zurück.

epa08454179 Members of military historical clubs dressed in Nazi and Soviet Army World War II-era uniforms, perform in a reenactment show of a WWII battle at the Open air museum 'Stalin's line' in the village of Goroshki, some 30 kilometers from Minsk, Belarus, 30 May 2020, during celebrations on the occasion of 'Border Guards Day' in Belarus.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

In der Stadt Gorshki, rund 30 Kilometer von Minsk entfernt, stellten Schauspieler in einem Openair-Museum im Rahmen des «Tages der Grenzsoldaten» Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg nach. Bild: keystone

Wieso?
Ich glaube, man orientiert sich vor allem am Ausland, wo viele Länder Europas das Gröbste überstanden haben. Und natürlich geht es auch um die Wirtschaft. Viele können es sich einfach nicht leisten, geschlossen zu bleiben.

Präsident Alexander Lukaschenko spottete erst über das Virus, danach gestand er ein, dass es zumindest «existiert». Wie erlebst du Lukaschenko während der Krise?
Ich möchte mich nicht über die Politik äussern. Ich weiss, das Interview ist anonym, aber ich äussere mich nicht öffentlich über ihn.

Fest steht aber: Weissrussland gab keine staatlichen Massnahmen gegen das Coronavirus vor.
Genau, staatlich gab es keine Restriktionen. Doch wie gesagt: Die Einwohner handelten danach selbst. Einige Restaurants verkürzten ihre Öffnungszeiten, es wird mehr Essen nach Hause bestellt, die Menschen bleiben Zuhause, der öffentliche Verkehr wird weniger benutzt, all diese Dinge legten viele von uns sich selbst auf. Zumindest während einer kurzen Zeit.

Am 9. Mai liess Lukaschenko die Parade zum 75. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland durchführen – ohne irgendwelche Massnahmen. Wie war das?
Ich wohne da ziemlich in der Nähe und sah die Parade von zuhause aus. Die Tribünen waren voll wie immer, aber ansonsten hatte es deutlich weniger Leute vor Ort. Wie gesagt: Die Menschen schützten sich selbst.

A column of Belarus Army tanks drive during the Victory Day military parade that marked the 75th anniversary of the allied victory over Nazi Germany, in Minsk, Belarus, Saturday, May 9, 2020. Belarus remains one of the few countries that hadn't imposed a lockdown or restricted public events despite recommendations of the World Health Organization. (AP Photo/Sergei Grits)

Die Parade zum 75. Jubiläum des Sieges über Nazi-Deutschland fand in Minsk vor tausenden Zuschauern statt. Bild: AP

Ich las, dass die Schulen geschlossen blieben.
Ja genau, das Bildungsdepartement hat die Frühlingsferien um drei Wochen verlängert. Zumindest hier in Minsk. Mittlerweile gehen die Kinder aber wieder zur Schule. Aber wenn die Eltern dies nicht wollen, können sie die Kinder noch zuhause behalten, wie mir Freunde mit Kindern sagten.

Wie sieht es in deinem Büro aus?
Unser Chef hat selbst Massnahmen ergriffen. Wir arbeiten noch immer mehrheitlich im Home Office. Zwischendurch muss ich für bestimmte Arbeiten ins Büro. Allerdings wohne ich nahe genug, dass ich zu Fuss gehen kann und den ÖV nicht benutzen muss.

Belarusian soldiers perform during the Victory Day military parade that marked the 75th anniversary of the allied victory over Nazi Germany, in Minsk, Belarus, Saturday, May 9, 2020. Belarus remains one of the few countries that hadn't imposed a lockdown or restricted public events despite recommendations of the World Health Organization. (AP Photo/Sergei Grits)

Die Parade am 9. Mai in Gedenken an den Sieg gegen Nazi-Deutschland. Bild: AP

Trägst du eine Maske?
Ja, in der Öffentlichkeit schon. Ich merke allerdings, wie die Leute mich deswegen in den letzten Tagen wieder eher anstarrten im Sinn von: Warum machst du das?

Nehmen wir an, du stellst Symptome fest und willst dich auf Covid-19 testen lassen. Ist das möglich?
Grundsätzlich schon. Allerdings musst du beim Arzt dazu viele Fragen beantworten. Es ist nicht ganz einfach, wie ich gehört habe.

Und was passiert bei einem positiven Fall?
Bei uns im Büro müsste sich diese Person isolieren und die nächsten Kontakte ebenfalls. Es gibt auch eine Art Contact Tracing. Aber wie gesagt, das ist nicht überall so.​

Für Aufsehen sorgte bei uns auch, dass die weissrussische Fussball-Liga den Betrieb nicht eingestellt hat und noch läuft.
Das ist so. Allerdings sind deutlich weniger Fans im Stadion als normal.

FILE In this file photo taken on Friday, March 27, 2020, fans of Torpedo Zhodino cheer during the Belarus Championship soccer match between Torpedo-BelAZ Zhodino and Belshina Bobruisk in the town of Zhodino, Belarus. Soccer fans from two clubs in Belarus say they will stop going to games because of the coronavirus. Belarus is the only nation in Europe still hosting professional soccer games with fans in the stadium.The new coronavirus causes mild or moderate symptoms for most people, but for some, especially older adults and people with existing health problems, it can cause more severe illness or death. (AP Photo/Sergei Grits, File)

Während Europas Ligen weitestgehend still standen, ging Fussball in Weissrussland weiter, wie hier am 27. März. Allerdings besuchten deutlich weniger Fans die Stadien. Bild: AP

Du hast es schon erwähnt, mit ein Grund dafür, dass die Restriktionen vom Staat ausblieben, ist die Wirtschaft. Warum?
Der Wirtschaft in Weissrussland geht es allgemein nicht gut. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit ist gross. Das hängt alles zusammen. In Weissrussland ist der landwirtschaftliche Sektor sehr gross, die Bauern mussten sowieso weiterarbeiten. Wir sind Russlands Kornkammer.

Die Grenze blieb auch immer offen.
Ja, nach Weissrussland kann man einreisen. Aber da die Nachbarländer alle die Grenzen schlossen, konnte trotzdem praktisch niemand aus dem Land. Ich kenne viele Menschen in Russland und reise da normalerweise immer mal wieder hin. Das konnte ich jetzt nicht.

Wie glaubst du, dass es in Weissrussland mit dem Virus weitergeht?
Schwierig zu sagen. Die täglich neuen Fälle bleiben relativ konstant. Ich hoffe, sie nehmen bald ab. Ich bin nicht sehr besorgt. Wenn ich auf die Zahlen aus anderen Ländern schaue, sieht die Entwicklung da meist gut aus.

*Name geändert. In Weissrussland fürchten sich viele vor der Regierung.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rick Khan 06.06.2020 16:07
    Highlight Highlight Hoffen wir das Weissrussland dies gut übersteht. Mir gefällt auch das der Interview Partner aus Minsk sich nicht auf ein Bashing gegen seinen Präsidenten einliess, dies zeigt Charakter.
    Ende Jahr werden wir wissen wie gut es jedes Land gemacht hat.
    • Juliet Bravo 06.06.2020 22:46
      Highlight Highlight „dies zeigt Charakter“ - für mich zeigt es eher, dass er Angst hat, seine Meinung zu sagen.
  • stadtzuercher 05.06.2020 20:22
    Highlight Highlight Das schwedische Modell, what else.
  • Masche 05.06.2020 17:30
    Highlight Highlight Merkwürdig, die gleichen, die von Einschränkung der Grundrechte und Diktatur schreiben, jubeln einem der grössten Diktatoren zu!?
  • Magnum 05.06.2020 16:13
    Highlight Highlight Die Gefahr lange herunterspielen.
    Selbst keine Massnahmen ergreifen.
    Selbst keine Verantwortung übernehmen.
    Aber Sündenböcke suchen.
    Und Ärzten mit persönlichen Konsequenzen drohen, wenn doch jemand in Weissrussland an Covid-19 sterben sollten.

    Bis auf die Drohung an die Adresse der Ärzte hat Lukaschenko sich gleich falsch verhalten wie Trump, Bojo, Bolsonaro und Duterte. Alphamännchen auf dem Holzweg. Wenn sie dadurch nur bescheidener würden...
  • Heb dä Latz! 05.06.2020 15:59
    Highlight Highlight Wieso trägt dieser Lutschatschenko eine Spaghettipfanne auf dem Kopf, ich verstehe das nicht.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 05.06.2020 15:36
    Highlight Highlight Falls Hendrick Streck und weitere Virulogen Recht haben, zum Glück aktuell auch nicht weiter tragisch.
    Benutzer Bild
  • Clank 05.06.2020 15:13
    Highlight Highlight 3. Die relevantesten Kriterien blendet ihr komplett aus. Ihr habt z.B. hier kein Wort darüber verloren, wie überlastet das Gesundheitssystem ist. Dabei ist doch das Hauptziel der Massnahmen. Auch über die wirtschaftliche Lage redet ihr nicht oder den Immunisierungsgrad der Bevölkerung. Solange ihr das Problem allein auf «wer hat weniger Fälle» reduziert, gewinnt logischerweise das strikteste Land (obwohl auch das nicht Fall ist, siehe Spanien oder Belgien). Mit den neuen Problemen, die durch strikte Massnahmen überhaupt erst entstehen, befasst ihr euch auch nicht. [Teil 3]
    • lilie 05.06.2020 16:07
      Highlight Highlight @Clank: Ein bisschen mehr Info wäre wirklich hilfreich gewesen. Guck ganz unten, ich hab zwei Artikel verlinkt, die etwas Hintergrundinfo geben. Ein Hauptproblem scheint zu sein, dass Gesundheitspersonal nicht mit Journalisten sprechen darf. Wenn man bedenkt, dass Andrj schon in einem anonymen Interview keine Aussage zur Regierung machen will, dann stell ichs mir schwer vor, jemanden zu finden, der Klartext über die Situation in den Spitälern spricht.
  • Fakten 05.06.2020 14:15
    Highlight Highlight Regierung von Schweden und Weissrussland > Berset
    • Neruda 05.06.2020 15:37
      Highlight Highlight Hättest auch gern einen Lukaschenko, gell. Und wenn du dann eine seiner anderen politischen Massnahmen kritisiert jubelst du ihm vom Knast aus zu.
  • De-Saint-Ex 05.06.2020 14:00
    Highlight Highlight Schon erschreckend, wieviel Möchtegern- und echte Diktatoren gemein haben. Das Wohl „ihrer“ Bevölkerung geht ihnen völlig am A**** vorbei.
    Die Weissrussen (jene die nicht zum Clan des Diktators zählen) können einem nur leid tun. Dort hilft wohl wirklich nur Vodka, nicht gegen Corona, aber um zu vergessen, wo man lebt...
  • elco 05.06.2020 13:58
    Highlight Highlight Es geht also auch ohne Panik.
    • aleinaD 05.06.2020 15:15
      Highlight Highlight Panik?? Hattest Du zu irgendeinem Zeitpunkt Panik?
    • lilie 05.06.2020 16:08
      Highlight Highlight @elco: Luschenko handelt aus reiner Angst, dass das bisschen Wirtschaft, das in Weissland noch da ist, vor die Hunde geht.

      Von wegen keine Panik...
    • Masche 05.06.2020 17:25
      Highlight Highlight @elco: Ohne Grundrechte geht alles.
  • Leary Bants 05.06.2020 13:19
    Highlight Highlight ....uuuund wie viele todesfälle im zusammenhang mit covid 19 gibts in weissrussland?
    • lilie 05.06.2020 13:33
      Highlight Highlight @Leary: Gemäss Worldometer 259. Aber wie gesagt, es ist sehr undurchsichtig. Spitalmitarbeiter dürfen nicht mit Journalisten reden, und Journalisten kriegen auch sonst kaum zuverlässige Infos.
    • Nothingtodisplay 05.06.2020 16:01
      Highlight Highlight Somit 130 COVID-19 Tote und 129 Tote Ärzte/Mediziner...

      Den einen Mediziner suchen sie noch, der den 130. COVID-19 Petienten sterben liess 🙄😬
    • Magnum 05.06.2020 16:16
      Highlight Highlight Laut der interaktiven Karte der Johns Hopkins University zählt Weissrussland aktuell 248 Tote mehr, als Lukaschenko versprochen hatte. Zudem haben sich mehr als 45'000 Weissrussinnen und Weissrussen als ungehorsam erwiesen, da sie sich angesteckt haben.

      Wo die Welt zu Wille und Wahn mutiert, wird nie ein schöner Anblick geboten. Realitätsverweigerung ist kein Ansatz zur Problemlösung. Erst recht nicht in einer Pandemie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 05.06.2020 13:18
    Highlight Highlight Danke für den Bericht aus Weissrussland. Dass die Zahlen nicht stimmen können, sieht man allein schon daran, dass es fast keine Schwankungen gibt.

    Regierungskritische Aktivisten versuchen, die Leute aufzuklären, und immerhin müssen Einreisende in Quarantäne:

    https://m.dw.com/de/warum-weißrussland-keine-harten-maßnahmen-gegen-das-coronavirus-ergreift/a-52983971

    Die Lage ist allerdings kaum zu beurteilen, da Spitalmitarbeiter auch einen Maulkorb verpasst bekommen haben:

    https://www.merkur.de/politik/corona-weissrussland-europa-lukaschenko-belarus-grenzen-eu-wodka-reaktion-zr-13641266.html

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