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epaselect epa07692558 Ash rises into the sky after a volcano eruption on a small island of Stromboli, Italy, 03 July 2019. According to reports, the island of Stromboli was hit by a set of violent volcano eruptions spurring beach tourists to take into the sea. Two new lava spouts are creeping down the volcano.  EPA/MARIO CALABRESI / TWITTER   EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Dichte Rauchwolken über dem Stromboli am Mittwochnachmittag. Bild: EPA

Ein Toter und ein Verletzter bei Explosion des Strombolis



Ein heftiger Ausbruch des Vulkans Stromboli in Italien hat Touristen und Einwohnern Angst und Schrecken eingejagt und einen Menschen das Leben gekostet. Ein Ausflügler sei gestorben, als er am Mittwoch an dem Vulkan auf der gleichnamigen Insel unterwegs war.

Wie die Feuerwehr erklärte, wurde sein Begleiter leicht verletzt. Der Tote stamme aus Sizilien, sein Begleiter aus Südamerika, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Lipari, Marco Giorgianni. Nach mehreren Explosionen stiegen am Mittwoch Aschewolken und eine riesige Rauchsäule auf und verdunkelten die Insel, die zu Sizilien gehört.

Die Menschen seien in grosser Angst gewesen, erklärte der Feuerwehrkommandant Giuseppe Biffarella laut Ansa. Am Hang des Vulkans seien Feuer ausgebrochen und Lavabrocken seien herabgefallen. Löschflugzeuge seien im Einsatz, twitterte die Feuerwehr.

Stell dir vor, du würdest in der Haut dieser Touristen stecken:

«Ich dachte an Pompeji»

Medien berichteten, dass Menschen aus Angst ins Meer gesprungen seien. Lavagestein sei wie ein Feuerregen über die Insel gegangen. In dem Ort Ginostra hätten sich Menschen aus Angst vor den glühenden Steinen in Häusern verbarrikadiert. 70 Menschen seine von dort mit Booten in Sicherheit gebracht worden, es gebe aber keine Evakuierung der Insel. Der Zivilschutz habe ein Militär- und ein Privatschiff vor der Insel in Stellung gebracht.

epa07692553 Ash rises into the sky after a volcano eruption on a small island of Stromboli, Italy, 03 July 2019. According to reports, the island of Stromboli was hit by a set of violent volcano eruptions spurring beach tourists to take into the sea. Two new lava spouts are creeping down the volcano.  EPA/BARTOLINO LEONE

Die Rauchwolke ist von den benachbarten Inseln deutlich zu sehen. Bild: EPA

«Ich bin geschockt. Als ich die zwei Explosionen gehört habe, dachte ich an Pompeji und den Ausbruch des Vesuvs», erzählte die Touristin Elisabetta aus Neapel der Agentur ADN Kronos. «Um ich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteinen, Asche und ganz, ganz viel Rauch. Man sah nichts mehr. Der Himmel, das Meer sind schwarz geworden.»

Eine der aktivsten Vulkane Italiens

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien und bildet eine kleine Insel vor Sizilien. Nur etwa 500 Menschen wohnen permanent auf der Insel, jedoch kommen im Sommer sehr viele Touristen.

Eine Hotelmanagerin auf Stromboli berichtete der Nachrichtenagentur DPA von viel Rauch und Lavaströmen. Jedoch sei keine Panik ausgebrochen.

Der Bürgermeister von Lipari sagte der Nachrichtenagentur ADN Kronos, die Lage sei unter Kontrolle. Für die, die Stromboli verlassen wollten, gebe es einen Transport auf die benachbarte Insel Lipari, so Giorgianni.

Der gut 900 Meter hohe Stromboli liegt auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer, rund 100 Kilometer nördlich der sizilianischen Küste. Er darf nur mit Führer bis nach oben bestiegen werden.

Die beiden jetzigen Explosionen gehörten zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985, sagte Eugenio Privitera vom nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV.

Gestern seit über 2000 Jahren in Bewegung

Seit mehr als 2000 Jahren gerät das Gestein unter dem Liparischen Archipel, zu dem Stromboli gehört, in regelmässigen Abständen in Bewegung. Kleinere Eruptionen gibt es auf der süditalienischen Insel im Rhythmus von etwa zehn Minuten. Sie sind aber meist nicht wuchtig.

Ein grosser Ausbruch des Stromboli ereignete sich am 29. Dezember 2002. Damals rutschte ein Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Wie durch ein Wunder wurden dabei nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden liessen Stromboli für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen grossen Ausbruch. (sda/dpa)

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