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Flut von Anzeigen nach neuem Gesetz zu sexueller Gewalt in Italien



ABD0005_20141120 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA0023 VOM 20.11.2014 - Illustration zur Thema Gewalt gegen Frauen, aufgenommen am 25. April 2007 (gestellte Aufnahme). Eine Online-Petition des Frauenbüros der Stadt Salzburg fordert eine Reform des Vergewaltigungs-Paragrafen. So soll in Zukunft das erkennbare Verweigern einer sexuelle Handlung, etwa durch ein

Bild: APA

Ein neu in Kraft getretenes Gesetz zur Beschleunigung von Ermittlungsverfahren zu Fällen sexueller Gewalt droht die Staatsanwaltschaften in Italien an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen: Seit dem Inkrafttreten der Regelung am 9. August werden in Mailand im Durchschnitt täglich 30 bis 40 Anzeigen erstattet.

In Neapel sind es 30 Anzeigen und in Rom 25, wie die Zeitung «La Repubblica» am Freitag berichtete. Nicht die Zahl der Straftaten habe zugenommen, sondern die Zahl derjenigen, die - ermutigt durch das Gesetz - zur Polizei gehen, sagte Staatsanwalt Francesco Cozzi aus Genua der Zeitung.

Der «Messaggero» zitierte einen Vertreter der Mailänder Staatsanwaltschaft mit den Worten, die Ermittler würden nun «tagein und tagaus überschwemmt mit Berichten über mutmasslichen Missbrauch, Gewalt oder Stalking».

epa07772790 Genoa public prosecutor Francesco Cozzi (R) after an official ceremony on the first anniversary of the Morandi highway bridge collapse, in Genoa, northern Italy, 14 August 2019. The motorway bridge partially collapsed on 14 August 2018, killing 43 people.  EPA/SIMONE ARVEDA

Francesco Cozzi Bild: EPA

Das als «Code Red» bekannte Gesetz schreibt vor, dass die Staatsanwälte nach einer Anzeige innerhalb von drei Tagen die mutmasslichen Opfer anhören und über das weitere Vorgehen entscheiden müssen. Befürworter loben, dass es etwa auch die Verbreitung von «Rache-Pornos» und das Verursachen dauerhafter Entstellungen unter Strafe stellt.

Die Drei-Tage-Frist für die Ermittler sei jedoch «unzumutbar», sagte die Ermittlungsrichterin Maria Monteleone aus Rom der «Repubblica». Damit bleibe nicht genug Zeit, einzelne Fälle wirklich zu untersuchen. «Wenn alles dringend wird, ist nichts mehr dringend», klagte Monteleone. Fälle von sexueller Belästigung durch Grapschen müssten nun beispielsweise mit der gleichen Dringlichkeit behandelt werden wie Kindesmissbrauch in der Familie, hiess es in der Zeitung. (aeg/sda/afp)

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