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epa07704799 A handout photo made available by German civil sea rescue organisation sea-eye shows a boat carrying migrants (L) and a rescue boat of sea-eye, in the Mediterranean Sea, 08 July 2019 (issued 09 July 2019). According to sea-eye, 44 people were rescued from a woodden boat floating in the Mediterranean between Malta and Lampedusa. The migrants were taken onboard the Alan Kurdi rescue vessel operated by sea-eye and are expected to be transferred to land by the Maltese Navy.  EPA/FABIAN HEINZ / SEA-EYE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Crew von Sea-Eyes Anfang Juli bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer. Bild: EPA

«Schlimmstes Unglück im Mittelmeer dieses Jahr»: Dutzende Tote vor Libyen geborgen



Nach der jüngsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer haben Rettungskräfte dutzende Tote geborgen. Retter vom Roten Halbmond hätten seit Donnerstagabend 62 Leichen von Migranten aus dem Wasser geholt.

Dies sagte ein Vertreter der Hilfsorganisation, Abdelmoneim Abu Sbeih, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Hilfsorganisationen befürchteten mehr als hundert Tote. Die Uno sprach vom «schlimmsten» Unglück im Mittelmeer in diesem Jahr. Die Tragödie befeuerte die Debatte um eine staatliche Seenotrettung.

Das Unglück hatte sich am Donnerstag vor der Küste der libyschen Stadt Choms ereignet. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) befürchtete mehr als 110 Tote. Die libysche Küstenwache sprach von 115 Vermissten; nach ihren Angaben wurden 145 der Schiffbrüchigen gerettet. Es war weiter unklar, wie viele Menschen insgesamt an Bord waren.

Überlebende berichtete nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen von insgesamt rund 400 Insassen, die mit drei hintereinander vertauten Holzbooten das Mittelmeer überqueren wollten.

«Unmöglich zu benennen»

Viele Leichen befänden sich noch im Wasser, sagte Sbeih vom Roten Halbmond. «Es ist unmöglich, eine Gesamtopferzahl zu nennen.» Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi bezeichnete den Fall als die «schlimmste Mittelmeertragödie dieses Jahres». Nach Angaben der libyschen Marine stammten die meisten Bootsinsassen aus Eritrea. Auch Palästinenser und Sudanesen waren demnach unter den Geretteten.

«Es ist unmöglich, eine Gesamtopferzahl zu nennen.»

Filippo Grandi, Uno-Flüchtlingskommissar

Vor dem Unglück vom Donnerstag hatten IOM und das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitgeteilt, dass seit Jahresbeginn mindestens 426 Flüchtlinge beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben gekommen seien. Erst Anfang Juli ertranken 68 Migranten, als ihr Boot vor Tunesien unterging.

In this photo taken on Sunday Feb. 18, 2018 photo, migrants and refugees' personal belongings lie on a rubber boat after being rescued by aid workers of the Spanish NGO Proactiva Open Arms, after leaving Libya trying to reach European soil, 60 miles north of Al-Khums, Libya. (AP Photo/Olmo Calvo)

Leeres Gummiboot nach einer Seenotrettung. Bild: AP/AP

Libyen ist eine zentrale Drehscheibe für Geflüchtete und Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. In dem nordafrikanischen Land herrscht jedoch Bürgerkrieg, weite Teile des Landes werden von Milizen kontrolliert.

Uno-Flüchtlingskommissar Grandi hatte in einer ersten Reaktion auf das Unglück am Donnerstag eine «Wiederaufnahme der Seenotrettung», ein Ende der «Inhaftierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen» und sichere Fluchtrouten aus Libyen gefordert. Uno-Generalsekretär Antonio Guterres forderte im Kurzbotschaftendienst Twitter «sichere und legale Routen für Migranten und Flüchtlinge».

Umgang mit Flüchtlingen umstritten

In der EU ist der Umgang mit den Bootsflüchtlingen heftig umstritten. Bei Beratungen der europäischen Aussen- sowie der Innenminister in Paris gab es am Montag erneut keine Einigung auf einen Verteilmechanismus für die Flüchtlinge.

«Alle Flüchtlinge und Migranten, die in Lagern in Libyen festgehalten werden, müssen dringend und umgehend aus diesen evakuiert werden.»

Federica Mogherini, EU-Aussenbeauftragte

Italiens Innenminister Matteo Salvini verweigerte am Freitag einem Schiff der eigenen Küstenwache mit 135 Migranten an Bord in Italien anzulegen. Zunächst müsse die EU die Verteilung der Migranten koordinieren; vorher werde kein Hafen geöffnet.

Hilfsorganisationen forderten, dass Migranten nicht nach Libyen zurückgebracht werden dürften. «Alle Flüchtlinge und Migranten, die in Lagern in Libyen festgehalten werden, müssen dringend und umgehend aus diesen evakuiert werden», erklärte die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini betonte angesichts des jüngsten Katastrophe im Mittelmeer die «eindeutige Verpflichtung» der EU, den «Kampf gegen Schlepper» und die «Kapazitäten der libyschen Küstenwache» zu verstärken. Die libyschen Behörden forderte sie zu einer Beendigung der «willkürlichen Gefangennahme von Migranten» auf. Die Einführung von Mechanismen zur «verbesserten Behandlung der von der libyschen Küstenwache Geretteten», sei dringend nötig, erklärte Mogherini. (sar/sda/afp)

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Die Flucht übers Mittelmeer

115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
sdv520
27.07.2019 01:13registriert April 2016
sollen wir alle aufnehmen, die es nach europa geschafft haben? um diese frage geht es grundlegend. kein politiker, nicht einmal ein linker, wird dazu ja sagen. die kriminellen werden natürlich wieder abgeschoben. aber in realität sieht das leider anders aus, ohne rückführungsabkommen. praktisch bleiben allzuviele hier ohne triftigen grund(politische verfolgung, krieg)
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Nino F.
27.07.2019 00:55registriert April 2017
Die Seenotrettung der europäischen Staaten wurde komplett eingestellt. Die italienische Regierung kriminalisiert private Boote, deswegen konnte an diesem Tag keines der Rettungsboote helfen.
Die Milizen aus Libyen kamen viel zu spät und ihre "Küstenwache" konnte nur noch einen Teil der Menschen retten. Die Überlebenden wurden zurück in ein Internierungslager gebracht. Dort werden Geflüchtete gefoltert und misshandelt. Die Schweizer Regierung tut so, als würde sie das nichts angehen. Aber es ist die gemeinsame Politik der europäischen Staaten, die die Menschen an der Grenze ertrinken lässt
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Joe "I beat the socialist" Biden
27.07.2019 01:30registriert July 2017
Jeder der sagt "Refugees Welcome" ist ohne Diskussion mitschuldig an diesem Ertrinken. Ihr lockt diese Menschen an und lässt sie schon bevor der Ankunft im Stich.
Macht nur Versprechen die ihr auch halten könnt.
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