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Drei Personen in Italien wegen Foltervorwürfen an Flüchtlingen festgenommen



epa04902388 Some 250 migrants rescued in the Mediterranean Sea disembark from the Italian Coast Guard ship Fiorillo in the harbor of Reggio Calabria, southern Italy, 28 August 2015. The Italian Coast Guard on Friday brought 250 rescued refugees and the bodies of four of their fellow travelers to Reggio Calabria port. The asylum seekers are of various nationalities and include 23 women, one of them pregnant, and seven minors. They had been rescued in two different operations.  EPA/MARCO COSTANTINO

Bild: EPA/ANSA

Elektroschocks, Erniedrigungen, Erpressung oder der Tod: Drei Personen sind wegen des Vorwurfs der Folter in libyschen Lagern in Italien festgenommen worden. Die Verdächtigen sollen Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land vergewaltigt, gequält oder umgebracht sowie ihre Familien erpresst haben, teilte die Polizei im sizilianischen Agrigent mit.

Erstmals werde beim Thema Migration auch der Vorwurf Folter erhoben. Die Männer sollen ein Internierungslager in Sauia westlich von Tripolis an der Küste geführt haben, das nicht der international anerkannten Regierung von Tripolis unterstand.

«Die Migranten wurden systematisch schikaniert und Gräueltaten ausgesetzt - durch wiederholte und ständige körperliche Gewalt», heisst es in der Mitteilung. Brutale Schläge mit Stöcken, Gewehrschüsse, Elektroschocks gehörten dazu.

Die Festgenommenen hätten sich unter die Flüchtlinge und Migranten auf dem italienischen Rettungsschiff «Alex» gemischt und seien dann in Sizilien in einem Aufnahmelager in Messina gefasst worden, so die Polizei. Geflüchtete auf dem Schiff hätten der Polizei Information über die mutmasslichen Täter gegeben.

«Wer nicht bezahlt hat, wurde mit Elektroschocks gefoltert. Sie haben dir Stromschläge verpasst, die dich ohnmächtig zu Boden gehen liessen. Ich habe so viele Morde mit Elektroschocks gesehen», zitierte die Polizei ein Opfer. Die Gefangenen hätten nur Meerwasser zu trinken und trockenes Brot zu essen bekommen. Einige seien verhungert. Alle Frauen seien mehrmals vergewaltigt worden.

Seit Jahren herrschen in Libyen Bürgerkrieg und Chaos. Flüchtlinge und Migranten versuchen, über das Land nach Europa zu kommen. Für viele endet diese Reise in einem Internierungslager.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte letzte Woche entsetzliche Zustände und willkürliche Internierungen in einem Lager im Westen Libyens beklagt. Dennoch unterstützt die EU die libysche Küstenwache, die die Bootsflüchtlinge wieder in das Land zurückbringt. Die EU verstösst mit dem Zurückschicken der Bootsflüchtlinge gegen mehrere Uno-Konventionen, darunter gegen die Anti-Folter-Konvention. (aeg/sda/dpa)

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