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Millionen alleinstehende Senioren: Japans Angst vor dem «einsamen Tod»



Im rasant alternden Japan wächst angesichts der andauernden Corona-Krise die Sorge über Millionen von alleinstehenden Senioren. Experten rufen zu verstärkter Hilfe für die Betreuung dieser alten Menschen auf.

epa08340658 An elderly woman wearing a face mask shops at a clothing store at Sugamo district in Tokyo, Japan, 03 April 2020. Despite the rise of infection cases, Japan's Prime Minister Shinzo Abe said it is not the time to declare state of emergency. The total number of cases accross the country is now exceeding 3000 with a higher increase especially in Tokyo and Osaka urban areas. Countries around the world are taking increased measures to stem the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease.  EPA/FRANCK ROBICHON

Rund sieben Millionen Senioren leben in Japan allein. Bild: EPA

Schätzungen zufolge leben in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt inzwischen rund sieben Millionen Senioren allein. Doch wegen der Pandemie ist es für Betreuer oft nicht möglich, die Senioren zuhause aufzusuchen und sich in direkten Gesprächen nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies schüre die Sorge, dass mehr alte Menschen einen einsamen Tod sterben, so die Wirtschaftszeitung «Nihon Keizai Shimbun» am Montag.

«Kodokushi» (Einsamer Tod) ist in Japan seit längerem ein ernstes gesellschaftliches Problem. Kein anderes Industrieland altert angesichts niedriger Geburtenraten so schnell wie Japan. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre.

Wegen der zunehmenden Abwanderung junger Menschen in Grossstädte wie Tokio sterben ganze Landstriche in dem Inselreich aus. Zurück bleiben oft nur noch die Alten. Millionen von ihnen leben auf sich allein gestellt. Der Staat hat den kommunalen Selbstverwaltungsorganen, die auf diese Menschen aufpassen, kürzlich finanzielle Hilfen zugesagt.

In der Corona-Krise wird jetzt versucht, zumindest telefonisch Kontakt zu den Senioren zu halten und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch sollten nach Meinung von Experten verstärkt moderne Kommunikationsmittel wie Tablet-Computer und Video-Anrufe zur Betreuung genutzt werden, zumal mehr Alte mit solchen Geräten umgehen könnten.

Zugleich ruft der Staat die Betroffenen auf, auch selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun, zum Beispiel unter Vermeidung grosser Menschenansammlungen spazieren zu gehen und ausgewogen zu essen. (sda/dpa)

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