International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Völkermord von Srebrenica: Ex-General Mladic fordert Freispruch



epa08624150 A handout photo made available by the UN International Residual Mechanism for Criminal Tribunals (UN-IRMCT) shows Bosnian Serb former general Ratko Mladic (C) arriving for his appeal against his sentence at the UN tribunal in The, Hague, the Netherlands, 25 August 2020. Mladic was found guilty by the International Criminal Tribunal (ICT) of genocide and other wartime crimes under a first-instance verdict in 2017 and sentenced to life.  EPA/Leslie Hondebrink-Hermer/UN-IRMCT / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Mladic im Gerichtssaal. Bild: keystone

Der serbische Ex-General Ratko Mladic, einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord von Srebrenica, will vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal die Aufhebung seiner lebenslangen Haftstrafe erreichen. Im Berufungsverfahren forderten seine Verteidiger am Dienstag Freispruch.

Der 77 Jahre alte Mladic war wegen schlimmster Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord in erster Instanz 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Mladic wird wegen der Gräueltaten im Bosnienkrieg (1992–1995) der «Schlächter vom Balkan» genannt – dazu gehören die jahrelange Belagerung Sarajevos mit mehr als 10'000 Toten und der Völkermord von Srebrenica. Unter seiner Führung hatten serbische Truppen 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und anschliessend mehr als 8000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen ermordet.

Die Anklage legte ebenfalls Berufung ein, will aber eine weitere Verurteilung für Völkermord erreichen. Die Richter sollten auch die Verfolgung von bosnischen Muslimen und Kroaten in Kommunen als Genozid anerkennen.

epa08529962 (FILE) - Republika Srpska leader Radovan Karadzic (R) listens to VRS Commander Ratko Mladic (L) during a meeting in Pale, Bosnia and Herzegovina, 05 August 1993 (reissued 06 July 2020). A quarter of a century ago, the world witnessed the worst mass murder on European soil since World War II. Some 7,000-8,000 Bosniaks were slaughtered and 20,000 civilians were forcibly displaced in an act of ethnic cleansing perpetrated in the small eastern Bosnian village of Srebrenica, whose name will forever be linked to the infamous 1995 massacre. Today, 25 years after the massacre, the memory of its victims is kept alive by several institutions, such as the Museum of Crimes Against Humanity and Genocide in Sarajevo or a permanent exhibit at the 'Memorial Center Srebrenica-Potocari' that now occupies the former headquarters of the Dutch UNPROFOR Battalion.  EPA/STRINGER  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET *** Local Caption *** 02761942

Mladic mit Karadzic. Bild: keystone

Der Prozess war zweimal verschoben worden, erst wegen Krankheit des Angeklagten, später wegen der Corona-Pandemie. Wegen der Corona-Massnahmen ist kein Publikum im Gerichtssaal zugelassen und auch zwei Richter verfolgen die Anhörung über eine Videoverbindung.

Die Verteidigung hatte vergeblich versucht, die Anhörung mit Hinweis auf den schwachen Gesundheitszustand des Angeklagten erneut zu verschieben. Mladic, der beim Betreten des Gerichtssaales einen Mundnasenschutz trug, äusserte sich zunächst nicht.

Für das Berufungsverfahren sind zwei Sitzungstage anberaumt. Ein Urteil wird nicht vor Ende des Jahres erwartet. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Massaker von Srebrenica

Vergessen können die Hinterbliebenen nicht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Name_nicht_relevant
25.08.2020 15:15registriert May 2019
Ich finde Kriege grausam und vor allem sollten alle Beteiligten hoch bestraft werden, ebenso Soldaten. Wenn jemand Morden muss kann er es auch ohne Verstümmelung oder Vergewaltigung, Folter oder sonstigem langen leiden tun. Ich habe von Verwandten schlimme dinge gehört und Überreste der Verwandten zu essen, ist nur eines das ich furchtbar und grausam fand. Es wurden Schwangeren Frauen das Kind genommen, Väter vor den Augen der Familien enthauptet und und. Da ist Lebenslang nichts gegen all diese Leiden.
211
Melden
Zum Kommentar
2

Deutscher Staatsanwalt rechtfertigt Kinder schlagen mit Bibelzitat und erntet Shitstorm

«Füdlitätsch» und «en Chlapf um d'Ohre»: Früher galten diese körperlichen Züchtigungsmassnahmen noch als normal in der Kindererziehung.

Dass dies heute nicht mehr so ist, musste gerade ein deutscher Staatsanwalt in Oldenburg feststellen. Bei einem Berufungsprozess gegen einen Mann, der seine Kinder jahrelang geschlagen hatte, setzte sich der Staatsanwalt dafür ein, den Vater nur milde zu bestrafen.

Begründet hat er dies mit der Bibel und einer angeblichen päpstlichen Segnung von Gewalt an …

Artikel lesen
Link zum Artikel