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epa04929648 Migrants walk towards a checkpoint along the railway tracks connecting Horgos and Szeged near Roszke, in the vicinity of the border between Hungary and Serbia, 13 September 2015. Further along the route, Germany imposed emergency border controls with Austria to stem the tide of refugees, Interior Minister Thomas de Maiziere said Sunday, as train service from Austria to Germany was halted.  EPA/BALAZS MOHAI HUNGARY OUT

Flüchtlinge auf dem Weg im ungarischen Röszke.
Bild: EPA/MTI

Ungarn plant Grenzzaun zu Rumänien +++ Angela Merkel spricht Klartext +++ «Die Boote sinken ab, die Schweiz schiebt ab»

Was passiert an Ungarns und Deutschlands Grenzen? Die neusten Entwicklungen zur Flüchtlingskrise im News-Ticker.



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Simone Kubli
Adrian Eng
21:41
5,2 Millionen Franken für Flüchtlinge
Am nationalen Sammeltag für Flüchtlinge der Glückskette, der SRG und den Privatradios haben sich vor allem Kleinspender grosszügig gezeigt. Bis am Abend kamen 5,2 Millionen Franken zusammen.

Bereits Ende August hatte die Glückskette wegen der aktuellen Flüchtlingskatastrophe zu Spenden aufgerufen. Bis am Montag waren 6 Millionen Franken eingegangen - bis am Dienstagabend erhielt die Glückskette nun fast noch einmal so viel an Spendenversprechen.

Das Geld komme fast durchgehend von Kleinspendern wie Einzelpersonen oder kleinen und mittleren Unternehmen, sagte Glückskette-Direktor Tony Burgener auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen sich unglaublich solidarisch, und das schon seit Wochen.»

Was bisher allerdings fehle, seien Spenden von Grossunternehmen. Dies mache bei der Spendenbilanz viel aus, erklärte Burgener. Vor einigen Wochen sei das Thema Flüchtlinge für viele Grossunternehmen wohl noch zu politisch behaftet gewesen, weshalb sie auf Spenden verzichtet hätten. «Doch diesen Grund kann ich mir jetzt nicht mehr erklären, da die Dramatik der Flüchtlinge für alle erkennbar ist.»
20:16
500 Personen verlangen in Lausanne Aufnahme von Flüchtlingen
Knapp 500 Personen haben in Lausanne für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Aufhebung der Dublin-Verträge demonstriert. Sie verlangen, dass Lausanne zur «Flüchtlings-Stadt» erklärt werde.

«Die Boote sinken ab, die Schweiz schiebt ab», stand auf einem Plakat an der Spitze des Demonstrationszuges (Bild). Und die Menge skandierte: «Öffnen wir die Grenzen, nicht die Friedhöfe».

Der Marsch begann auf dem Platz vor der Kirche Saint-Laurent in der Innenstadt. Dort finden von der Abschiebung nach Italien bedrohte Migranten seit sechs Monaten Unterschlupf. (sda)
Des personnes manifestent contre les renvois Dublin des requerants d'asile lors d'une manifestation organise par le "Collectif R" ce mardi 15 septembre 2015 a Lausanne. Depuis 6 mois, cinq requerants d'asile erythreens et ethiopiens sont refugies dans le sous-sol de l'eglise Saint-Laurent a Lausanne. (KEYSTONE/Christian Brun)
18:13
Angela Merkel spricht Klartext
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Gespräch mit ihrem österreichischen Kollegen Werner Faymann deutliche Worte gesprochen. Auf die Frage eines Reporters, was sie zu der Kritik sage, ihre freundliche Haltung gegenüber den Flüchtlingen habe die Situation nur noch schlimmer gemacht, sagte sie:
BERLIN, GERMANY - SEPTEMBER 15:  German Chancellor Angela Merkel speaks to the media after talks on the ongoing refugee crisis, on September 15, 2015 in Berlin, Germany. After accepting record numbers of refugees over the Austrian border, Germany indefinitely closed the pass over the weekend, prompting other countries to do the same, as Austria deployed its military to prevent a further influx of asylum seekers. A record number of refugees, 7,437, had been recorded entering Hungary via Serbia on Monday, setting a new record up from the previous day.  (Photo by Adam Berry/Getty Images)
«Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.»
17:40
3,1 Millionen Franken für Flüchtlinge
Am nationalen Sammeltag für Flüchtlinge der Glückskette, der SRG und den Privatradios sind bis am frühen Abend 3,1 Millionen Franken zusammengekommen.

Das Geld kommt fast durchgehend von Kleinspendern wie Einzelpersonen oder kleinen und mittleren Unternehmen. Dies sagte Glückskette-Direktor Tony Burgener.

Was bisher allerdings fehle, seien Spenden von Grossunternehmen. Dies mache bei der Spendenbilanz viel aus, erklärte Burgener. (sda)
16:10
Merkel fordert «europäischen Geist» bei der Bewältigung der Krise
Im Streit um die Verteilung von Flüchtlingen in der EU hält die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wenig von Drohungen. «Wir müssen es wieder schaffen, einen europäischen Geist herzustellen. Meine Erwartung, dass das durch Drohungen geht, ist sehr gering», sagte sie am Dienstag nach einem Treffen mit dem österreichischen Kanzler Werner Faymann in Berlin.

In der EU seien Lösungen meist immer durch Gespräche gefunden worden. «Ich bin nicht an dem Punkt, dass wir drohen sollten», betonte die Kanzlerin.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hatte zuvor im Streit um die Umverteilung von Flüchtlingen eine Kürzung von Strukturfonds für osteuropäische Staaten ins Gespräch gebracht.

Die EU-Innenminister hatten sich am Montagabend nach siebenstündigen Beratungen nicht darauf einigen können, 120'000 Flüchtlinge über verbindliche Quoten auf die EU-Länder zu verteilen. Eine ganze Reihe osteuropäischer Staaten verweigerte die Zustimmung.

Kritik aus Osteuropa
Tschechien reagierte verärgert auf de Maizières Äusserung. Die «inkonsistente Politik Deutschlands» sei derzeit das grösste Problem bei der Lösung der Migrationskrise, erklärte Tschechiens Innenminister Milan Chovanec am Dienstag. Das Land zählt neben der Slowakei zu den Gegnern eines verpflichtenden EU-Verteilsystems für Flüchtlinge.

Auch Litauen reagierte mit Kritik. «Ich halte es für Erpressung, die völlig inakzeptabel ist – speziell für hochrangige Politiker, die dafür verantwortlich sind, dieses Problem zu lösen», sagte Regierungschef Algirdas Butkevicius am Dienstag in Vilnius. Der Ton sei «unangemessen» bei der Suche nach einem Kompromiss. Auch Litauen ist gegen ein Pflicht-Verteilsystem. (sda/afp/dpa)
15:27
Ungarn plant Grenzzaun zu Rumänien
Nach der Schliessung der Grenze zu Serbien will Ungarn nun auch die Grenze zu Rumänien teilweise mit einem Zaun abriegeln. Dies teilte am Dienstag Aussenminister Peter Szijjarto in Budapest mit.

«Die Regierung hat beschlossen, mit den Vorbereitungen zur Errichtung eines Zauns an der ungarisch-rumänischen Grenze zu beginnen», sagte Szijjarto bei einer Medienkonferenz.

Der neue Zaun solle im Drei-Länder-Eck Ungarn-Serbien-Rumänien beginnen und von dort aus entlang einer «sinnvollen» Distanz an der Grenze zu Rumänien errichtet werden
15:10
So blockiert Ungarn den Grenzübergang
Bis zur Schliessung der Grenze um Mitternacht sind die Flüchtlinge hauptsächlich über einen Bahnübergang nach Ungarn gekommen. Wie Drohnenbilder von Al-Jazeera zeigen, hat Ungarn den Übergang mit einem Zug-Waggon blockiert.
Bild: Screenshot/AlJazeera
14:55 Deutschland und Österreich für EU-Sondergipfel
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der österreichische Kanzler Werner Faymann haben einen EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise in der nächsten Woche beantragt. Dieser Vorschlag sei EU-Ratspräsident Donald Tusk telefonisch unterbreitet worden, sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit Faymann in Berlin.

Bei dem Treffen der 28 Staats- und Regierungschefs solle es unter anderem darum gehen, wie die Herkunftsländer von Flüchtlingen besser unterstützt werden können.
Austrian Chancellor Werner Faymann (L) and German Chancellor Angela Merkel address a news conference at the chancellery in Berlin, Germany September 15, 2015. REUTERS/Hannibal Hanschke
14:26
Freier Eintritt für Flüchtlinge auf Frankfurter Buchmesse
Die Frankfurter Buchmesse gewährt Flüchtlingen in diesem Jahr freien Eintritt. An den Besuchertagen (17./18. Oktober) seien kostenlose Tickets reserviert, kündigte Buchmesse-Direktor Juergen Boos am Dienstag in Frankfurt an.

Es gebe bereits Anmeldungen von Gruppen aus Eritrea und Syrien. Sie würden mit muttersprachlichen «Paten» über die Messe geführt.

Die Messe arbeitet dabei mit Flüchtlingshilfsorganisationen zusammen.
14:24
Not in Aufnahmeländern treibt syrische Flüchtlinge nach Europa
Immer mehr Flüchtlinge aus Syrien sehen sich nach UNO-Angaben wegen unzureichender Versorgung in benachbarten Ländern gezwungen, die Flucht nach Europa zu riskieren. In Ländern wie Jordanien oder dem Libanon bekämen hunderttausende Syrer nicht mehr genug zu essen, beklagte Melissa Fleming, die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerkes, am Dienstag in Genf.

Nach Syrien könnten die vielen Menschen wegen des Krieges nicht zurück und in den benachbarten Aufnahmeländern werde ihre Lage immer schlimmer.
FILE- In this Wednesday, July 29, 2015 photo, a Syrian refugee boy plays with a tire at Zaatari refugee camp, in Mafraq, Jordan. The United Arab Emirates on Wednesday, Sept. 9, 2015 defended its response to the Syrian refugee crisis in the face of criticism that the country and other oil-rich Gulf states should be doing more to address the issue. (AP Photo/Raad Adayleh, File)
11:53
Ungarn erklärt für zwei Regionen im Süden den Notstand
Wie Focus berichtet, hat die ungarische Regierung für zwei Regionen im Süden des Landes infolge der Flüchtlingskrise den Notstand ausgerufen.
11:03 Ungarn: 200'000 Flüchtlinge seit Neujahr
von Adrian Eng
Die ungarische Polizei teilt mit: allein in diesem Jahr sind 200'000 Flüchtlinge in das Land eingereist.

09:50
Keine Fotos
Beobachter von Menschenrechtsorganisationen wurden offenbar angewiesen, den Grenzübergang bei Röszke zu verlassen. Zudem untersagten ihnen die Behörden, Bildaufnahmen von Polizeieinheiten zu machen. Das berichtet eine Mitarbeiterin von Amnesty International auf ihrem Twitter-Account.

09:47
Ungarn wendet härteres Asylgesetz an
Ungarn hat nach Inkrafttreten des verschärften Asylgesetzes Worten Taten folgen lassen: 16 Personen wurden bei dem Versuch verhaftet, den Grenzzaun zwischen Serbien und Ungarn zu überwinden.
09:45
Hauptgrenzübergang geschlossen
Offenbar wurde der Grenzübergang bei Röszke tatsächlich geschlossen. Das bestätigt das UNO-Flüchtlingskommisariat UNHCR. «Die Grenze wurde um Mitternacht geschlossen und bislang nicht wieder geöffnet», sagte ein Sprecher. Hunderte von Flüchtlingen seien im Niemandsland zwischen Serbien und Ungarn gestrandet.
09:38
Rekordzahlen am Montag
Die drakonischen Massnahmen der ungarischen Regierung traten in Kraft, nachdem am Montag eine Rekordzahl an Flüchtlingen das Land erreicht hatte. Wie ungarische Behörden meldeten, überquerten 9380 Flüchtlinge die Grenze.
09:31
Münchner Wiesn beginnt im Zeichen der Flüchtlingskrise
Allein der Andrang von sechs Millionen Besuchern des Oktoberfests ist für München alljährlich eine grosse Herausforderung. Wenn die Wiesn am kommenden Samstag beginnt, stehen die Behörden angesichts der vielen Flüchtlinge, die derzeit am Hauptbahnhof ankommen, vor einer besonderen Aufgabe.

Der deutsche Innenminister Joachim Herrmann hatte deshalb eine deutliche Verstärkung der Bundespolizei in Bayern verlangt. «Wenn vor allem abends und am Wochenende dann stark alkoholisierte Wiesnbesucher auf so viele Flüchtlinge treffen wie in den letzten Tagen, könnte es eng werden», hatte er gesagt.
09:15
Ungarn macht dicht: Grenze zu Serbien komplett geschlossen
Widersprüchliche Berichte an der ungarischen Grenze: Focus berichtet unter Berufung auf einen AFP-Journalisten, dass die ungarischen Behörden nach der gestrigen Verschärfung des Asylgesetzes am Dienstag die Grenze zu Serbien für Flüchtlinge komplett geschlossen habe. Auch beim Hauptgrenzübergang sei kein Durchkommen mehr für Flüchtlinge. BBC indes meldet, dass Ungarn die von Serbien kommenden Flüchtlinge an einem einzigen Grenzübergang, bei Röszke, durchschleust, während alle inoffiziellen Übergänge geschlossen seien.
07:00
Unterstützung aus den USA
US-Präsident Barack Obama der deutschen Regierung den Rücken gestärkt. Ein Land allein könne diese Krise nicht bewältigen, sagte Präsidentensprecher Josh Earnest am Montag auf die Frage nach dem Vorgehen Deutschlands.

Andere Länder müssten auch ihren Teil übernehmen, etwa europäische Länder bei der Aufnahme weiterer Flüchtlinge. «Es ist Zeit für andere Länder, ebenfalls vorzutreten», sagte er. Die USA prüfen demnach derzeit, was sie selbst noch zusätzlich tun können.

Die USA hatten kürzlich die Aufnahme von mindestens 10'000 syrischen Flüchtlingen angekündigt. Angesichts der Flüchtlingskrise in Europa war die US-Regierung zunehmend unter Druck geraten, mehr Flüchtlinge aus Syrien ins Land zu lassen.
06:00
Tsipras warnt vor Einsatz gegen Schlepper
Alexis Tsipras warnte die EU vor einem militärischen Einsatz gegen Schlepper im Mittelmeer. In einer Fernsehdebatte zum griechischen Wahlkampf sagte der Ex-Regierungschef, solche Militäroperationen würden in griechischen Gewässern «unschuldige Flüchtlinge» treffen und nicht die Schlepper.

«Die Boote kommen ohne Schleuser an», sagte der Kandidat der linken Syriza-Partei für die Wahl am 20. September. Die EU hatte angekündigt, ab Oktober ihren Militäreinsatz gegen Schlepper im Mittelmeer auszuweiten.
00:00
Ungarns verschärftes Gesetz tritt in Kraft
Ungarn will ab sofort Flüchtlinge festnehmen, die illegal die Grenze übertreten. Das entsprechende Gesetz ist um Mitternacht in Kraft getreten. Den Migranten droht Haft oder Abschiebung. Hier geht's zur ausführlichen Meldung.
Was gestern alles geschah
Ein kurzer Rückblick auf den gestrigen Tag:

- Die europäischen Innenminister haben sich an ihrem Krisentreffen nur grundsätzlich auf die Verteilung von 160'000 Flüchtlingen verständigt. Eine endgültige Entscheidung sei für den 8. Oktober geplant.

- Entgegen ersten Informationen hat es aus Schweizer Sicht keine politische Grundsatzeinigung über die Verteilung von zusätzlich 120'000 Flüchtlinge aus Italien, Griechenland und Ungarn gegeben. Dies sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Montagabend nach der Sitzung in Brüssel

- Nachdem erneut hunderte Flüchtlinge die ungarisch-serbische Grenze überquert haben, hat die Armee am späten Nachmittag das letzte Loch im Zaun geschlossen.

- Die ungarische Regierung hat eingeräumt, Flüchtlinge gezielt direkt zur österreichischen Grenze zu bringen.

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