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Generalstreik auf griechischen Inseln gegen den Bau neuer Flüchtlingslager



Riot police block the protesters during a rally in Diavolorema near the area where the government plans to build a new migrant detention center, on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, Tuesday, Feb. 25, 2020. Clashes broke out overnight on the Greek islands of Lesbos and Chios, where residents tried to prevent the arrival of riot police and excavating machines to be used to build new migrant detention camps. (AP Photo/Michael Varaklas)

Die Flüchtlingscamp werden für Griechenland zur Belastung. Bild: AP

Aus Protest gegen den Bau neuer Lager für Migranten sind am Mittwoch alle Regional- und Kommunalbehörden sowie die meisten Geschäfte auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos geschlossen worden. Die Streiks stehen unter dem Motto «Wir wollen unsere Inseln zurück», wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. «Die Inseln dürfen nicht mehr Lager verlorener Seelen sein», hiess es. Zu den Streiks haben die örtlichen Gewerkschaften, Kommunen sowie der Verband der Staatsbediensteten (ADEDY) aufgerufen.

Am Vortag war es auf Lesbos und Chios zu Zusammenstössen zwischen aufgebrachten Einwohnern und der Polizei gekommen. Die Beamten setzten Pfefferspray, Tränengas und Schlagstöcke ein, um Strassensperren von Einwohnern zu beenden, die versuchten, den Bau der neuen Lager zu verhindern.

Athen soll dafür sorgen, dass die Dutzenden Migranten, die täglich aus der Türkei zu diesen Inseln übersetzen, nach ihrer Registrierung zum Festland gebracht werden, fordern die Insulaner. In und um die Registrierlager auf den Inseln der Ostägäis harren inzwischen knapp 42 000 Menschen aus. Die Camps können aber nur rund 8000 Menschen aufnehmen.

Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts dieser Zustände das Asylverfahren beschleunigt und will nun neue Registrier- und Abschiebelager öffnen. (aeg/sda/dpa)

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