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epa08655818 Flames burn in the Moria refugees camp on the island of Lesbos, Greece, 09 September 2020. According to reports, afire broke out at Moria Camp early on 09 September, after approximatley 35 refugees, who had tested positive for COVID-19, refused to move into isolation with their families.  EPA/STRATIS BALASKAS

Bild: keystone

Sechs mutmassliche Brandstifter von Lesbos in Untersuchungshaft



Die vier Männer und zwei Minderjährigen, die für das Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos verantwortlich sein sollen, sind in Untersuchungshaft genommen worden. Das berichtete am Montagabend die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Bei den mutmasslichen Brandstiftern handelt es sich demnach um vier 19-jährige und zwei 17-jährige Afghanen. Sie waren kurz nach dem Brand vor knapp zwei Wochen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

In einer ersten Anhörung sollen die Tatverdächtigen im Beisein eines Athener Rechtsanwalts angegeben haben, unschuldig zu sein; ein afghanischer Landsmann in Moria habe sie der Brandstiftung bezichtigt, weil er Paschtune sei und sie dem Stamm der Hasara angehörten.

Das zuvor völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria war bei einem Grossbrand in der Nacht vom 8. auf den 9. September fast vollständig zerstört worden. Die Behörden gingen schnell von Brandstiftung durch die Migranten selbst aus, weil das Feuer zeitgleich an verschiedenen Stellen ausbrach. Die rund 12 000 Migranten wurden über Nacht obdachlos. Danach herrschte Chaos auf der Insel, bis ein provisorisches Zeltlager errichtet wurde, in das bisher rund 10 000 Menschen eingezogen sind.

Wie ein Geflüchteter die Situation in Lesbos erlebt

Video: watson/lea bloch

Die Migranten auf Lesbos fordern schon lange, ganz von der Insel gebracht zu werden - manche warten dort seit über einem Jahr unter extrem schlechten Bedingungen auf ihren Asylentscheid. Die Forderung der Menschen unterstützen auch humanitäre Organisationen. Athen hält sich jedoch an das Abkommen der EU mit der Türkei vom Jahr 2016. Demnach müssen alle Migranten auf den Inseln bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Wer kein Asyl bekommt, muss in die Türkei zurück. Mit Verweis auf Corona nimmt die Türkei aber seit Monaten keine Migranten mit abgelehnten Asylanträgen mehr zurück. (sda/dpa)

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Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Flüchtlingslager in Flammen

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    Alle Leser-Kommentare
  • insider 22.09.2020 09:39
    Highlight Highlight "...manche warten dort seit über einem Jahr unter extrem schlechten Bedingungen auf ihren Asylentscheid.... Demnach müssen alle Migranten auf den Inseln bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist."
    Das ist schwer verharmlosend und unpräzise. Die griechischen Asylverfahren spotten jeglicher Rechtmässigkeit: Organisationen, welche nicht berechtigt sind, behandeln die Gesuche; Termine für Erstinterviews liegen in den Jahren nach 2022 und die Lebensbedingungen liegen massiv unter denen von Mast-Tieren in der EU.
    Griechenland, ein gescheiterter Staat ohne Rechtssicherheit in allen Belangen.
    • SeboZh 22.09.2020 14:11
      Highlight Highlight Allein gelassen vom restlichen Europa
  • Wellenrit 22.09.2020 07:20
    Highlight Highlight Nehmen wir doch alle auf! Dann 8 Jahre Ausbildung, so können sie Billiglohn jobs machen und später ab in die Altersarmut ! Das blüht den meisten hier, das ist die Realität 🤷

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