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Lukaschenko sagt über Putin: «Ich bin nicht mehr der letzte Diktator Europas»

Der weissrussische Präsident Lukaschenko geht auf Distanz zu Wladimir Putin: «Es gibt Diktatoren, die schlimmer sind als ich». Grund für den Sinneswandel: der Ukraine-Konflikt.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sein autoritärer Regierungsstil hat dem weissrussischen Präsidenten den Beinamen «Europas letzter Diktator» eingebracht. Alexander Lukaschenko ist seit 1994 an der Macht und damit Europas am längsten regierendes Staatsoberhaupt. Wenn er wählen lässt, gewinnt er - offiziell - haushoch.

Kazakhstan's President Nursultan Nazarbayev (L), Russia's President Vladimir Putin (C) and Belarussia's President Alexander Lukashenko visit the Library of the First President of Kazakhstan in Astana, March 20, 2015. The three main members of the Russian-led Eurasian Economic Union face a big economic challenge from the fall in global oil prices, Kazakh President Nursultan Nazarbayev said on Friday. But, speaking before talks in the Kazakh capital Astana with Russian President Vladimir Putin and Belarussian President Alexander Lukashenko, Nazarbayev said the situation had become more stable. REUTERS/Alexei Druzhinin/RIA Novosti/Kremlin ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Eigentlich gilt Alexander Lukaschenko (Rechts im Bild) als zuverlässiger Mitstreiter von Vladimir Putin (Mitte). Bild: RIA NOVOSTI/REUTERS

Nun hat der 60-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg versucht, seinen Ruf zu verbessern. Anlass des Gesprächs: die Entwicklungen in der Ukraine, wo Russland die Separatisten im Osten unterstützt. Halb ernst, halb im Scherz teilte Lukaschenko gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin aus:

«Ich bin nicht mehr der letzte Diktator Europas. Es gibt Diktatoren, die ein wenig schlimmer sind als ich, nicht wahr? Ich bin jetzt das kleinere Übel.»

alexander lukaschenko

Ausserdem sagte Lukaschenko, Putin habe im Ukraine-Konflikt übermässig emotional reagiert.

Angst vor Russlands Territorialansprüchen

Putin gilt eigentlich als Partner Lukaschenkos. Der Ukraine-Konflikt allerdings hat Weissrussland vor Augen geführt, wie der russische Machtanspruch auch Nachbarländer betrifft. Weissrussland teilt sich mit Russland ein Grenze, so wie die Ukraine.

In dem Bloomberg-Interview, das vor zwei Tagen veröffentlicht wurde, spricht sich Lukaschenko für eine aktive Rolle der USA im Ukraine-Konflikt aus.

Allerdings liege der Westen falsch, wenn er Russland vorwerfe, ein Imperium aufzubauen. Weissrussland werde jedenfalls nicht zu einer Provinz Russlands werden. (loe/tat)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 06.04.2015 11:44
    Highlight Highlight Im Westen kann man so viele Sanktionen aushecken wie man will. Russland wird seinen Weg gehen. Das gefährliche ist, dass der Westen diese Schlappe, die verfehlte Diplomatie, nicht eingestehen will.
    Es könnte daher wieder ein Krieg aus purer Eitelkeit entstehen.
    Das Dilemma für den Westen: Er will Krieg aber kaum einer geht mit.
    Die Hitzköpfe werden sich höchstens im Westen auf den Strassen die Köpfe einschlagen. Also bevor es Krieg mit Russland gibt, geht es erst mal hier intern richtig schön rund. Aber auch das werden die hiesigen Strategen nicht erkennen wollen. Geblendet von Rechthaberei.

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