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Wer über Israel schreibt, hat schon verloren – ich werde es trotzdem weiter tun



Da ich mit einer gewissen Regelmässigkeit über den israelisch-palästinensischen Konflikt berichte, weiss ich, was dies unweigerlich mit sich bringt: Hass-Kommentare. Angesichts des Themas eigentlich nicht verwunderlich, wären da nicht die leidigen persönlichen Attacken. So auch wieder dieser Tage im Zusammenhang mit der Ausstellung «Breaking The Silence» in Zürich:

Aus dem Tweet entstand eine Unterhaltung. Wer Zeit und Lust hat, kann sie in voller Länge auf Twitter nachlesen. Wir wurden uns nicht einig.

Oder folgendes E-Mail nach dem Interview über die Ausstellung:

Hallo Herr Ramizani (sic)

Sind Sie froh, wieder etwas Munition gefunden zu haben, mit der Sie einige Salven gegen Israel schiessen können? Ihre Haltung ist klar und die Motivation dafür liegt auf der Hand. Nur eine Frage der Zeit, bis auch Watson dies merkt und die Konsequenzen zieht.

Freundliche Grüsse
[Name gelöscht] 

Der Verweis auf meine vermeintliche Haltung und Motivation (und Herkunft?) sowie meine berufliche Zukunft erinnern mich an das E-Mail, eines Zürcher Lokalpolitikers vor einigen Jahren. Darin legte er meinem Chef nah, er solle doch endlich diesen «im Antizionimsus verkleideten Antisemiten» (gemeint war ich) entlassen.

Die Gehässigkeit kommt meistens von fanatischen Anhängern «Eretz Israels» – aber nicht immer: Als ich einmal den Grünen Nationalrat Daniel Vischer, Präsident der Gesellschaft Schweiz-Palästina, anrief, schleuderte er mir wütend entgegen: «Sie berichten doch immer pro-israelisch!»

Egal, was man schreibt, eine Seite wird damit ein Problem haben. Der Vorwurf ist stets derselbe und selten inhaltlich begründet: Warum kritisieren Sie immer nur die eine, und nie die andere Seite? Eine simple Archivsuche zeigt, dass durchaus beide Seiten kritisiert werden. In den vergangenen Tagen berichtete watson über eine Israel-kritische Ausstellung. Zuvor gab es Hamas-kritische Artikel zum Beispiel hier, hier und hier.

Wahrscheinlicher ist, dass fanatische Israel-Anhänger nur Israel-kritische Artikel wahrnehmen und die anderen ausblenden. Der Autor des obenstehenden E-Mails warf mir vor, man könnte ja auch einmal ein Interview mit dem israelischen Botschafter machen. Das haben wir getan. Aber es bringt nichts, denn in den Augen jenes Lesers ist jeder Israel-kritische Beitrag einer zuviel. Und kein Israel-freundlicher wird ihn jemals aufwiegen.

Möglich ist, dass Israel-kritische Beiträge bei den Lesern generell mehr Beachtung finden. Vielleicht weil an Israel die Massstäbe einer Demokratie angelegt und Verfehlungen darum strenger beurteilt werden. Die Palästinenserbehörde ist keine Demokratie, von der Hamas ganz zu schweigen. Oder vielleicht haben die Palästinenser den Underdog-Bonus, wie die ehemalige Zentralpräsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel, Vreni Müller-Hemmi, einmal mutmasste.

Es gibt nur einen Weg, den Anfeindungen für immer zu entkommen: Gar nichts mehr zu schreiben. Das geht aber nicht.

Wie berichtet watson über den Nahostkonflikt?

Der jüdische US-Komiker Jon Stewart kam zu ähnlichen Erkenntnissen:

«Burning Man» in Israel

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