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Österreich identifiziert Demonstrierende neuerdings mittels Software. symbolbild: shutterstock

Österreich identifiziert Demonstranten neu mit Gesichtserkennung – das plant die Schweiz

Im Nachbarland setzt die Polizei grossflächig eine Software ein, um Aufnahmen von Überwachungskameras abzugleichen. In der Schweiz gleicht das Fedpol Daten ebenfalls ab. Aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen.



Drohnen, Verbrechensprognose und Gesichtserkennung: Die österreichische Polizei greift immer mehr zu Mitteln, die man vor wenigen Jahren nur aus Hollywood-Blockbustern kannte.

Im August hat das Innenministerium in Österreich eine Software in Betrieb genommen, die die Identifikation von Demonstranten und Demonstrantinnen möglich macht. Dies berichtete der Standard am Dienstag.

Die Software gleicht Bilder von Überwachungskameras oder aus anderen Quellen mit Fotodatenbanken der Polizei ab. Laut Informationen der Zeitung wurde die Gesichtserkennung etwa genutzt, um antifaschistische Aktivisten zu identifizieren. Pikant: Als das System vorgestellt wurde, hiess es, dass der Fokus auf der Aufklärung schwerer Straftaten liege. Eine Beschränkung auf Delikte mit einer gewissen Strafhöhe ist nun jedoch explizit nicht vorgesehen.

ARCHIV ? ZU DEN THEMEN AN DER HERBSTSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE VON HEUTE MONTAG, 16. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Blick in die Eingangshalle waehrend einer Begehung der neuen Verwaltungsgebaeude am Guisanplatz, am Dienstag, 14. Mai 2019, in Bern. Die Verwaltungsgebaeude am Guisanplatz stehen nach zehn Jahren Baugeschichte unmittelbar vor ihrer Fertigstellung. Ab Anfang Juni werden die Nutzerorganisationen Fedpol, Bundesanwaltschaft, armasuisse und das Bundesamt fuer Bevoelkerungsschutz gestaffelt ihre neuen Arbeitsplaetze beziehen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die neue Fedpol-Zentrale in Bern. Bild: KEYSTONE

Fedpol entwickelte eigene Fotoerkennungs-Software

In der Schweiz steckt die staatliche Nutzung von Gesichtserkennung noch in den Kinderschuhen. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) etwa benützt eigene Software für forensische Bildabgleiche in Ermittlungen, wie Fedpol-Sprecher Florian Näf gegenüber watson erklärt.

Er illustriert das Vorgehen an einem Beispiel. «Wenn wir bei einer Hausdurchsuchung im Bereich Terror grosse Datenmengen beschlagnahmen, können wir die Bilder beispielsweise nach IS-Flaggen scannen.»

Gesichtserkennungs-Suchmaschine im Zwielicht

Jüngst hat die Suchmaschine «Clearview» für Schlagzeilen gesorgt. Die Betreiber sollen mehr als drei Milliarden Fotos im Netz gesammelt und biometrisch ausgewertet haben, wie die «New York Times» Anfang des Jahres enthüllte. Heruntergeladen hatte das Unternehmen die Aufnahmen demnach unter anderem bei Facebook, Instagram und Twitter. Die Software richtet sich an Sicherheitsbehörden und soll diesen helfen, Menschen anhand von Fotos zu identifizieren. Sie kommt laut dem Unternehmen in den USA bei 2400 Polizeibehörden zum Einsatz.

Nicht benutzt wird die Software demnach, um grossflächige Fotoabgleiche durchzuführen. Grosse Datenbanken gäbe es in der Schweiz genug. Es bestehen umfassende Register, die man für Bildabgleiche anzapfen könnte. Das grösste davon ist die Ausweisdatenbank mit den biometrischen Daten. Aber auch Bilder, die im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen anfallen, könnten zur Gesichtserkennung verwendet werden. Dazu kommen sämtliche Datenbanken aus den sozialen Medien, die bereits heute auch durch private Firmen genutzt werden (siehe Box unten).

Die grossen Schweizer Polizeikorps verwenden nach eigenen Aussagen keine derartige Software für Bildabgleiche. «Das ist kein Thema», heisst es beispielsweise bei der Kapo Zürich auf Anfrage.

Martin Steiger, jurist, spricht an einer Medienkonferenz ueber die  Lancierung der Volksinitiative fuer ein E-Voting-Moratorium

Martin Steiger, Spezialist im digitalen Recht. Bild: KEYSTONE

Dies nicht zuletzt, weil es dazu in der Schweiz keine rechtliche Grundlage gibt. Das könnte sich aber ändern. «Die Erfahrung zeigt aber, dass Sicherheitsbehörden kreativ sind oder darauf zählen, dass Rechtsgrundlagen auch nachträglich noch geschaffen werden können», sagt Rechtsanwalt Martin Steiger zu watson. Die Rechtsprechung sei in der Tendenz überwachungsfreundlich, wie beispielsweise die Verfahren der Digitalen Gesellschaft gegen die Massenüberwachung in der Schweiz zeigten, so der Anwalt, der sich auf digitales Recht spezialisiert hat.

«Die Erfahrung zeigt aber, dass Sicherheitsbehörden kreativ sind oder darauf zählen, dass Rechtsgrundlagen auch nachträglich noch geschaffen werden können.»

Martin Steiger

In Österreich regt sich nun Widerstand gegen die Überwachung. Kritiker befürchten Verwechslungen und betonen, dass Algorithmen fehlerhaft sind. «Gesichtserkennung ist deshalb so gefährlich, weil damit die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum eingeschränkt wird», sagt Thomas Lohninger, Geschäftsführer der Datenschutz-NGO Epicenter Works, dem «Standard» weiter. Er kritisiert auch die «schleichende Einführung» der Technologie. Das Vorgehen sei zu hinterfragen, weil es auch in Österreich keine explizite Rechtsgrundlage für Gesichtserkennung gebe.

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Nach Pariser Attentat: Politiker über Überwachung in der Schweiz

Überwachungskamera filmt wie Menschen von der Strasse verschluckt werden

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78Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Demetria 17.09.2020 13:23
    Highlight Highlight Ist doch super, ich bin dafür dass wir die Sofware mal in Herrliberg, am Züriberg in Freienbach und im Berner Kirchenfeld testen. Dann wissen wir endlich welchen Machenschaften die feinen Herrschaften nachgehen. Vielleicht noch ein paar Cams im Schweizerhof, im Dolder... Aber klar, lieber Massenüberwachung gegen protestierende Bürger, die eine Rückkehr der Politk zu Anstand und Moral wollen. Aus deren Sicht sind wir ein gefährlicher "Mob" der brave Unternehmensgewinne gefährdet und sich zu sehr über tote Forellen und Absprachen mit der Fifa aufregt oder gar dreist faire Löhne fordert.
  • Bronko 17.09.2020 11:16
    Highlight Highlight Während hier zurecht diskutiert wird, welche Kompetenzen die Polizei zur Überwachung haben darf, wird bereits das technisch Mögliche gemacht und Daten werden auf Vorrat gesammelt (präventiv..). Internationale digitale Grosskonzerne haben das längst vor gemacht. Die Smartphones/Internet bieten sich dafür an. Wenn nicht durch eifrige polizeiliche Ermittler, welche solches Material in den meisten Fällen dann zwar offiziell rechtlich nicht verwenden dürfen, dann ganz sicher durch den emsigen Inlandgeheimdienst.

    "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."
  • Sarkasmusdetektor 17.09.2020 10:51
    Highlight Highlight Die Ironie an der Sache ist ja, dass man sich heute gleichzeitig völlig legal maskieren kann. Dann wird man nicht mehr erkannt und sieht trotzdem aus wie ein pflichtbewusster Bürger. Verkehrte Welt.
    • Ueli der Knecht 17.09.2020 12:00
      Highlight Highlight Allerdings bietet ein bereits chinesische Startup eine Software, welche die Leute nicht mittels Gesicht sondern aufgrund ihres Gangs erkennen, bzw. identifizieren kann.
      http://www.watrix.ai/en/gait-recognition/

      Die chinesische Polizei hat bereits solche Systeme im Einsatz. Da nützt dann Maskieren wenig (man kann sich allerdings Steine in die Schuhe legen, um seinen Gang zu verfälschen).
  • Lucida Sans 17.09.2020 01:07
    Highlight Highlight Was füreinander geiles Gefühl, rund um die Uhr gefilmt zu werden! Wo ich gehe und stehe, ich bin immer im Bild!

    Aber, aua, heute bin ich schwarz gefahren. Ginge dann auch nicht mehr. Uups! Und besoffen Velofahren und im Coop das Chörbli mit den Zwetschgen etwas schwerer machen und ...
  • AntiCapitalism 16.09.2020 22:40
    Highlight Highlight Willkommen im Überwachungsstaat
  • willi202202 16.09.2020 22:22
    Highlight Highlight die SED würde jubeln. spitzelgesellschaften hatten wir doch schon. nur dass es menschen brauchte um zu spitzeln. Da flog auch mal einer durch die maschen. Bei der technik nicht. Gruselig.
  • Kritisch Hinterfragen 16.09.2020 21:46
    Highlight Highlight Ach was.... Alles nur Verschwörungstheoretiker und Aluhutträger.

    Kommt, erzählt nochmals wer spinnt und nur an das Böse denkt und sich Sachen einbildet.

    Überwachung? Nein... Niemals

    Abschreckende Sanktionen für Andersdenkende? Nein... Niemals

    Oh je....
  • nimmersatt 16.09.2020 20:54
    Highlight Highlight die autoritären Gelüste rechts-bürgerlicher Gesellschaften
    • johnnyenglish 16.09.2020 22:22
      Highlight Highlight Du meinst wohl links-elitäre Gesellschaften. Nichts begriffen.
    • Knacker 17.09.2020 07:57
      Highlight Highlight Überwachung und Bespitzelung ist nicht ein ausschliesslich rechtes Ding
    • Bärner728 17.09.2020 10:10
      Highlight Highlight Und die Angst linker Randalierer erwischt zu werden
  • piatnik 16.09.2020 20:28
    Highlight Highlight finde ich gut! sollte bei uns auch eingeführt werden!
  • RockmeAm... 16.09.2020 20:04
    Highlight Highlight Massenüberwachung ist gefährlich, ihr öffnet die Box der Pandora. Wenn ich mit Algos die Gesichter scanne und Ihren Gemütszustand dann wird's brenzlig. Wir bewegen uns seit Jahren in einem Bereich ohne Gesetzgrundlage.
    Es wird die Zeit kommen wo sich die Gesellschaft abwendet.
    • Kritisch Hinterfragen 17.09.2020 04:29
      Highlight Highlight Sorry, wollte definitiv nicht blitzen. Recht hast du
  • landre 16.09.2020 19:31
    Highlight Highlight Ein Eingangstor für einen Überwachungs-/ Polizeistaat. Und überhaupt sind die möglichen Missbräuche von solchen "Werkzeugen" viel zu viele. Ich hoffe unsere Nachbarn wollen nicht wirklich soweit gehen...
    • landre 16.09.2020 20:08
      Highlight Highlight (Out of Topic. Da kommen viel zu oft und sofort/ instant zusammen drei Blitzchen auf einmal...Nicht dass mich das irgendwie stört, aber man könnte davon ausgehen dass hier ein Mitmensch mit drei Devices agiert um obsessiv damit zu blitzen. Falls es so sein sollte, darf man hier diesem Mitmenschen schon noch empathisch empfehlen eine kompetente Fachperson beiziehen um zu checken ob im "Stübli" zwischen den Ohren noch alles i.O. ist(?)
  • aglio e olio 16.09.2020 19:10
    Highlight Highlight Das Überwachung zu Selbstzenzur führt ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt.
    https://duckduckgo.com/?q=%C3%BCberwachung+selbstzenzur&t=fpas&ia=web
    Nach der freien Meinungsbildung (per Internet)
    nun auch der schleichende Angriff auf die Versammlungsfreiheit.
    Einige oder auch mehr bleiben dann lieber zuhause als erkannt und ggf. auch fichiert zu werden.
  • njemand 16.09.2020 19:06
    Highlight Highlight «Wenn wir bei einer Hausdurchsuchung im Bereich Terror grosse Datenmengen beschlagnahmen, können wir die Bilder beispielsweise nach IS-Flaggen scannen.»

    Cool! Dann würde ich gleich mal vorschlagen bei Oskar Freysinger im Keller nach rechtsextremistischen Flaggen zu scannen.
  • Snowy 16.09.2020 18:39
    Highlight Highlight „Pikant: Als das System vorgestellt wurde, hiess es, dass der Fokus auf der Aufklärung schwerer Straftaten liege. Eine Beschränkung auf Delikte mit einer gewissen Strafhöhe ist nun jedoch explizit nicht vorgesehen.“

    Also hatten die Leute, welche vor einer Salamitaktik warnten recht erhalten - wie immer, wenn es um die Aufgabe von Rechten in der digitalen Welt ging.

    Nächster Schritt: Bargeldabschaffung (natürlich ebenfalls via mehreren Schritten und im Namen des Guten: Terrorbekämpfung, Seuchenabwehr, Steuerhinterziehung etc

    Diesen Safety first Tendenzen muss ganz ein Riegel geschoben werden
  • DARTH OLAF 16.09.2020 18:37
    Highlight Highlight Ist das system mal installiert, lässt sichs überwachen ungeniert.
  • Kampfsalami 16.09.2020 18:21
    Highlight Highlight Ja zum Glück überwacht man damit die Antifa und nicht die Faschos. Alle Diktatoren und Möchtegernwürstchen lecken sich hier die Finger und lachen sich ins andere Fäustchen....
  • Katzenseekatze 16.09.2020 18:16
    Highlight Highlight Das nächste ist dass wir gezwungen werden uns zu chippen. Nicht mit mir.
    • Popelbert 16.09.2020 18:26
      Highlight Highlight Bist Du längst. Trägst den 'Chip' 24/7 mit Dir rum. Ganz ohne Zwang.
  • rüpelpilzchen 16.09.2020 18:15
    Highlight Highlight Das ist schrecklich. Wir wissen wie schlecht diese Software funktioniert. Das ist nicht wie beim iPhone, wo ein Gesicht mit einem Gesicht abgeglichen wird. Die Falsch-Erkennungsrate ist viel viel zu hoch, gleicht dem auswürfeln.
    Das ist einfach eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Diese Firmen führen die Behörde an der Nase herum.
    Ausserdem sieht man das Missbrauchspotential riesig, wenn die Software besser werden sollte. Und was möglich ist, wird auch gemacht.
  • Ana64 16.09.2020 17:43
    Highlight Highlight Bravo!
  • Spargel 16.09.2020 17:34
    Highlight Highlight Und dann kommt: Erkennung während Quarantäne, während Krankschreibung, bei Taggeldbezug, Abgleich mit Aufenthaltsstatus, Abgleich der Steuerbehörden, Abgleich bei Tötungsaufträgen durch Drohnen.....wie bei Strassen. Früher oder später werden sie immer mehr genutzt, auch für andere Zwecke als vorgesehen.
    • Les Paul 17.09.2020 02:13
      Highlight Highlight Und irgendwann in der Zukunft: Minority Report...
  • Popelbert 16.09.2020 17:31
    Highlight Highlight Ach, wenn das der Führer noch hätte miterleben dürfen.
  • JaneSodaBorderless 16.09.2020 17:25
    Highlight Highlight arte hat zum Thema digitale Überwachung einen sehr guten und absolut empfehlenswerten Dokumentarfilm gedreht. Er heisst „Überwacht: Sieben Milliarden im Visier“

    Play Icon


    Schöne, neue Welt
    -.-
  • SR 210 16.09.2020 17:25
    Highlight Highlight Willkommen im Zeitalter "1984". Nach der erfolgreichen Etablierung in den USA jetzt und immer mehr auch in Europa.
  • Pafeld 16.09.2020 17:21
    Highlight Highlight Es wäre noch interessant zu wissen, ob der Nazisympathisant Kickl die Identifikation von politischen Gegnern beim Ausüben ihrer Rechte aufgegleist hat, oder ob Kurz selbst die Verantwortung für diesen Skandal trägt.
  • Umbo 16.09.2020 17:19
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • Chalbsbratwurst 16.09.2020 17:09
    Highlight Highlight Heikles Thema! Niemand will überwacht werden aber alle wollen das Straftäter schneller gefunden und aus dem Verkehr gezogen werden. Nicht einfach dafür einen akzptablen Kompromiss zu finden! Und allen kann man es sowieso nie recht machen...
    • DonChaote 16.09.2020 18:27
      Highlight Highlight @Chalbsbratwurst
      Also lässt man das am besten sein. Wer weiss, wer als nächste gruppe zu den „verfolgbaren“ gehört...
    • Chalbsbratwurst 16.09.2020 18:29
      Highlight Highlight Oh... so viele Likes und Dislikes... :-)
      Ich habe doch gar nichts dazu geschrieben ob ich für oder gegen die staatliche Überwachung bin :-)
      Mein Kommentar sollte nur meine gespaltene Gefühlslage zeigen. Denn grundsätzlich bin ich gegen jegliche Art der Überwachung. Wenn ich aber an mutmassliche Terroristen oder an einige Sekten denke, dann finde ich schon das man diese überwachen und wenn nötig eingreifen sollte. Darum finde ich es sehr schwierig einen guten Kompromiss zu finden... ich denke halt etwas weiter und nicht nur an das was ich selber zu verbergen habe ;-)
    • 97ProzentVonCH68000 16.09.2020 19:26
      Highlight Highlight @chalbs: ich gehöre offensichtlich nicht zu „alle“.
      Nein, nicht alle wollen Straftäter schneller finden (weder under diesen Umständen noch für jede (harmlose) Straftat. Deshalb Blitz von mir.
      Damit ich auch viele erhalte: für Abschreckung und Sühne genügt die gefassten hart zu strafen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 16.09.2020 17:03
    Highlight Highlight Auch in Öesterreich darf man demonstrieren, Gesichtserkennung hat da nichts zu suchen, weil keine Straftat.

    Sie sollen vielleicht in ihren eigenen Reihen bei der Polizei untersuchen wo da die Rechtsextremen sitzen.
    • 97ProzentVonCH68000 17.09.2020 07:32
      Highlight Highlight @Na, einen Generalverdacht (hier gegen die Polizei) machst dann aber du.
      Ja, in der Polizei gibt‘s Rechtsextreme, genauso wie Linksextreme, Chorsänger, Hundezüchter...
      Genau diese Art von Pauschal-Vorwürfen mit Generalverdacht vergiftet die Gesellschaft und führt zu Überwachung. Aber wenn‘s ins eigene Narrativ passt, will man es dann doch..?
  • tösstaler 16.09.2020 17:00
    Highlight Highlight ich habe langsam die Befürchtung, dass solche Erkennungsmassnahmen, zusätzlich zum Coronageschehen und weiteren staatlichen, jeweils subjektiv als invasiv empfundenen 'Drangsalierungen' (Flacherdler, Aluhut-Träger u. dergl.) bald mal zu einem lokalen Chlapf führen könnte.
    Sei es, das sich einer an Tschanun oder ähnliche Ereignisse erinnert oder schlicht nur durchdreht, weil er mit der Situation nicht mehr zu Gange kommt.
  • Peter Vogel 16.09.2020 16:53
    Highlight Highlight Eine absolute Schweinerei was die Österreicher da machen. Ich hoffe sehr, dass dies in der Schweiz verhindert werden wird. Egal wie unsympatisch Antifa und andere Demonstranten teilweise sind. Der Bund darf keine solchen Daten über seine Bürger sammeln!
  • Ritiker K. 16.09.2020 16:47
    Highlight Highlight Soweit mir ist werden IMSI-Catcher in der Schweiz schon seit Jahren bei Demos und Hausbesetzungen auf einer sehr dürftigen rechtlichen Basis eingesetzt.

    Da wird der Einsatz einer Gesichtserkennungssoftware wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.
    • Liselote Meier 16.09.2020 19:04
      Highlight Highlight Mich würde es erstaunen wenn es der Innlandsgeheimdienst NDB bis zum Fichenskandal politische Polizei gennant, nicht schon tut. Der ist im VBS angegliedert.

      Wäre nicht mal im Graubereich mit dem NDG wozu die Stimmbevölkerung ja gesagt hat.


  • Stefan Morgenthaler-Müller 16.09.2020 16:45
    Highlight Highlight Wie nennt man einen Staat, der seine Bürger, die dafür zu sorgen haben, dass so ein Staat überhaupt existieren kann, rund um die Uhr an jedem Platz überwacht oder ihm das Gefühl gibt, überwacht zu werden?
    • Katzenseekatze 16.09.2020 18:17
      Highlight Highlight Never darf das sein.
  • dwight_schrute 16.09.2020 16:33
    Highlight Highlight "Im August hat das Innenministerium in Österreich eine Software in Betrieb genommen, die die Identifikation von Demonstranten und Demonstrantinnen möglich macht."

    Meiner Meinung nach hat die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ja sowieso nichts zu suchen. Aber wieso sollen denn Demonstranten identifiziert werden? Ist demonstrieren eine Straftat oder was? "Krawallmacher" etc. werden sich dann einfach vermummen und es werden nur die friedlichen Demonstranten identifiziert werden können. Schön am Ziel vorbei...
    • Ichwillauchwassagen 16.09.2020 21:51
      Highlight Highlight Krawallmacher vermummen sich heute schon, da ändert nichts am Status quo
    • Müller Lukas 17.09.2020 13:49
      Highlight Highlight Offensichtlich sollen nicht Demonstranten identifziert werden, sondern Straftäter und Krawallmacher, die sich unter die Demonstranten mischen. Ist jetzt von der Grundidee her nicht so schwer zu verstehen...
    • Emil Eugster 17.09.2020 16:37
      Highlight Highlight "Ist demonstrieren eine Straftat oder was? "
      Demonstrieren ist erlaubt - noch - wird aber, da meisst von links angestossen, nicht gerne gesehen und allein die möglichen Nachteile der Demonstranten durch solche Überwachung soll potenzielle Teilnehmer abhalten.
      Ein Artikel zum nachdenken:
      https://police-it.net/sf_verbietet_gesichtserkennung_ergebnisse_nicht_zuverlaessig
  • El Vals del Obrero 16.09.2020 16:31
    Highlight Highlight Es ist halt praktisch immer so, dass eine Beschränkung "nur für sehr schwere Straftaten" (Tötungen, Kindesmissbrauch, Terrorismus) kaum langfristig funktioniert.

    Denn wenn dann z.B. jemand Opfer einer Sachbeschädigung wird, wird es im Boulevard schnell heissen "Skandal! Staat und diese Datenschutzheinis schützen Täter, so dass dieser trotz Beweis nicht bestraft wird und lassen armes Opfer im Stich!"

    Ich glaube, bei z.B. Genanalysen hiess es bei uns zu Beginn auch "nur bei Kapitalverbrechen" und mittlerweile werden sie auch bei Demonstranten angewendet.
  • madu 16.09.2020 16:28
    Highlight Highlight Wie soll das funktionieren, wenn der Demonstrant Kaputze, Maske und Sonnenbrille trägt? Masken sind ja nun an Demos Vorschrift ;)
  • Bärner Gieu 16.09.2020 16:25
    Highlight Highlight No problem, finde ich gut die Software. Aber ich habe ja auch nichts zu verbergen. Verstehe drum gut, dass die Entwicklung unseren Antifaschisten keine Freude macht.
    • Miracoolix 17.09.2020 11:01
      Highlight Highlight Bist du denn kein Antifaschist? Bist du Profaschist oder wie?
    • Ueli der Knecht 17.09.2020 12:07
      Highlight Highlight Wenn mir jemand sagt,

      "Du hast doch nichts zu verbergen, oder?",

      dann antworte ich dem:

      Ich brauche meine Privatsphäre, nicht weil meine Handlungen fragwürdig wären, sondern weil es deine Vorurteile sind, und deine Absichten.
  • Ivo.. 16.09.2020 16:20
    Highlight Highlight Solche Methoden sind absolutes Gift für jede freie, demokratische Gesellschaft und gehören schon in den Kinderschuhen verboten.
  • -thomi- 16.09.2020 16:17
    Highlight Highlight Minority Report kommt etwas näher...
    • MarGo 17.09.2020 10:51
      Highlight Highlight äh... es gibt x Filme, die futuristische Gesichtserkennung nutzen, warum kommst du gerade auf einen Film, dessen Plot ein in die Zukunft blickendes Trio in nem Pool ist? ;)
    • -thomi- 17.09.2020 11:09
      Highlight Highlight @MarGo. Keine Ahnung. Eher spontan, weil ich ein dystopisches Beispiel gebraucht habe. Aber der Plot sind ja nicht so sehr die 3 in einem Pool, sondern die dadurch und durch die Gesichtserkennung verursachte komplette Aufhebung der Unschuldsvermutung. Zur Vorverurteilung braucht man übrigens keine Vorhersagen. Dazu reicht eine Datenbank mit den erkannten Gesichtern.
    • Ueli der Knecht 17.09.2020 12:15
      Highlight Highlight Bei Minority Report geht es um das Erkennen von Verbrechen, noch bevor sie geschehen, bzw. um die Verhaftung der Täter, noch bevor sie eine Straftat begehen. Das heisst dort Precrime.

      Wir haben das zB. in unserer Anti-IS-Gesetzgebung. Da geht es auch um das Erkennen von verbotenen Bildern.

      Wenn zB. Millionen von Kindern mit Pokémon Go die Welt filmen, in deinen Gärten, in den Wohnzimmern und Büros jedes Dokument und jedes Bücheregal und Bild auf Video aufnehmen, dann lassen sich mit diesen Daten problemlos "Extremisten" erkennen.

      vgl. https://jigsaw.google.com/ um "Extremisten" umzupolen.
  • Maya Eldorado 16.09.2020 16:15
    Highlight Highlight Da haben Maskenträger echt Vorteile. Dürfte so schwierig sein die Gesichter zu erkennen.
    • TanookiStormtrooper 16.09.2020 16:35
      Highlight Highlight Was machen aber die Maskenverweigerer? Die haben doch auch Angst, dass der Staat/Bill Gates ihnen einen Chip zur Überwachung einpflanzen will!
      Zwickmühle! 🤣
    • Liselote Meier 16.09.2020 16:43
      Highlight Highlight @Tanooki; Ne Batman-Maske anziehen natürlich. Mund offen für Aerosol Verbreitung aber dennoch vermummt ;)
    • So oder so 16.09.2020 18:32
      Highlight Highlight Die Gesichtserkennung wäre auch ohne Corona Virus gekommen, da sieht man wie Lächerlich diese ich will keine Maske Tragen weil Diktatur Menschen sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lupo Lupus 16.09.2020 16:13
    Highlight Highlight Gut so, gleich einführen. Gibt es seit längerem auch für Streifenwagen, automatisches Scannen von Autonummern und Gesichtern, so würde man sicher viele faule Äpfel rausfiltern können. Schade nutzt die Polizei solche Technik in der Schweiz (noch) nicht.
    • Miracoolix 17.09.2020 11:02
      Highlight Highlight Das mit den Autonummern wird schon lange genutzt von der Polizei, schon vor 7 Jahren habe ich diese Erfahrung machen müssen.
    • Lupo Lupus 17.09.2020 13:53
      Highlight Highlight Miracoolix / Leider nicht in den Streifenwagen. Die KAPO TG und die STAPO ZH haben je ein fixes System im Einsatz.

      Dann weisst Du ja wie schnell es gehen kann... 😉

    • Miracoolix 17.09.2020 15:35
      Highlight Highlight Wieso leider, bist du für die Totalüberwachung? Und im Kt. Solothurn sind die Streifenwagen damit ausgestattet, wie gesagt, habe es hautnah miterlebt😉 vor 7 Jahren war das übrigens schon so.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.09.2020 16:10
    Highlight Highlight "Dies nicht zuletzt, weil es dazu in der Schweiz keine rechtliche Grundlage gibt."
    Dann wird es wohl höchste Zeit, gesetztlich festzuhalten, dass die Polizei und die Behörden solche Technologien nicht verwenden dürfen und sollen.
    Immerhin herrscht jetzt Maskenpflicht, das grätscht der staatlichen Überwachung sowieso gerade brutal rein.
    • Conflux 16.09.2020 16:36
      Highlight Highlight Ich finde das grundsätzlich nicht verwerflich. Schlussendlich ändert es sich an der Sachlage nichts, dass die Videos vorhanden sind und von Polizisten die Gesichter verglichen werden. Die Software unterstützt hier einfach nur und filtert schonmal vorab die Gesichter, die ähnlich sein könnten. Die Software wird sowieso keine enorm hohe Genauigkeit haben und es muss immer noch manuell verglichen werden. Es spart halt einfach Geld, die man sonst in manuelle Manpower ausgeben würde. Wenn, dann müsste man Videos als Beweisgrundlage verbieten, aber warum sollte man das machen?
    • MasterPain 16.09.2020 16:38
      Highlight Highlight Und wieso soll die Polizei und die Behörden diese Technologien nicht verwenden dürfen?

      Wie siehts mit Terrorermittlungen aus? Suche nach Mördern? Oder nach Pädophilen?
    • MeinAluhutBrennt 16.09.2020 16:45
      Highlight Highlight nicht wirklich, eher im Gegenteil, sie können noch besser die Software Testen...Ansichtssache. Aber eben weit und breit keine Anzeichen der Autoritäten einen Kontrollstaat auzuziehen...
    Weitere Antworten anzeigen

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