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Syrien-Gespräche mit Russland «nicht tot, aber auf der Intensivstation» 



U.S. Secretary of State John Kerry gestures during a press conference with Russian Foreign Minister Sergei Lavrov following their meeting in Geneva, Switzerland about the crisis in Syria late September 9, 2016. REUTERS/Kevin Lamarque

US-Aussenminister John Kerry während der Syrien-Gespräche in Genf Anfang September. Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Die Gespräche von US-Aussenminister John Kerry mit Russland über eine erneute Waffenruhe für Syrien sind laut seinem Sprecher «auf der Intensivstation», aber noch nicht tot. Kerry telefonierte am Freitag den dritten Tag in Folge mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, doch gab es keine konkreten Ergebnisse.

Der US-Aussenminister hatte am Vortag mit dem Abbruch der Gespräche gedroht, sollte Russland nicht seine Luftangriffe auf Aleppo einstellen, Moskau schloss jedoch einen Stopp des Bombardements aus.

US-Aussenamtssprecher Mark Toner gab zu, dass sich die US-Regierung irgendwann fragen müsse, ob der Glaube an eine diplomatische Lösung nicht umsonst sei, doch sei man noch nicht ganz an diesem Punkt.

Die USA und Russland streben eigentlich in ihren Verhandlungen eine Rückkehr zu der Waffenruhe an, die am 19. September nach nur einer Woche wieder zerbrochen war. Seitdem fliegt die russische Luftwaffe mit den syrischen Regierungstruppen massive Luftangriffe auf Aleppo.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow erklärte, Russland wolle Schritte erwägen, wie die Lage insbesondere in der heftig umkämpften Grossstadt Aleppo «normalisiert» werden könne. Er führte die Äusserung nicht näher aus.

Vorwürfe auf beiden Seiten

Gleichzeitig warf er den USA indirekt vor, den Konflikt in dem Bürgerkriegsland anzuheizen, weil sie keine Unterscheidung zwischen gemässigten Aufständischen und terroristischen Gruppen machten.

Dem britischen Sender BBC sagte Lawrow, die US-Regierung halte sich nicht an ihr Versprechen, die gemässigten Rebellen von der extremistischen Al-Nusra-Front zu trennen.

Sobald sie dafür sorge, dass die moderaten Rebellen ihre Verbindungen zu der Gruppe, die sich seit Juli Fateh-al-Scham-Front nennt, kappen, werde Russland auf dem Stopp der Kämpfe bestehen.

Waffenruhe gescheitert

Vor rund eineinhalb Wochen war eine Waffenruhe in Syrien gescheitert. Die Kämpfe flammten wieder auf, nachdem die US-geführte Koalition versehentlich Stellungen der syrischen Armee aus der Luft angriff und einige Tage später ein Hilfskonvoi bombardiert wurde.

Die USA werfen Russland und der syrischen Führung vor, den Angriff auf die unbewaffneten Helfer angeordnet zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück. Nach der Feuerpause leiteten die syrischen Einheiten eine Grossoffensive auf Aleppo ein, die von Russland unterstützt wird.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte am Freitag an, ein interner Ausschuss werde den Angriff auf den Hilfskonvoi untersuchen. (wst/sda/afp/reu)

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