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US-Präsident Donald Trump bei einem öffentlichen Auftritt im US-Bundesstaat Kalifornien. Bild: keystone

Trump und seine Angst vor Wahlmanipulation – 7 Dinge, die du dazu wissen musst



US-Präsident Donald Trump ist kein guter Verlierer, das räumt der 74-Jährige offen ein. «Ich mag es nicht zu verlieren», sagte Trump im vergangenen Monat in einem Interview des Senders Fox News. «Ich verliere nicht allzu oft.» Bei der Wahl im November ist zwar noch alles offen, eine Niederlage des Republikaners Trump gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden ist aber durchaus denkbar - in landesweiten Umfragen liegt der Amtsinhaber hinten. Trump bereitet nach Ansicht von Kritikern bereits das Feld dafür, eine etwaige Niederlage womöglich nicht anzuerkennen - indem er schon jetzt die Legitimität der Wahl in Frage stellt.

Trumps düstere Warnungen

Beim Nominierungsparteitag der Republikaner am Montag (Ortszeit) in Charlotte (North Carolina) unterstellte Trump Bidens Demokraten ohne jeden Beleg, die Wahl im November manipulieren zu wollen. «Sie versuchen, die Wahl von den Republikanern zu stehlen», sagte er bei seinem vorab nicht angekündigten Besuch. «Die einzige Möglichkeit, wie sie uns diese Wahl wegnehmen können, ist, wenn das eine manipulierte Wahl ist.» Trumps Botschaft an seine Anhänger ist klar: Entweder er gewinnt am 3. November, oder es ist bei der Wahl nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Der Konflikt um die Briefwahl

Hintergrund von Trumps Vorwürfen ist der Streit um die Briefwahl. Die Pandemie dürfte in den USA bis zur Wahl nicht beendet sein, die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle rechnen bis zum 3. November mit einem Anstieg der Todeszahlen auf mehr als 257 000 – rund 80 000 mehr als derzeit. Die Demokraten fordern daher, Briefwahl möglichst vielen Amerikanern zu ermöglichen, um das Infektionsrisiko bei der Stimmabgabe zu minimieren.

Trump wiederum läuft Sturm gegen eine Ausweitung der Briefwahl, die viele US-Bundesstaaten wegen der Pandemie vorbereiten. Bei der Wahl 2016 hatte rund jeder vierte Wähler davon Gebrauch gemacht – ohne dass es deshalb zu Manipulationsvorwürfen kam.

Das Coronavirus als Vorwand?

«Sie benutzen Covid, um unser Volk, unser ganzes Volk, um eine freie und faire Wahl zu betrügen», sagte Trump am Montag. «Das ist der grösste Betrug in der Geschichte der Politik.» Am Dienstag legte er auf Twitter nach: Ungefragt Millionen Briefwahlunterlagen zu verschicken sei ein «Fahrplan zur Katastrophe», schrieb Trump - und er warnte vor etlichen falschen oder fehlenden Stimmzetteln.

Der Präsident führt inzwischen beinahe täglich an, dass Briefwahl Manipulationen Tür und Tor öffnet. Einen Beweis für diese These bleibt er schuldig. Experten teilen Trumps Befürchtungen nicht, auch republikanisch regierte Bundesstaaten, in denen Briefwahl bereits üblich ist, sehen keine erhöhte Manipulationsgefahr. Trump machte am Montag aber auch deutlich, dass es ihm nicht nur darum geht.

Eine Frage des Enthusiasmus

Der Präsident sagte vor den Delegierten, während seine Anhänger enthusiastisch seien, gelte das für das Gegenlager nicht. Seine Unterstützer würden daher auf jeden Fall ins Wahllokal gehen, seine Gegner aber womöglich darauf verzichten – und ihre Stimme nur dann für seinen Herausforderer abgeben, wenn sie das bequem per Brief erledigen könnten. Trump befürchtet also, dass es Biden-Wählern zu einfach gemacht werden könnte. Er will die Wahlbeteiligung möglichst niedrig halten, weil er sich davon Vorteile verspricht.

Die Rolle des Postchefs

Bei den Demokraten ist längst Alarmstimmung ausgebrochen, die nicht nur Trumps Rhetorik geschuldet ist. Vor der Wahl begann Post-Chef Louis DeJoy – ein Trump-Vertrauter – damit, Sortiermaschinen und Briefkästen abbauen zu lassen. Aus dem Reihen der Demokraten wurde ihm «Sabotage» vorgeworfen.

DeJoy versicherte am Montag bei einer Anhörung im Kongress zwar: «Die Post ist voll und ganz in der Lage und verpflichtet, die Stimmzettel der Nation sicher und pünktlich zuzustellen.» Seine Kürzungsmassnahmen haben aber - besonders im Zusammenspiel mit dem Feldzug des Präsidenten gegen die Briefwahl - die Sorge vor etwaiger Wahlbehinderung durch Trumps Lager angeheizt.

Droht die Krise nach der Wahl?

Biden sagte bereits im Juni in der «Daily Show»: «Das ist meine grösste Sorge, meine allergrösste Sorge. Dieser Präsident wird versuchen, diese Wahl zu stehlen.» Die «Washington Post» schrieb im vergangenen Monat, Trumps anhaltendes Schüren von Zweifeln an der Legitimität der Wahl könnte zu einer beispiellosen Belastungsprobe der US-Demokratie führen. Offen ist, was passiert, sollte Trump eine Niederlage nicht akzeptieren – dafür gibt es kein Drehbuch.

Democratic presidential candidate former Vice President Joe Biden speaks during a campaign event with his running mate Sen. Kamala Harris, D-Calif., at Alexis Dupont High School in Wilmington, Del., Wednesday, Aug. 12, 2020. (AP Photo/Carolyn Kaster)
Joe Biden,Kamala Harris

Joe Biden fürchtet sich davor, dass Trump versuchen wird, die «Wahl zu stehlen». Bild: keystone

William Galston von der Denkfabrik Brookings sagte der Zeitung, Trump untergrabe mutwillig das Vertrauen «in den grundlegendsten demokratischen Prozess, den wir haben». Galston warnte vor einer «wirklich schädlichen Krise in den Tagen und Wochen nach der Wahl». Trumps Verhalten nannte er «zutiefst unverantwortlich».

Geschlossen hinter Trump

Offene Kritik an diesem Verhalten regt sich im Trump-Lager nicht. Wie sehr der Präsident die Republikaner auf Linie gebracht hat, zeigte sich zum Auftakt des Parteitags in Charlotte: Mit 100 Prozent der 2550 Stimmen wurde Trump zum Kandidaten bei der Wahl am 3. November nominiert. Trump zeigte sich danach siegesgewiss. «Wir werden diese Wahl gewinnen», sagte er. Und wenn das Resultat anders ausfällt? Beim Interview mit Fox News im Juli wurde Trump gefragt, ob er das Wahlergebnis anerkennen werde. Seine Antwort: «Das muss ich sehen.» (sda/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Makatitom 26.08.2020 08:30
    Highlight Highlight Projektion nennt der Psychiater das. Trump betrügt und belügt wo er nur kann, also denkt er alle anderen seien auch so
  • Chrisbe 26.08.2020 07:17
    Highlight Highlight Die Angst eines Lügners und Betrügers ..
  • Joe "I beat the socialist" Biden 26.08.2020 06:22
    Highlight Highlight Watson, ihr berichtet jeden Tag von ihm aber ihr kennt diesen Mann immer noch nicht: Er hat nicht Angst vor Wahlmanipulation. Das ist bereits Teil der Wahlmanipulation.
  • Herbibi 26.08.2020 04:39
    Highlight Highlight Das ist so grotesk, wenn einer herumschreit, die Wahlen werden unfair sein, und dieser “Gränni“ ist der Präsident selbst, der dafür dafür sorgen sollte, müsste und könnte, dass die Wahlen fair sind, aber in Wirklichkeit tut er das Gegenteil und schreit weiter durch die Gegend. So grotesk, so fies, und 2550 nominieren ihn einstimmig. UNFASSBAR, ICH FASS ES NICHT. Falls dieser falscheste aller Charaktere abgewählt wird, mache ich (Festmuffel seit Geburt) ein Freudenfest.
  • Amadeus 25.08.2020 23:19
    Highlight Highlight Die gleiche Nummer wie 2016. "The election is rigged...unless I win". Und seine Handlanger im Weissen Haus und bei Fox News tun weiter so als sei das alles normal.
  • Mingus 25.08.2020 22:50
    Highlight Highlight Was für ein propagandistischer Titel! Die Welt muss sich wohl eher fürchten vor Trumps Wahlmanipulatonen.
  • YvesM 25.08.2020 22:21
    Highlight Highlight Grundsätzlich manipulieren die Republikaner seit Jahren die Wahlkreise, wo es nur geht (Gerrymandering). Weiter werden den farbigen Wählern Steine in den Weg gelegt und wo immer möglich sie von der Wahl abzuhalten. Die Politikagenda der Republikaner wird von der Mehrheit der Amerikaner schon lange nicht mehr getragen.
  • Meinung 25.08.2020 22:15
    Highlight Highlight Das Laufsteg-Training bei Jorge González war offenbar hilfreich😂
  • Calvin Whatison 25.08.2020 21:29
    Highlight Highlight Wenn alles sauber läuft Herr Trump, werden Sie am 3.November abgewählt. Da müssen Sie keine Angst zu haben.
  • Siru 25.08.2020 21:22
    Highlight Highlight Erster Gedanke beim lesen des Titels: Trump hat nicht Angst vor Wahlmanipulation. Er hat Angst vor einer Wahlmanipulation, die effektiver ist als seine.
    Der Unterschied, dass trump mit Sicherheit jegliche Manipulation, die ihm hilft und z. T. bereits offensichtlich sind, begrüsst, während eine Manipulation seitens der Gegner nicht ersichtlich ist.
  • Prometheuspur 25.08.2020 20:56
    Highlight Highlight Dieses Foto ist wieder superirre.
    Kommt mir vor als würde Donald auf nem Catwalk hin und her tänzeln. Inklusive einem geilen Power-Traktor als coole Background Kulisse - 😎
  • John Galt 25.08.2020 20:54
    Highlight Highlight Trump hat keine Angst vor Wahlmanipulationen; er hat Angst vor dem Verlieren.
    • wasps 26.08.2020 08:59
      Highlight Highlight Und vor dem Verlust der Immunität. Das wird ein juristisches Spiesslaufen für ihn, die NY Staatsanwaltschaft wetzt bereits die Messer.
  • wasps 25.08.2020 20:49
    Highlight Highlight Die US-Demokratie ist stärker als dieser Tölpel. Und wenn er mit Handschellen abgeführt werden muss. Ihm wird der Prozess gemacht.
  • Lowend 25.08.2020 20:40
    Highlight Highlight Interessant ist es, wo genau DeJoy die Sortiermaschinen demontieren liess. Laut «Washington Post» sind nämlich genau dort, wo Trumps Gegnerin Hillary Clinton gewann Kapazitäten abgebaut worden. Laut DeJoy hat der Abbau nichts mit der Wahl zu tun, aber man muss kein Schelm sein, sich dazu seine bösen Gedanken zu machen.

    Benutzer Bild
  • Platon 25.08.2020 20:34
    Highlight Highlight Let‘s face it. Die GOP hat die Demokratie hinter sich gelassen und wartet nur auf die Gelegenheit die Leute zu unterjochen. Dieser November wird eine Wahl zwischen Demokratie und Aristokratie in den USA. Stellt sich nur noch die Frage wie gut die GOP den Putsch geplant hat.
  • [CH-Bürger] 25.08.2020 20:32
    Highlight Highlight der Kloss in meinem Hals bildet sich jedes Mal schneller und wird jedes Mal grösser:
    mit jedem Tweet, den dieses Hass-Spuckende Weichei von sich gibt und irgendwelche abstrusen Manipulationsvorwürfe in die Runde wirft.
    Hauptsache, mit Scheisse um sich werfen, bis die Gegner mit Nachforschen und Gegenbeweisen nicht mehr mitkommen.

    Arme Amis

    Es ist fast wie ein Tod in Raten - man weiss nie genau, wann der richtige Zeitpunkt ist zum Abschied nehmen.
    Die USA sind eigentlich schon (lange) nicht mehr das, was sie mal waren. und wenn dieser Günstling nochmals gewinnt, dann ademässi!! 🤦🏼‍♂️

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