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epa08612057 Democratic Presidential nominee Joe Biden is displayed on a computer as he speaks during the virtual Democratic National Convention, in New York City, USA, 18 August 2020. The convention, which was expected to draw 50,000 people to the city, is now taking place virtually due to coronavirus pandemic concerns.  EPA/JASON SZENES

Der Parteitag der Demokraten hat weitgehend virtuell stattgefunden: Joe Biden. Bild: keystone

Joe Biden offiziell nominiert: «Bedeutet die Welt für mich»

Die US-Demokraten haben es getan: Joe Biden ist im Rennen um das Weisse Haus offiziell nominiert. Der ehemalige US-Vizepräsident unter Obama erhielt am Dienstagabend (Ortszeit) beim Parteitag der Demokraten wie erwartet die dafür notwendige Zahl an Delegiertenstimmen. Er tritt damit bei der Wahl am 3. November gegen den jetzigen US-Präsident Donald Trump an.



«Es bedeutet die Welt für mich und meine Familie», sagte Joe Biden nach seiner Nomination für die US-Präsidentschaftswahl. «Danke, danke, danke.» Der 77-Jährige wird sich zum Abschluss des Parteitags am Donnerstag (Ortszeit) in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware äussern und seine Nominierung formell annehmen.

Biden hatte bereits Anfang Juni nach einer Serie von Vorwahlen erklärt, dass er alle nötigen Stimmen zusammen habe, um sich die Kandidatur der Partei zu sichern. Amtsinhaber Trump soll kommende Woche bei dem Parteitag der Republikaner offiziell zum Kandidaten gekürt werden.

Coronavirus stellt Wahl auf den Kopf

Die Corona-Pandemie hat die Planungen der Demokraten für den Parteitag auf den Kopf gestellt. Ursprünglich war das Treffen in einer grossen Halle in Milwaukee (Wisconsin) geplant - in Anwesenheit von Zehntausenden Gästen. Das viertägige traditionelle Mega-Event wurde auf täglich zwei Stunden Programm reduziert, das bei vielen Fernsehsendern und online übertragen wird. Nur wenige Vertreter der Demokraten befinden sich am ursprünglichen Veranstaltungsort.

In this image from video, Jill Biden is joined by her husband, Democratic presidential candidate former Vice President Joe Biden, after speaking during the second night of the Democratic National Convention on Tuesday, Aug. 18, 2020. (Democratic National Convention via AP)

Jill und Joe Biden während der «Democratic National Convention». Bild: keystone

Während der Abstimmung zur Nominierung verkünden Vertreter der Staaten und Gebiete der USA typischerweise die Verteilung der Delegiertenstimmen - und nutzen den Auftritt für politische Forderungen oder Preisungen ihrer Heimat. Dieses Jahr lief das Prozedere in komprimierter Form ab - Videos aus den einzelnen Teilen des Landes erinnerten an die Punktevergabe beim Eurovision Song Contest. Die Redebeiträge von Politikern, Aktivisten oder Arbeitern drehten sich um Bidens Pläne für die Wirtschaft und Erfahrungen während der Corona-Pandemie - Kritik an Trump gab es auch.

Die frühere First Lady: Michelle Obama.

Biden verspricht, das Land als Präsident zu einen. Er will aus der Corona-Pandemie führen und die Wirtschaft wieder aufbauen, die durch die Krise erheblichen Schaden genommen hat. Zudem verspricht er, sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen und gegen systematischen Rassismus einzutreten.

Die vielleicht nächste First Lady: Jill Biden.

Kamala Harris als Vizekandidatin

Der 77-Jährige war acht Jahre lang Vizepräsident unter Barack Obama. In die Wahl ziehen will er mit der kalifornischen Senatorin Kamala Harris, die im Fall eines Sieges die erste schwarze Vizepräsidentin der USA wäre. Harris soll am Mittwoch (Ortszeit) nominiert werden und anschliessend ihre Nominierungsrede halten. Biden hatte zahlreiche Frauen als «Running Mate» in Betracht gezogen. Während der landesweiten Debatte über Rassismus und Polizeigewalt war der Druck auf ihn gestiegen, sich für eine nicht-weisse Frau zu entscheiden.

«Gratuliere, Joe. Ich bin stolz auf dich.»

Barack Obama twitter

FILE - In this Jan. 4, 2017 file photo, Vice President Joe Biden, left, watches President Barack Obama, center, at Conmy Hall, Joint Base Myer-Henderson Hall, Va. Democrats hoping to create a surge of enthusiasm behind Joe Biden’s presidential bid will look to Wednesday’s convention headliners to broaden the party's focus from a rebuke of President Donald Trump to a message of change. Former President Barack Obama has top billing for the third night of the all-virtual Democratic National Convention. (AP Photo/Susan Walsh)
Barack Obama,Joe Biden

Dream Team: Präsident Obama und Vize Biden. Bild: keystone

Biden liegt in landesweiten Umfragen vor Präsident Trump. Die Erhebungen haben allerdings wegen des komplizierten Wahlsystems nur begrenzte Aussagekraft. Biden ist bislang gut mit einem zurückhaltenden Wahlkampf gefahren, mit dem er der Pandemie Rechnung getragen hat. Die Demokraten unterstreichen damit ihre Botschaft, einen verantwortungsvollen Kandidaten ins Rennen ums Weisse Haus zu schicken. Wegen Trumps treuer Basis sind sie auf eine breite Koalition an Unterstützern angewiesen, von enttäuschten Trump-Wählern bis hin zu den Parteilinken. Die Hoffnung ist, dass der moderate Biden diese hinter sich vereinen kann.

Trump musste natürlich auch noch seinen Senf dazugeben.

(sda/dpa/bal)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Unicron
19.08.2020 07:53registriert November 2016
President @realDonaldTrump: “Joe Biden is the puppet of a Radical Left wing movement that seeks the complete elimination of America’s borders and boundaries.”
Und die Leute glauben ihm das auch noch.
Die Partnerin meines Vaters hat verwandte in den USA, lebenslange Republikaner. Die mögen Trump nicht, aber das Argument warum sie ihn wählen: Die Demokraten wollen uns unser Geld weg nehmen.
Das wird einfach ungefiltert geglaubt.
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