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Loyal und Atlantiker – Tony Blinken soll Bidens Aussenminister werden

Antony «Tony» Blinken soll im kommenden Januar an die Spitze des amerikanischen Aussenministeriums aufsteigen. Der 58-Jährige gilt als loyaler Weggefährte des künftigen Präsidenten Joe Biden – und als Anhänger der traditionellen Bündnispolitik Amerikas.

Renzo Ruf aus Washington / ch media



ARCHIV - Antony Blinken, ehemaliger US-Vize-Außenminister, bei einem Treffen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Antony Blinken, ehemaliger US-Vize-Aussenminister, bei einem Treffen. Bild: sda

Donald Trump mag immer noch behaupten, dass er mit Hilfe von massiven Fälschungen um eine zweite Amtszeit gebracht worden sei. Der eigentliche Gewinner der Präsidentenwahl, der Demokrat Joe Biden, lässt sich davon aber nicht beirren. Stattdessen wird der 78-Jährige am Dienstag die wichtigsten Köpfe seines Kabinetts vorstellen, mit dem er ab dem 20. Januar 2021 regieren will.

Beide, sowohl Blinken als auch Sullivan, gehören zum engen Kern von «Team Biden», wie die verschworene Truppe heisst, die dem designierten Präsidenten zur Seite steht. Ihre Karriere verdanken aber beide dem Ehepaar Bill und Hillary Clinton. Blinken, der seine Kindheit teilweise in Paris verbrachte und dessen Stiefvater der Auschwitz-Überlebende Samuel Pisar war, diente in den Neunzigerjahren Präsident Clinton als Redenschreiber und Sicherheitsberater.

2002 heuerte der ehemalige Journalist beim damaligen Senator Biden als aussenpolitischer Experte an. Dann folgte Blinken seinem Chef ins Weisse Haus, nachdem Biden an der Seite von Barack Obama im Jahr 2008 die Präsidentenwahl gewonnen hatte. Blinken diente dem neuen Vizepräsidenten zuerst als Sicherheitsberater, bevor er von 2013 bis 2015 als Stellvertreter der Nationalen Sicherheitsberaterin Susan Rice amtierte und als einer der Architekten der misslungenen Syrien-Strategie galt. Am Ende der Präsidentschaft Obamas wirkte Blinken als Nummer zwei des Aussenministeriums; der Weltbürger ist also mit der Bürokratie in Foggy Bottom, dem Hauptsitz des State Department in Washington, wohlvertraut.

Nach dem Wahlsieg Trumps im Jahr 2016 gründete Blinken die Beratungsfirma WestExec Advisors; er wirkte dabei Seite an Seite mit der Sicherheitsexpertin Michèle Flournoy, die gemäss übereinstimmenden Medienberichten unter Präsident Biden das Verteidigungsministerium übernehmen soll. Auch war Blinken ein gern gesehener Gast auf dem Nachrichtensender CNN, wo er die nationalistische Aussenpolitik der neuen Regierung heftig kritisierte. Und sich darüber beklagte, dass Präsident Trump die traditionellen Verbündeten Amerikas im Stich lasse.

FILE - This Dec. 7, 2011 file photo shows former U.S. Defense Undersecretary Michele Flournoy, preparing for a bilateral meeting in Beijing, China. Flournoy, a politically moderate Pentagon veteran, is regarded by U.S. officials and political insiders as a top choice for President-elect Joe Bide to choose to head the Pentagon. (AP Photo/Andy Wong, File)
Michele Flournoy

Michele Flournoy. Bild: keystone

Jake Sullivan soll Nationaler Sicherheitsberater werden

Sullivan wiederum verdiente sich seine Sporen als Berater von Hillary Clinton ab. Nach dem Rücktritt der damaligen Aussenministerin im Jahr 2013 wechselte er ins Weisse Haus, wo er 2013 Nachfolger von Tony Blinken als Sicherheitsberater von Vizepräsident Biden wurde. Im Sommer 2014 verabschiedete sich Sullivan, der aus Minneapolis (Minnesota) stammt, aber aus dem Regierungsdienst; stattdessen unterrichtete er an der Yale Law School in New Haven (Connecticut).

2016 galt der blitzgescheite junge Mann als aussichtsreicher Kandidat für einen hochrangigen Kabinettsposten unter Präsidentin Hillary Clinton. Bekanntlich aber verlor die Demokratin das Duell gegen Trump und Sullivan verabschiedete sich in die Privatwirtschaft. Im Januar 2017 heuerte er in der Beratungsfirma Macro Advisory Partners an, zu deren Kunden auch Uber gehört. Die Politik liess ihn aber nicht los. So beriet er Biden im Wahlkampf 2020 in aussenpolitischen Fragen.

Die Personalie Blinken muss im kommenden Jahr noch durch den Senat bestätigt werden. Sullivan hingegen kann seinen neuen Posten übernehmen, kaum hat Präsident Biden seinen Amtseid abgelegt. (bzbasel.ch)

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