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Nächste Runde im Streit: Twitter sperrt ein Trump-Video



US-Präsident Donald Trump hat einen weiteren Grund, über Twitter verärgert zu sein: Der Kurznachrichtendienst sperrte ein Video seines Wahlkampfteams unter Hinweis auf eine Urheberrechtsverletzung.

Das fast vier Minuten lange Video bestand aus einem Zusammenschnitt von Aufnahmen friedlicher und gewaltsamer Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, unterlegt von einer Ansprache Trumps und Klaviermusik.

Twitter bestätigte, dass der Dienst eine Aufforderung erhielt, den Beitrag zu entfernen, weil jemand seine Urheberrechte verletzt sah. Dabei dürfte es sich um einen oder mehrere Autoren der verwendeten Fotos oder Videos handeln. Bei Googles Videoplattform YouTube war das Video mit dem Titel «Heilung statt Hass» am Freitag auf Trumps Account weiterhin verfügbar.

Trumps Stab für die US-Präsidentenwahl im November warf Twitter vor, die «erbauliche und einende Botschaft» des US-Präsidenten zu zensieren. Der Dienst verwies darauf, dass es bei berechtigten Urheberrechtsbeschwerden die übliche Vorgehensweise sei, den Beitrag zu sperren.

Twitter ist seit Jahren die wichtigste Kommunikationsplattform Trumps. Vergangene Woche entzündete sich aber ein Streit. Der Dienst unterzog einen Tweet von Trump einem Faktencheck und zog damit den Zorn des US-Präsidenten auf sich.

Er hatte behauptet, dass Briefwahl die Gefahr von Wahlfälschung erhöhe, im Faktencheck wurde das als falsch eingeordnet. Trump reagierte mit einer Verfügung, die den Spielraum von Online-Plattformen einschränken soll, gegen einzelne Inhalte und Nutzer vorzugehen.

Wenige Tage später versteckte Twitter einen Trump-Tweet hinter einem Warnhinweis, weil dieser gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verstossen habe. Der US-Präsident hatte nach Ausschreitungen geschrieben, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und hinzugefügt: «Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen» - «when the looting starts, the shooting starts». Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt. Facebook liess die auch beim Online-Netzwerk gespiegelte Äusserung Trumps dagegen unkommentiert auf der Plattform stehen. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 05.06.2020 13:43
    Highlight Highlight Das Urheberrecht gilt auch für Trump. Wer nicht lizensierte Musik oder Videoschnipsel in einem seiner Videos verwendet, dessen Video wird gesperrt.
    Das einzige, was Twitter seit ein paar Tagen macht, ist die Regeln auch auf Trump anzuwenden, denn auch der US-Präsident steht nicht über dem Gesetz. Auch wenn er gerade daran arbeitet.
    • roger_dodger 05.06.2020 14:48
      Highlight Highlight Normalbürger gehen für Verletzung des DMCA Jahre in den Knast und der grösste Verbrecher von allen wird nicht mal angeklagt. Schön, dass vor dem Gesetzt alle (un)gleich sind.
    • COVID-19 ist Evolution 05.06.2020 17:14
      Highlight Highlight @TanookiStormtrooper: folgendes wäre zu korrigieren:
      1. das Video wurde nicht von Trump erstellt und gepostet, sondern von einer ihn fördernden Wahlkampf-Organisation. Es gibt rechtlich keine Beziehung zwischen Trump und der Organisation.
      2. Für diese Donald J. Trump for President, Inc. gilt das Copyright, darum konnte es herunter genommen werden. Staatliche Stellen sind in den USA von den Auflagen des Copyright mitunter befreit.
    • The Destiny // Team Telegram 05.06.2020 19:56
      Highlight Highlight @Roger, so ein Schwachsinn, da würden ja sonst 100 von Leuten ins Gefängnis, dmcas sind der Alltag auf YouTube und wenn man sie befolgt passiert überhaupt nichts.
  • bossac 05.06.2020 12:12
    Highlight Highlight Hab mir gerade das Video auf Youtube angeschaut und muss sagen, dass es erstaunlich gut gemacht ist. Das Problem ist halt nur wieder, dass es überhaupt nicht der Realität entspricht und diametral zu seiner Politik der Spaltung der letzten 3 Jahre steht. Sieht man es sich ohne Hintergrundwissen an, bekommt man jedoch durchaus den Eindruck, dass Trump sich für die Protester einsetzt und nur gegen die Plünderungen ist - totale Faktenverdrehung und Propaganda.
    • swisskiss 05.06.2020 12:36
      Highlight Highlight bossac: Der Verantworliche für das Video, Brad Parscale, ist ein medialer Vollprofi, der nicht nur massgeblich als Leiter soziale Medien in Trumps Wahlkampfeam, für dessen Sieg verantwortlich war, sondern nun als Kampagnenleiter Trump 2020 wieder die Fäden zieht.

      Aber wie Du schreibst, ist die Darstellung von Trump als einender Präsident schlicht absurd, wenn man sich sein Verhalten seit Amtsbeginn betrachtet.
      Aber solche Wahlpropaganda ist üblich und zielt auf Wähler ab, die weitgehend uninformiert und apolitisch sind.
    • mrmikech 05.06.2020 12:49
      Highlight Highlight Es ist kein Geheimnis dass Trump und seine Kumpels sehr von die Strategien von Joseph Goebbels begeistert sind. Und nur so nebenbei, eine von Trump's Kumpels - Steve Bannon, auch Goebbels-Fan - versucht immer noch eine Nazischule in Italien auf zu setzen: https://www.theartnewspaper.com/news/steve-bannon-wins-again-in-battle-against-italian-ministry-of-culture
    • Ueli der Knecht 05.06.2020 13:26
      Highlight Highlight Das Video stammt nicht von Trump, sondern von seinem Wahlkampfteam. Trump hat es nur "approved". Vermutlich hat er es nicht mal selbst gesprochen.

      Dem TItel "Heilung statt Hetze" folgt das Video nur eine Minute. Danach folgt zuerst eine Minute offene Hetze gegen Linke, antifaschistische Aktivisten und andere, um in der letzten Minute heuchlerischer Rassismus zu zelebrieren. Da werden von weissen aufrechten Polizisten arme, weinerliche und hilflose schwarze Opfer umarmt. Das ist paternalistisch, feige, heuchlerisch, und ebenfalls Rassimus. Die Welt von alten, verkursteten weissen Männern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Geff Joldblum 05.06.2020 12:05
    Highlight Highlight Twitter scheint die Sache durchzuziehen. 💪 Weiteres Bsp: Tippt man "Racist" in der Suche ein erscheint bei Personen zuoberst Donald Trump. 🤫

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