International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Thomas Cook»-Pleite: So verteidigt sich der Schweizer Ex-Konzernchef



Bild

Peter Fankhauser vor den Medien in London.

Der Ex-Chef des pleite gegangenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, ist Vorwürfen über seine Bezahlung und Managementfehler entgegen getreten. Bei einer Anhörung eines Ausschusses des britischen Parlaments entschuldigte sich der Schweizer am Dienstag erneut bei Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern für die Insolvenz des weltweit ältesten Reisekonzerns.

Er habe unermüdlich für die Rettung und den Erfolg des Unternehmens gearbeitet. Auf Fragen nach seiner Vergütung von rund einer Million Pfund 2018 und einem Bonus in Höhe von 750'000 Pfund für 2017 sagte Fankhauser, er lege seine Bezahlung nicht selbst fest. Der Bonus von 2017 könne ihm theoretisch wieder entzogen werden. 30 Prozent davon seien jetzt wertlose Thomas-Cook-Aktien.

Von Verschuldung gebremst

Das seit Jahren hoch verschuldete Unternehmen war Ende September pleite gegangen, nachdem einige Banken einen milliardenschweren Rettungsplan nicht mittragen wollten und auch der britische eine Kredithilfe ablehnte. Thomas Cook kämpfte schon länger mit Problemen durch seine grosse Abhängigkeit von Pauschalreisen und die wachsende Konkurrenz durch Online-Reisevermittler.

Fankhauser erklärte, die Bemühungen um eine Wende seit seinem Antritt als Konzernchef 2014 seien von der hohen Verschuldung gebremst worden. Mehrere Beteiligte seien verantwortlich gewesen für das Scheitern des Rettungsplans. Hätte er gegriffen, wäre Thomas Cook das bestfinanzierte Reiseunternehmen in Europa gewesen.

«Ich glaube fest, dass wir einen Neustart nach einer erfolgreichen Rekapitalisierung geschafft hätten», sagte Fankhauser. Er wolle die britische Regierung wegen der Absage an einen Hilfskredit nicht kritisieren. Aber die Kosten des Zusammenbruchs von Thomas Cook seien letztlich viel höher gewesen als die angefragte Finanzierung, die sich auf 150 Millionen Pfund belaufen haben soll. (aeg/sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das sind die 10 reichsten Menschen 2019

Wie wir heute in die Ferien fahren und wie es früher war

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • critico 15.10.2019 18:38
    Highlight Highlight ich hoffe, dass in england die verwaltungsratshaftung greift...
  • ingmarbergman 15.10.2019 16:25
    Highlight Highlight DARUM verliert der Kapitalismus an Glaubwürdigkeit. Wenn der Chef einen Bonus erhält und nur ein Jahr später ist das Unternehmen pleite, dann stimmt es einfach nicht.
    Boni ja, aber für nachhaltige Leistung und nicht Abzocke!
  • RicoH 15.10.2019 15:32
    Highlight Highlight "Er wolle die britische Regierung wegen der Absage an einen Hilfskredit nicht kritisieren. Aber die Kosten des Zusammenbruchs von Thomas Cook seien letztlich viel höher gewesen als die angefragte Finanzierung, die sich auf 150 Millionen Pfund belaufen haben soll."

    Das ist gelinde gesagt eine billige Ausrede von Fankhauser. Warum bitte soll der Staat für die Schulden von Thomas Cook aufkommen? Ist ja nicht so, dass der Staat den Reisekonzern in die roten Zahlen geführt hat.

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel