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epa04836412 A worker repairs the electronic board in a brokerage house in Fuyang in central China's Anhui province, 08 July 2015. Chinese stocks plunged on 08 July, with the benchmark Shanghai Composite Index closing down 5.9 percent despite new measures to shore up share prices. The Shanghai Composite Index has tumbled by around 30 per cent since a peak on 12 June.  EPA/AN MING CHINA OUT

Bild: EPA/FEATURECHINA

China stemmt sich mit radikalen Massnahmen gegen die Börsen-Talfahrt

Der Kursverfall an den chinesischen Aktienmärkten ist vorerst aufgefangen worden. Experten warnen vor weiteren staatlichen Eingriffen.



Nach radikalen Massnahmen der Regierung ist der Kursverfall an den chinesischen Aktienmärkten vorerst aufgefangen worden. Sackte die Börse in Shanghai zu Handelsbeginn am Donnerstag noch mehr als drei Prozent in den Keller, lag sie im Verlauf nur noch leicht im Minus. 

Anteilseigner, die Beteiligungen von mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen halten, dürfen ihre Aktien in den nächsten sechs Monaten nicht veräussern. Das ordnete die Wertpapieraufsicht an. Damit solle die «Stabilität an den Kapitalmärkten gewahrt» werden. Die Märkte waren in einem Monat um mehr als einen Drittel gefallen. 

Rund die Hälfte aller gelisteten Aktien ist allerdings schon vom Handel ausgenommen. Die Zahl der chinesischen Unternehmen, die angesichts der starken Kursrückgänge nicht mehr gehandelt werden wollen oder sollen, stieg um 194 auf 1439, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. 

Um den Markt weiter zu stabilisieren, kauften grosse Staatsunternehmen wie der Ölkonzern Sinopec oder der Kohlekonzern Shenhua auch im grossen Stil eigene Aktien auf. 

GRAFIK --- Kurven-Diagramm zur Kursentwicklung an Chinas Boersen (90 X 73mm quer) vom Mittwoch, 08. Juli 2015. (KEYSTONE/Sanghamitra Dhar)

Mittwoch, 8. Juli. Bild: KEYSTONE

Marktstützung durch Zentralbank 

Zudem versprach die Zentralbank der China Securities Finance Corporation, die Kredite der Wertpapierfirmen finanziert, am Donnerstag erneut ausreichend Geldmittel. Das staatliche Finanzorgan hat 21 Wertpapierhäusern bereits 260 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 39.5 Milliarden Franken) für den Aufkauf von Aktien zur Verfügung gestellt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Am Vortag war der Bedarf auf mehr als 500 Milliarden geschätzt worden.

Erholt haben sich am Donnerstag auch der Composite Index in Shenzhen und der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt. Beide Indizes stiegen sogar zunächst um zwei Prozent. Nach dem starken Rückgang um mehr als fünf Prozent vom Vortag kletterte auch die Börse in Hongkong wieder um mehr als vier Prozent. 

Produzentenpreise weiter gesunken

Schlechte Nachrichten kamen aber von der Preisfront in China, die mangelnde Nachfrage und anhaltende Schwäche der Wirtschaft signalisierte. So setzten die Erzeugerpreise nach Angaben des Pekinger Statistikamtes im Juni mit minus 4,8 Prozent ihren seit drei Jahren anhaltenden Rückgang fort. 

epa04836414 A Chinese woman walks past a mural that says 'China dream, my dream' in Chinese characters in Beijing, China, 08 July 2015. Many middle-class, small investors are affected as Chinese stocks plunged again on 08 July, with the benchmark Shanghai Composite Index closing down 5.9 percent despite new measures to shore up share prices.  EPA/HOW HWEE YOUNG

«China-Traum, mein Traum» steht auf diesem Plakat in Beijing. Vor allem kleine Investoren sind vom Börsencrash betroffen. Bild: HOW HWEE YOUNG/EPA/KEYSTONE

Die Inflation lag mit 1,4 Prozent etwas höher als erwartet. In der ersten Jahreshälfte stieg der Konsumentenindex aber damit auch nur um 1,3 Prozent. Die Zielmarke der Regierung liegt bei drei Prozent. 

Unsichere Ansichten nach Intervention

Die Börsenkrise in China wird an den internationalen Märkten mit Sorge verfolgt, da langfristige Auswirkungen auf das Wachstum und die geplanten wirtschaftlichen Reformen im Reich der Mitte befürchtet werden. 

Experten warnten vor weiteren staatlichen Eingriffen in den Markt, sahen notwendige Korrekturen und eine Lehre für all jene, die zu hohe Risiken eingegangen seien. Im Jahr vor dem jetzigen Kursverfall war der Aktienmarkt meist durch spekulative Aktienkäufe auf Pump um weit mehr als 100 Prozent in die Höhe getrieben worden. (sda/dpa/reu) 

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