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Fed ordnet erstmals einen «Wachstumsstopp» für eine US-Bank an



Die US-Notenbank Fed hat in einem beispiellosen Schritt für die von Skandalen umwitterte Grossbank Wells Fargo einen Wachstumsstopp angeordnet. Dies teilte die Fed am Freitag mit.

Diese Massnahme gelte so lange, bis der systematische Verstoss gegen Richtlinien, der zur Ausbeutung von Kunden geführt habe, beseitigt und die internen Kontrollen ausreichend verbessert seien, hiess es weiter. Zudem sollen drei Board-Mitglieder bis Ende April und ein viertes bis Ende des Jahres ersetzt werden, teilte die Fed mit. Namen nannte sie aber keine.

Wells Fargo ist die drittgrösste Bank der USA, sie ist in einen Skandal um Phantomkunden verwickelt und hat Hauskäufern fälschlicherweise bestimmte Gebühren berechnet. Der Kurs der Wells-Fargo-Aktien rutschte nachbörslich ab.

«Wir können ein weit verbreitetes und anhaltendes Fehlverhalten bei keiner Bank tolerieren», erklärte die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen.

Enorme Risiken

Die Fed argumentiert, die aggressive Geschäftsstrategie von Wells Fargo habe das Wachstum über ein effektives Risikomanagement gestellt. Dies habe zu massiven Verstössen gegen die Richtlinien geführt. Binnen 60 Tagen muss die Bank nun einen Plan vorlegen, wie sie auf die Bedenken der Fed reagieren will.

Bank-Chef Timothy Sloan erklärte, Wells Fargo nehme die Anordnung der Fed ernst. Die von der Notenbank angeordneten Beschränkungen seien handhabbar.

Die Vorwürfe gegen die Bank sind nicht neu. Sie soll im Zuge des «Phantomkonten»-Skandals über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Genehmigung der Kunden eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hoch gesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Untersucht wurden zudem Gebühren für Hypotheken, umstrittene Verkaufspraktiken und der Umgang mit eingefrorenen Sparkonten und Zusatzprodukten.

(sda/reu)

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