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Strände wie diese hier in Port Douglas, Australien, könnten bald dem Klimawandel zum Opfer fallen.

Warum die Sandstrände dieser Welt bald verschwinden könnten

Weisse Sandstrände könnten in Zukunft ein rarer Anblick werden, denn der Klimawandel bedroht sie. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Sie zeichnet zwei mögliche Szenarien – eines schlimmer als das andere.



Strände waren schon immer Orte, die Sehnsucht in Menschen hervorriefen. Vor allem bei Leuten aus Binnenstaaten wie der Schweiz. Sie sind dementsprechend auch ein riesiges Verkaufsargument von vielen Tourismusdestinationen und elementar für die Wirtschaft der Strandstaaten. Man denke zum Beispiel an die Karibik oder die Malediven.

Neben wirtschaftlichen Mehrwerten bieten Strände aber auch andere Vorteile, welche sich nicht direkt monetarisieren lassen. So dienen sie zum Beispiel als erster Schutzwall vor marinen Stürmen und Fluten. Doch die sandigen Alleskönner sind in Gefahr. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten 50 Prozent aller Sandstrände dem Klimawandel zum Opfer gefallen sein.

Meer frisst Strand

Das berichten Forscher im Fachmagazin Nature Climate Change. Ein Team rund um den Wissenschaftler Michalis Vousdoukas untersuchte in einer Studie Satellitendaten, die globale Veränderungen der Küstenlinien zwischen 1984 und 2015 zeigen. Diese nahmen sie als Grundlage, um Vorhersagen für die Zukunft zu machen.

Dabei wurden auch natürliche Prozesse wie Wellenerosion und die den jeweiligen Stränden zugrundeliegende Geologie berücksichtigt. Auch menschliche Faktoren wie die Bebauung der Küste wurden mit einberechnet.

Als Hauptschuldigen eruierten die Forscher wenig überraschend den Klimawandel und den damit einhergehenden Anstieg der Meeresspiegel. Sehr überraschend war jedoch das Ausmass der Resultate.

Am stärksten betroffen wäre Australien, das bis zu 14'800 Kilometer Strand verlieren könnte. Das wären 50 Prozent der gesamten Strandfläche Australiens. Für ein Land, dessen Bevölkerung fast ausschliesslich in Küstennähe wohnt, wäre dies ein Desaster.

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bild: nature climate change

Gleich hinter Australien folgen Kanada, Chile und die USA, die ebenfalls tausende Kilometer Strand verlieren könnten. Inselstaaten wie jene in der Karibik oder in der Südsee sehen sich ob des Meeresspiegelanstiegs zudem komplett in ihrer Existenz bedroht.

Schlimm und schlimmer

Für ihre Zukunftsprognosen gingen die Forscher von zwei Szenarien aus. Beim «Worst Case»-Szenario blieb der CO2-Ausstoss der Weltgemeinschaft auf einem konstanten Level (RCP8.5). Beim zweiten Beispiel gingen die Forscher davon aus, dass die globale Erwärmung auf plus drei Grad begrenzt wurde (RCP4.5).

Die RCP-Szenarien stammen übrigens nicht von den Forschern selbst, sondern sind offizielle Zukunftsprognosen des Weltklimarates IPCC.

Tritt das «Worst Case»-Szenario ein, würden bis zum Jahr 2100 49,5 Prozent der globalen Sandstrände verschwunden sein. Das entspricht knapp 132'000 Kilometer Küstenlinie. Bereits 2050 läge der Verlust bei 40'000 Kilometer.

Beim 3-Grad-Szenario wären die Schäden immer noch verheerend: 95'000 Kilometer verlorene Strände bis 2100, ein Grossteil dabei in den nächsten 30 Jahren. Der Guardian hat das am Beispiel von Griechenland visualisiert:

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bild: guardian

Dabei sollte noch erwähnt werden, dass in den RCP-Modellen von einem Meeresspiegelanstieg von 84 bzw. 50 Zentimeter ausgegangen wird. Viele Klimawissenschaftler halten diese Schätzungen jedoch für zu konservativ und gehen von einem doppelt so starken Anstieg aus.

Klimaschutz und Küstenplanung

Es ist jedoch noch nicht alles verloren. Etwas Spielraum bleibt uns noch, um die Strände der Welt zu retten.

Ein erster Schritt wäre eine kluge Küstenplanung. Die Forscher nennen die Niederlande als ein positives Beispiel dafür, wie der Stranderosion entgegengewirkt werden kann, wenn die durch den Menschen verursachten Erosionsprozesse gestoppt würden.

Die einzig wirklich wirkungsvolle Massnahme wäre jedoch die Reduktion von Treibhausgasen. Wie die Forscher in der Studie berichteten, hätte bereits die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens grosse Auswirkungen auf den Rückzug der Strände.

Bis 2050 liesse sich dieser so um 17 Prozent verringern, bis 2100 sogar um 40 Prozent.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • piatnik 03.03.2020 19:56
    Highlight Highlight ok hysteriker
  • Ziasper 03.03.2020 17:00
    Highlight Highlight Strände verschwinden nicht einfach, sie werden bei Meeresspiegelanstieg einfach ins Landesinnere verschoben.
  • Biker Girl 03.03.2020 14:44
    Highlight Highlight Na dann halt Kieselsteine...die dringen auch nicht in jede Körperöffnung.
  • Heini Hemmi 03.03.2020 14:06
    Highlight Highlight Endlich wieder mal eine Hiobsbotschaft ohne Coronavirus!
  • Ohniznachtisbett 03.03.2020 14:06
    Highlight Highlight Erfrischennd schön wiedermal was vom Klimawandel zu lesen. Statt immer nur vom Virus.
  • Toerpe Zwerg 03.03.2020 13:37
    Highlight Highlight Grundlagenirrtum.

    Strände mäandrieren.
  • Toerpe Zwerg 03.03.2020 13:35
    Highlight Highlight Grundlagenirrtum,:

  • kusel 03.03.2020 13:25
    Highlight Highlight In Norddeutschland müssen auf den Inseln bereits heute jedes Jahr hunderte Tonnen Sand angeliefert werden, weil die immer stärker werdenden Stürme den Sand mitnehmen. Erosion ist ebenfalls ein grosses Problem. Die Inseln werden immer kleiner.
  • Gubbe 03.03.2020 13:18
    Highlight Highlight Einfach nur zum staunen. Sand entsteht durch Zerfall von Fels, Korallen usw. Vom felsigen Festland wird der Sand vom Wind ins Meer getragen. Dieses spült ihn ans Ufer. Bei starkem Wellengang wird der Sand ins Meer 'zurückgezogen'. Er verschwindet nicht einfach. Die Felsen erodieren weiter, der Wind bläst weiter. Wieso sollte der Strand verschwinden bei einem Wärmeanstieg um 3°. Weil der Wasserspiegel steigt? Also wird das Meer den Sand weiter ins Land hineinspülen. Vielleicht nicht sofort, aber immer wieder.
    • Oigen 03.03.2020 13:23
      Highlight Highlight Insel?
    • Rudifutschger 03.03.2020 15:03
      Highlight Highlight Evtl wegen staudämmen und sandmafia??
    • Lienat 03.03.2020 16:49
      Highlight Highlight "Also wird das Meer den Sand weiter ins Land hineinspülen. Vielleicht nicht sofort, aber immer wieder."

      Oh ja, so in ein paar Hundert Jahren werden sich die Strände sicher wieder erholt haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magenta 03.03.2020 13:10
    Highlight Highlight «Dank»?!!!

    Komische Wortwahl im Titel...
  • Auric 03.03.2020 13:06
    Highlight Highlight Was wenn der Meeresspiegel.....

    Play Icon
  • dechloisu 03.03.2020 13:00
    Highlight Highlight ouuw Port Douglas :0
  • Jo Blocher 03.03.2020 12:59
    Highlight Highlight Tausende Strände werden schon heute künstlich aufgeschüttet. Von den Kanaren bis Südostasien!
  • Nonne 03.03.2020 12:54
    Highlight Highlight Echt jetzt. Gefühlt alle drei Wochen kommt irgendeine neue Studie zu schlimmeren Auswirkungen der Klimaerwärmung. Waren alle bisherigen Studien falsch und damit die Forscher inkompetent oder erhöht man einfach die Lautstärke, weil's niemanden interessiert? In der aktuellen Realsatire, wo sich verschiedene Virologen und Experten über die Auswirkungen und Prognosen der Virenausbreitung streiten, sieht man, dass die Wissenschaft auch keine Ahnung hat. Die Klimapropheten können aber 100 Jahre in die Zukunft schauen. Ich glaube, viel Händewaschen hilft auch gegen den Klimawandel.
    • Gianini92 03.03.2020 13:24
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf, dass alle bisherigen Studien falsch seien? Ausserdem ist es i.d.R. ein Zeichen von Professionalität innerhalb der Wissenschaften, wenn man nicht von 100 prozentiger Sicherheit spricht. Diese können nur oft nur Verschwörungstheorien garantieren.
    • Gubbe 03.03.2020 23:58
      Highlight Highlight 155West
      Fast wie zu Computers Anfängen.
      Euphorie
      Ernüchterung
      Wut, Abschätzung
      Lernen, Zugang
      Alles ok

      Mutbürgerin
      So verhalten sich Wissenschaftler. Zuerst eine Zahl, dann wird sie korrigiert, korrigiert und zum Schluss haben sie recht.
  • troop5444 03.03.2020 12:43
    Highlight Highlight Und diese Strände sind dann für immer verloren, genau, es können sicher auch keine neuen entstehen.

    Also wenn Strände das Problem sind...

    Jetzt muss man nur noch sämtliche Schwellenländer überzeugen, ihren in Greifnähe befindlichen Wohlstand zugunsten von erneuerbaren Energien aufzugeben.
    Bei uns klappts ja schon bestens, für die Jungen ist Konsum ja ein totales Fremdwort. 😂
  • Cirrum 03.03.2020 12:43
    Highlight Highlight Dazu wird auch der Meersand überall abgepumpt zur Herstellung von Baumaterialien.
  • Grohenloh 03.03.2020 12:41
    Highlight Highlight An den neuen Küstenlinien gäbe es neue Sandstrände. Die Strände sind nicht gottgegeben. Im Bereich der Brandung gibt es, abhängig vom Untergrund / Gestein dort Strände. Oft Sandstrände. Brandung wird es einfach an höhergelegenen Stellen wieder geben. Auch im Gebiet der heutigen Schweiz gab es mal Meer und Strände. Siehe Versteinerungen. Ist allerdings schon länger her.

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