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Wer in Israel in Zukunft Steine gegen Autos schmeisst, soll lange ins Gefängnis 



Die israelische Justizministerin Ajelet Schaked will die Strafen für Steinewerfer künftig drastisch erhöhen. Ein Kabinettsausschuss ist damit einverstanden, dass Demonstranten, die Steine auf fahrende Autos werfen, mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können.

Der für die Gesetzgebung zuständige Ausschuss gab am Sonntag grünes Licht für Schakeds Vorschlag. Schon heute drohen Steinewerfer bis zu 20 Jahren Haft, aber nur, wenn ihnen nachgewiesen werden kann, dass sie die Insassen in dem Fahrzeug verletzen wollten. Dieser Zusatz ist in dem neuen Gesetzentwurf nicht mehr enthalten.

epa04600796 A Palestinian hurls stones to stop an Israeli settler's car on a road to the Jewish settelment of Majdolim, close to the Qusra village, south of the West Bank city of Nablus, 02 February 2015. Locals sources said that Palestinian villagers closed the main road to the settelment after Israeli troops had raided their village and reportedly demolished two small farmhouses, a water well and stone walls.  EPA/ALAA BADARNEH

In Israel sind Autos immer wieder Ziele für Steinwerfer. Bild: ALAA BADARNEH/EPA/KEYSTONE

Stattdessen heisst es nun, wer fahrende Autos mit Steinen oder anderen Objekten auf eine Weise bewerfe, «dass die Sicherheit der Passagiere gefährdet werden könnte», müsse mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen. 

Auf ihrer Facebook-Seite lobte Schaked den Entwurf. Bisher sei es schwierig gewesen, Steinewerfern ihre «verbrecherische» Absicht nachzuweisen, in dem Entwurf liege nun aber die Beweispflicht beim Täter, schrieb die Politikerin der nationalreligiösen Siedlerpartei Jüdisches Heim. «Jeder, der Autos oder Menschen mit Steinen bewerfe, muss davon ausgehen, dass jemand verletzt wird», erklärte sie.

Polizisten werden oft mit Steinen beworfen

Der Ausschuss unter der Leitung der damaligen Justizministerin Zipi Livni hatte den Entwurf schon einmal im November verabschiedet, doch die Auflösung des Parlaments und die vorgezogenen Neuwahlen verhinderten alle weiteren Schritte. Bis die Gesetzesänderung durch ist, stehen noch mehrere Lesungen im Parlament an.

Auf den Strassen des Westjordanlands werden israelische Fahrzeuge immer wieder zur Zielscheibe palästinensischer Steinewerfer, und auch bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei setzen Palästinenser immer wieder Steine ein. (feb/sda/afp)

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