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Nahost

Hamas tötet 18 angebliche Israel-Kollaborateure im Gazastreifen



Die radikal-islamische Hamas geht im Gazastreifen gezielt gegen angebliche Kollaborateure vor. Militante Palästinenser hätten mindestens 18 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen, berichteten palästinensische Medien am Freitag.

Elf von ihnen seien am Morgen exekutiert worden, die anderen sieben nach dem Freitagsgebet vor einer Moschee, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Die Männer seien vor den Augen hunderter Moscheebesucher von Mitgliedern der Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas, erschossen worden, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP.

People watch as Hamas militants surround Palestinians suspected of collaborating with Israel  before they executing them in Gaza City August 22, 2014. Hamas-led gunmen in Gaza executed 18 Palestinians accused of collaborating with Israel on Friday, a day after Israel tracked down and killed three top Hamas commanders, the highest-ranking militants to be killed in the six-week war. Seven people were shot dead in front of worshippers outside a mosque in one of Gaza's main squares, witnesses said, the first public executions in the Palestinian enclave since the 1990s. A further 11 were killed at an abandoned police station near Gaza City, Hamas security officials said. In the public execution, militants wearing masks and dressed in black gunned down the suspects, whose faces were covered and hands bound, as worshippers emerged from the Omari mosque on Palestine Square, one of Gaza's busiest districts. REUTERS/Stringer (GAZA - Tags: CIVIL UNREST MILITARY POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY CONFLICT)

Angebliche Kollaborateure werden von der Hamas hingerichtet. Bild: STRINGER/REUTERS

Zwei der Leichen seien nahe der Al-Azhar-Universität in Gaza abgelegt worden, schrieb Maan weiter. Bereits am Vortag waren drei mutmassliche Kollaborateure in Gaza getötet worden.

Informationen über «Terrorziele»

Das Innenministerium der Hamas wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Berichten äussern. Die Hinrichtungen folgten auf die gezielte Tötung von drei ranghohen Hamas-Kommandanten durch israelische Luftangriffe am Donnerstag.

Die Exekution der angeblichen Spione könnte in einem Zusammenhang mit den israelischen Angriffen stehen: Es wird vermutet, dass die israelische Armee von Palästinensern Informationen über den Aufenthaltsort von «Terrorzielen» erhält. Die Hamas hatte Informanten immer wieder öffentlich aufgefordert, sich zu stellen.

Das palästinensische Gesetz lässt die Todesstrafe für Kollaborateure, Mörder und Drogenschmuggler zu. Theoretisch müssen verhängte Todesstrafen jedoch durch den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas bestätigt werden. Abbas' Fatah-Partei kontrolliert aber lediglich das Westjordanland, der Gazastreifen dagegen unterliegt faktisch der Kontrolle der Hamas. (sda/dpa/afp)

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