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bild: shutterstock

The Shitlist – oder was ich in Beziehungen immer falsch mache!

Da ich mich zurzeit der Frage stelle, ob ich eine richtige Beziehung eingehen kann und will, blicke ich auf vergangene Lieben zurück und stelle fest: Ich bin ein Mix aus einem Huscheli und einem Pausenclown. Not good, friends, not good!
06.05.2021, 09:40

Eine Mini-Zusammenfassung, falls du wirklich zum ersten Mal hier bist, liebe Userin, lieber User. Ich bin in Max verknallt und Max in mich. Wir kennen uns, weil wir Nachbarn sind. Alles super, denkst du.

Pas du tout, leider.

Max hat ein Kind, eine fünfjährige Tochter. Ich wusste bis kürzlich nicht, ob ich mich auf einen Mann mit Kind einlassen kann und will. Dann siegten die ravenden Schmetterlinge in meinem Bauch und ich war eins davor, ja zu Max und seinem Mädchen zu sagen. Und er zu mir.

Darauf hin beichtete er mir, dass er ganz sicher keine weiteren Kinder will. Für mich ist das wahrscheinlich ein Killerkriterium. Ich weiss zwar nicht, ob ich wirklich Kinder will. Ich weiss aber, dass ich mir die Option darauf nicht nehmen lassen kann.

Soweit, so kacke.

Die Situation hat aber in ihrem ganzen Drama auch Gutes. Letzten Sonntag spaziere ich mit Herzschmerz-Schnulzen alleine auf den Üetliberg. Ich nutze die Zeit in der Natur, um mir Gedanken zu machen. Wie bin ich eigentlich in Beziehungen? Wo habe ich in vergangenen Lieben nicht brilliert? Und warum haben meine drei letzten Beziehungen nur kurz gehalten?

Entstanden ist folgende Emma-Beziehungs-Shitlist:

Ich werde zum Huscheli

Mal im Ernst? WT-HOLY-F? Ich und ein Huscheli? Wer mich kennenlernt, lacht, wenn ich das sage. Aber wir facen es jetzt: Ich, Emma Amour, werde in Beziehungen oft zum Huscheli. Aus lauter Harmoniesucht und Panik vor Streit gebe ich gerne mal alles, um dem Mann bedingungslos zu gefallen. So habe ich schon «Blade» im Kino gesehen, obwohl ich solche Filme hasse. Habe auch schon gezeltet, obwohl ich Camping hasse. Und ich habe schon oft, ich Totsch, die Wohnungen von Ex-Freunden geputzt, damit die armen, vom Job geprügelten Typen, sich nicht auch noch um ihren eigenen Haushalt kümmern müssen.

Ich, der Pausenclown

Ich neige zu melancholischen Männern mit Hang zu depressiven Verstimmungen. Das ist nicht per se schlimm. Jedenfalls nicht, wenn sich die Herren selber um ihre seelische Gesundheit kümmern würden. Bis jetzt war es oft so, dass ich den Pausenclown und/oder die Therapeutin für sie gespielt habe. Im Nachhinein kann ich sagen: Das Leben an der Seite von Energiesaugern, die nichts bis sehr wenig zurückgeben, ist alles andere als befriedigend.

Die absolute Verstummung

Ich plädiere immer, überall und ständig für offene Kommunikation. Weil ich ganz sicher bin, dass ohne nichts geht. Schon gar nicht in der Liebe. Wer langfristig eine glückliche Beziehung führen will, muss R-E-D-E-N. Logisch, ich weiss. Warum ich dennoch in Beziehungen gerne mal komplett verstumme, ist mir ein Rätsel. Aber ich verstumme. Da kommt nichts aus mir raus. Lieber fresse ich all meine Bedenken in mich rein als dass ich zu meinen negativen Gefühlen stehe. Warum? So genau weiss ich es nicht. Aber Harmoniesucht, du elende Verräterin, und meine Angst vor Streit, so doof, spielen hier definitiv mit.

Ich, die Einknickerin

In Beziehungen gehts ja um Kompromisse. In meinen vergangenen Beziehungen war das jeweils easy. Also easy für meine Ex-Freunde. In 9 von 10 Mal konnten sie ihren Willen ganz einfach durchsetzen. Lieber Spaghetti, obwohl ich Lust auf Pizza hatte? Kein Ding! Ferien in Frankreich statt shoppen in Berlin? Ich hab mich gefügt. Lieber zusammenziehen statt getrennt wohnen? Dann halt. Total bescheuert. Und unsexy. Und unnötig!

1, 2, Laaaangeweile!

Gut möglich, dass die obigen vier Punkte zu Punkt 5 führen. In den letzten paar Beziehungen habe ich mich verdammt schnell gelangweilt. Kein Wunder. Weder «Huscheligkeit» noch das Aufgeben meiner Bedürfnisse liegen in meinem Naturell. Falle ich doch in dieses Muster, will ich schnell mal einfach weg, flüchten, zurück zu Suff-SMS-Sandro. Zurück zu meinem Ego-Leben. Zurück dahin, wos einfacher ist, wo es wie geschmiert läuft: In der Beziehung zu mir selber.

So, nachdem ich das alles niedergeschrieben habe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: So will ich das nicht mehr, nie mehr. Wirklich nicht. Ich werde in Zukunft auch in Beziehungen zu Männern meine Frau stehen. Werde mich für Pizza, Berlin und getrennte Wohnungen einsetzen, werde Paroli bieten und ganz sicher nicht das WC meines zukünftigen Freundes putzen. Genau so wenig wie seine Schuhe. Ich werde auch nicht seine Bartstoppeln aus seinem Lavabo entfernen.

So. Uff.

Jetzt gehe ich eine Runde Yoga machen. Heute eventuell sogar mit einer Mediation. Obwohl ich nicht gut bin im Meditieren. Bin zu ungeduldig und zu sehr in Fahrt auf dem Gedanken-Karussell, um mich nur aufs Atmen zu konzentrieren. Ich versuchs dennoch. Will ja ganz Zen sein, wenns jetzt hier mit den «Ich hätte nie gedacht, dass du so bist, Emma»- und den «Werd mal erwachsen, Emma»- und den «Kein Wunder bist du immer Single, Emma»-Kommentaren losgeht.

Dabei interessiert mich nur eine einzige Meinung:

Bist du noch mit mir, lieber Max?

Adieu,

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Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)

Du denkst, Yoga sei kein Sport? Dann schau dir mal diese unglaublichen Bilder an

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quelle: catersnews / / 1193313
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Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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bild: watson
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