Leben
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Interview

«Als ich krank war, wurde mir das Essen verweigert» – die «Generation Praktikum» erzählt



Nächste Woche wird im Parlament über einen Vorstoss der Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone debattiert. Sie will wissen, in welchem Ausmass Praktikanten als günstige Arbeitskräfte missbraucht werden und fordert einen Situationsbericht.

Wir haben sechs Passanten gefragt, welche Erfahrungen sie mit Praktika gemacht haben und was sich in Zukunft ändern sollte.

Stefanie, 22

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bild: watson

Stefanie, welche Praktika hast du gemacht?
Vor zwei Jahren absolvierte ich ein viermonatiges Pflegepraktikum in einem Spital.

Was hast du verdient?
Pro Monat bekam ich 1000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich hatte keine Ausbildung im medizinischen Bereich und das war der einzige Weg, um herauszufinden, ob der Beruf zu mir passen würde.

Und, hast du es herausgefunden?
Ja, ich habe gemerkt, dass der Beruf nichts für mich ist. Das lag aber nicht am Praktikum, sondern an der Arbeit, die mir nicht gefiel.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Mir wurde von Anfang an viel zugetraut und ich durfte in kurzer Zeit vieles selbstständig erledigen. Ich weiss, dass das nicht überall so ist. Das muss sich ändern.

Tim, 26

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bild: watson

Tim, welche Praktika hast du gemacht?
Ich absolvierte zwei Praktika bei verschiedenen Versicherungen. Das erste Mal verrichtete ich einen gewöhnlichen Bürojob, beim zweiten Mal war ich in der Buchhaltung tätig.

Was hast du verdient?
Bei der ersten Anstellung 2000 Franken und bei der zweiten 2900 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich wollte so viel wie möglich lernen, damit ich schnell selbstständig arbeiten konnte.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, die Praktika haben mir wirklich Spass gemacht. Ich hatte einen Einblick in verschiedene Bereiche und ich weiss nun, in welche Richtung es nach dem Studium in etwa gehen soll.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Es sollte mehr Praktika unter einem Jahr geben, so kann man herausfinden – ohne dass man zu viel Zeit investiert – welcher Beruf am besten zu einem passt.

Aurora, 20

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bild: watson

Aurora, welche Praktika hast du gemacht?
Ich arbeitete ein Jahr lang auf einem Bauernhof als Pferdefachfrau.

Was hast du verdient?
400 Franken im Monat.

Was hast du erwartet?
Ich wollte alles, was zum Beruf Pferdefachfrau gehört, erlernen. Reiten, Pferde versorgen und pflegen.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich lernte sehr viel. Jedoch werde ich diesem Beruf wohl nie nachgehen. Ich hatte sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

Wieso? Was ist passiert?
Ich wohnte bei einer Familie auf einem Hof. Ich arbeitete jeweils elf Tage am Stück und hatte dann drei Tage Wochenende. Fast jeden Tag wurde von mir verlangt, dass ich Überstunden mache – natürlich ohne Bezahlung. Als ich einmal krank war, wurde mir das Essen verweigert. Es war wirklich eine schreckliche Zeit.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Man sollte für die geleistete Arbeit auch einen anständigen Lohn erhalten. Zudem sollten Überstunden verboten, oder zumindest vergütet werden.

Josiah, 21

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bild: watson

Josiah, welche Praktika hast du gemacht?
Nach meiner Matura schnupperte ich drei Monate bei einer Informatikfirma.

Was hast du verdient?
Ich habe sehr gut verdient. Mehr darf ich wohl nicht verraten.

Was hast du erwartet?
Nicht viel eigentlich. Hauptsächlich wollte ich einen Einblick in den Berufsalltag bekommen und etwas Geld für mein Zwischenjahr verdienen. Schlussendlich war ich aber mehr als zufrieden. Ich hatte beispielsweise flexible Arbeitszeiten; konnte also selbst entscheiden wann, wo und wie ich meine Arbeit erledige.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Ich finde es wichtig, dass man auch in einem Praktikum relevante Arbeit machen darf. Putzen und Kaffee bringen gehören da nicht dazu, das kann man sich selbst beibringen.

Christian, 28

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bild: watson

Christian, welche Praktika hast du gemacht?
Ich hatte ein Jahr ein Praktikum im wissenschaftlichen Bereich absolviert.

Was hast du verdient?
Um die 4000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich wollte etwas Praxiserfahrung sammeln und erhoffte mir, selbstständig arbeiten zu können. 

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich war sehr zufrieden und arbeitete dann noch eineinhalb Jahre bei diesem Arbeitgeber.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Einen konkreten Vorschlag habe ich nicht. Jedoch kann es nicht sein, dass man heutzutage meist mindestens ein Praktikum gemacht haben muss, um eine angemessene Anstellung zu finden. 

Jennifer, 25

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bild: watson

Jennifer, welche Praktika hast du gemacht?
Ich bewarb mich für unterschiedliche Praktika. Schlussendlich entschied ich mich für eines im Bereich Marketing.

Was hast du verdient?
2000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich studiere Kommunikation und wollte schauen, ob ich die Theorie aus dem Studium tatsächlich auch im Berufsalltag umsetzen kann.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, mir wurde sehr viel zugetraut. Ich durfte eigene Konzepte schreiben und wollte am liebsten, dass das Praktikum nie aufhört. Schlussendlich konnte ich es noch zwei Monate verlängern. Für eine Festanstellung hatten sie dann jedoch kein Budget. Das hat mich etwas enttäuscht. 

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Die Lohnunterschiede! Ich bewarb mich für wirklich viele Praktika und die Entschädigungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich verstehe, dass man nicht einen vollen Lohn erhält, aber mindestens 2000 Franken sollten schon drin liegen. Irgendwie muss man ja überleben (lacht).

Hast du auch ein Praktikum absolviert? Dann erzähl uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Und jetzt: Die faulsten Leute seit es Arbeit gibt

Schaff dir einfach KEINEN dieser Praktikanten-Typen an!

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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