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Kommentar

«Alkohol-Mineralwasser» – wieso ich glaube, dass das Konzept funktioniert

Hallo, allerseits. Oliver hier, watsons regelmässiger Amerikareisender, und ich habe letztes Jahr – wie gefühlt JEDER UND JEDE – White Claw getrunken. Weil es fein ist. Und eben halt Sinn macht.



«Hard Seltzer» ist das Stichwort. Zur Erklärung: Seltzer ist eine (etwas altmödige) amerikanische Bezeichnung für Sprudelwasser. Und hard ... nun, das bedeutet, dass hier Alk drin ist. Alkoholisches Mineralwasser, also. So um die 5%. Wie Bier. Es gibt sie nature (schmeckt wie Mineral) oder mit dezentem Fruchtgeschmack (etwa wie die ungezuckerten Limettenmineralwasser o.Ä.). Marktführer ist White Claw aus den USA.

Noch ist keine Marke davon in der Schweiz erhältlich, doch bereits jetzt warnen Suchtexperten davor. Man wolle «eine Alcopop-Krise 2.0 verhindern», so die Stiftung Sucht Schweiz gegenüber watson. Berechtigte Bedenken? Aus der Luft gegriffen sind die kaum ...

... Aber mir geht es hier sowieso nicht darum, als Laie Experten widersprechen zu wollen. Ich rede hier als Konsument. Aus der Warte eines mündigen Erwachsenen. Und von der Warte aus ist White Claw super. Und zwar deshalb:

Es gibt sie, die Momente, in denen man unter Freunden etwas trinken mag – aber vielleicht keine Lust auf Bier hat. Vielleicht kommt man grad vom Znacht oder so und man mag jetzt das Gehaltvolle eines Biers nicht. Sommerliche Temperaturen tun das Ihre dazu. Weisswein hätte doppelt so viel Alkohol, Vodka and Lime muss jetzt auch nicht sein und Alcopop-Zuckerbomben ebensowenig. Da springt ein Hard Seltzer perfekt in die Bresche. Entweder die Nature-Variante oder die mit Fruchtgeschmack.

Ich empfehle Black Cherry oder Mango. Mmh.

In der Tat gehen Hard Seltzers einher mit anderem aktuellen Lifestyle-Food aus der Ecke leichter/frischer/gesünder. Oder anders ausgedrückt: Ist die Stange Lagerbier das Zürigeschnetzeltes mit Rösti der Drinks-Welt, dann ist White Claw die Poke-Bowl mit Lachs und Mango. Wiegt man das eine gegen das andere kalorientechnisch etwa auf, ist der Unterschied gar nicht so gross. In der subjektiven Wahrnehmung aber sehr wohl. Das eine kommt einem nun mal heftiger rein als das andere.

Ob dies alles Teenies dazu anregt, Alkohol zu konsumieren? Da wissen die Experten von Sucht Schweiz besser Bescheid. Ich weiss aber, dass Erwachsene, die bereits Alkohol konsumieren, auf Hard Seltzer abfahren könnten. Besonders in den Sommermonaten. Hoffen wir, dass sie den Import bis dann hinbekommen haben. White Claw hat drei neue Geschmacksrichtungen für 2020 angekündigt: Habe jetzt schon Durst.

Es könnte aber noch ein Weilchen dauern, denn:

Auf Anfrage von watson antwortete White Claw, sie hätten noch keine Pläne, nach Europa zu expandieren. Der Hintergrund: Die Firma ist 2019 derart von ihrem eigenen Erfolg überrumpelt worden, dass es zu Lieferengpässen kam.
Eine angefragte auf Getränke-Direktimporte spezialisierte Schweizer Trendscout-Firma kannte das Produkt noch gar nicht.
Somit werden die sauteuren Direktimporte noch ein Weilchen auf sich warten lassen.

hard seltzer white claw zutaten nutrition facts https://www.whiteclaw.com/faq/index.html

Nährwertangaben von White Claw Pure Hard Seltzer (l.) und White Claw Black Cherry (r.) Bild: whiteclaw.com

Noch ein paar Fakten zum Mitdiskutieren:

«Kalorienarm» ist eine falsche Bezeichnung. 100 Kalorien hat es in einer White Claw 12oz-(354 ml)-Dose. Bier kommt auf um die 150 für die Gleiche Menge. Bud Light und ähnliche Light-Biere auf 50 bis 100. Aber Kohlenhydrate – davon hat's viel weniger als Bier. Gerade mal 2g pro Dose bei den Fruchtgeschmack-Variationen (6x weniger als Bier), und 0g beim Pure Hard Seltzer. Dafür hat's ein wenig Zucker – 4g pro Dose (auch nicht gerade viel) – bei den Fruchtgeschmack-Versionen. (Und, eben, die Kohlenhydrate werden ja auch zu Zucker.)
«Süss» schmecken die Frucht-Hard Seltzers aber nicht; zumindest nicht in dem Sinne wie Alcopops. Zum Vergleich: Ein Bacardi Breezer hat 267 Kalorien und 9,5 TL Zucker pro 330ml-Flasche. Aber Hard Seltzers mit Alcopops zu vergleichen, ist ohnehin technisch fraglich, da Alcopops Süssgetränke sind, denen man Hochprozentiges beimischt, während Hard Seltzers mittels Fermentierung auf ihre 5% Alkoholgehalt kommen, womit White Claw und Co. in der Kategorie Bier und Apfelwein anzusiedeln sind.

UPDATE:

Madeleine und ich gingen zum HB in den einen Drinks-Shop und kauften für sauteures Geld ein Sack voll White Claw für den Watson-Freitags-Feierabend-Apero. Madeleine, Jodok und Schurter sind per sofort mega Fans von dem Zeugs. Pascal weniger (aber er trinkt eh fast kein Alkohol).

«Alkohol-Mineralwasser» – wieso ich glaube, dass das Konzept funktioniert
8,50 pro Dose. 
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Bild: obi/watson

Bonus: «White Claw Is the Law»

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