Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mit dieser Rede begeisterte der Joker nicht nur seine Verlobte

In wenigen Tagen könnte sich Joaquin Phoenix seinen ersten Oscar holen. Doch zuvor äusserte er an den BAFTAs seine Kritik am «strukturellen Rassismus» von Hollywood.



Als letzte Preise vor den Oscars wurden am Sonntag in London die BAFTAs (die «British Academy of Film and Television Arts»-Awards) vergeben. «1917» von Sam Mendes erhielt 7 goldene Masken, darunter als bester Film, aber auch für Regie, Kamera und Ausstattung. Beste Schauspielerin wurde Renée Zellweger in «Judy», bester Schauspieler Joaquin Phoenix in «Joker». Die Nebenrollen-Awards gingen an Brad Pitt («Once Upon a Time in Hollywood») und Laura Dern («Marriage Story»). Also alles wie schon mehrfach gehabt.

Die BAFTAs wurden im Vorfeld harsch kritisiert, weil sie es geschafft hatten, einzig und allein weisse Regisseure und deren Filme und weisse Schauspielerinnen und Schauspieler zu nominieren. Joaquin Phoenix stimmte dieser Kritik in seiner Dankesrede auf knappe, aber beeindruckende Weise zu.

abspielen

Video: YouTube/BBC

Joaquin Phoenix' Rede

«Ich fühle mich geehrt und privilegiert. Die BAFTAs haben meine Karriere immer sehr unterstützt, und ich bin sehr dankbar dafür. Aber ich muss sagen, dass ich mich auch in einem Konflikt befinde, weil so viele meiner Schauspielkollegen, die es verdienen würden, nicht dasselbe Privileg haben.

Ich denke, wir senden eine sehr klare Botschaft an People of color: Ihr seid hier nicht willkommen. An Menschen, die viel zu unserem Medium und unserer Industrie beigetragen haben und von denen wir profitieren ...

Dies ist keine selbstgerechte Verurteilung, denn ich schäme mich, sagen zu müssen, dass ich Teil des Problems bin. Ich habe nicht alles in meiner Macht stehende getan, um sicherzustellen, dass die Dreharbeiten, an denen ich teilnahm, inklusiv waren. Aber es geht um mehr als nur um multikulturell besetzte Dreharbeiten. Ich denke, dass wir wirklich die harte Arbeit leisten müssen, um strukturellen Rassismus wirklich zu verstehen.

Es ist die Verpflichtung der Menschen, die ein System der Unterdrückung geschaffen haben und fortführen und von ihm profitieren, auch diejenigen zu sein, die es abbauen. Also liegt es an uns.»

Phoenix besuchte BAFTAs mit seiner Verlobten Rooney Mara

(sme)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die besten Bilder des 54. Super Bowl

Brady, Busen und Bälle – so erklären Laien den Super Bowl

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Pnada
03.02.2020 10:12registriert September 2017
Verdient hat er die Auszeichnungen definitiv meiners Erachtens! Und mit dieser Rede ist er mir gleich noch sympatischer! Bravo!
14413
Melden
Zum Kommentar
4

Die vernichtete Frau: Wie das FBI die Schauspielerin Jean Seberg auslöschte

Eine Schauspielerin hat eine Affäre mit einem schwarzen Bürgerrechtsaktivisten. Dann wird sie gejagt. Und ihr ungeborenes Kind verleumdet. Eine Geschichte, die nicht zu glauben ist. Dazu gibts jetzt den Film «Jean Seberg – Against All Enemies», der mit jedem Tag aktueller wird.

Zwei Tage lang ist Nina Hart Gary auf der Welt, vom 23. bis zum 25. August 1970, dann ist ihr kleines Leben auch schon wieder vorbei. Und als wäre dies nicht traurig genug, muss ihr Sarg noch einmal geöffnet werden. 150 Fotografen lichten die Babyleiche ab. Um genau eines zu beweisen: Nina Hart Gary ist weiss. Sie ist nicht das Kind der amerikanischen Schauspielerin Jean Seberg und des Black-Panther-Aktivisten Hakim Jamal. Auch wenn die Zeitschrift «Newsweek» dies monatelang behauptete. Das …

Artikel lesen
Link zum Artikel