Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ein Mann geniesst seinen Job in vollsten Zügen. bild: 3plus

Review

Hat Trump die besseren Manieren als die Bachelor-Ladys? Und ist Alan pervers?



«Mein Goooooott, das isch's Geilscht! Mein Gooooott, was möched dir mit mir, scheisse! Oh mein Gooooott! Wo bin ich do, mein Gooooott!» Damit, verehrte Fangemeinde unseres unverzichtbaren Weltkulturerbes «Der Bachelor», kam Herr Prof. Dr. Dr. Alan Wey, weltweit anerkannter Experte für Kurventheorie, in Folge vier der heurigen Staffel zu seinem Höhepunkt. Jedenfalls sprachlich.

Ob er auch anderweitig kam, wissen wir nicht, aber es kam ihm jedenfalls beinahe, denn plötzlich war es schampar wichtig, dass der von seiner Unterwäsche verdeckte Körperteil unter der Decke verschwand und dort verborgen blieb. Und jetzt sagt nicht, dass euch das nicht auch aufgefallen ist. Der Herr Professor sagte dazu jedenfalls: «Natürlich bin ich geil gsi.»

Bild

Ich spüre was, was du nicht spürst und das heisst Mia. Oder Angie? bild: 3plus

Natürlich. Er wurde ja auch gleichzeitig von Lady Mia und Lady Angie vernascht, deren Manieren sich von denen eines gerade abgewählten amerikanischen Trampels in nichts unterscheiden. Das Wort Lady hat dieses Anwendungsgebiet wirklich nicht verdient. Und damit meine ich nicht den flotten Dreier, sondern seine Protagonistinnen. Mia liefert ja gerne Wortgefechte wie diese:

Mia: «Ich bin Queen. Ich bi da obe und du bisch da une. Du bisch wirklich ekelhaft, du bisch bipolar, Huere-Opfer!»
Dara: «Die wahri Queen isch jetzt awesend.»

Meine Lieben, ich war in den Ferien. Nicht in Portugal und auch nicht in Thailand, sondern in jenem 2020 dringend nötigen Stück Ersatzitalien namens Tessin. Ich durfte dort «Bachelor»-mässig quasi unter einem Stein leben. Weshalb mir jetzt auch noch nicht ganz so alles klar ist.

Bild

Fabienne küsst so gut, dass sie gleich in die nächste Runde rost. bild: 3plus

Täusch ich mich oder war der letzte «Bachelor» im Vergleich zu diesem quasi ein Innerschweizer Keuschheitscamp in den 1950ern? Ist Alan, der geil wird, von «din grosse Arsch» und «Fleisch» spricht und pro Sendung so ziemlich jede küsst, die das zulässt, der neue Vujo? Jener sabbernde Bachelor Jahrgang 2013 mit der Lüsterlefze? Nein, oder?

«Ich hoffe natürlich, dass meine die süsseste Traube ist»

Video: watson/Lino Haltinner

Alan scheint mir eigentlich ganz okay. Also okay gebaut, definitiv eher Christian Grey als als dessen Personal Trainer, okaye Umgangsformen und einen interessanten Hau ins Perverse. Ein Beispiel: Er geht auf ein Weingut, lässt zwei Ladys mit blossen Füssen Trauben stampfen, und zwei andere Ladys müssen den fussgestampften Saft von seinen verschwitzten Fingern lecken. Ist das appetitlich oder ist das appetitlich?

Bild

Leck mich! bild: 3plus

Alan sieht sich ja so als Pferd. Oder auch als Auto. Auf jeden Fall wünscht er sich eine Frau, die hinter ihm steht und ihn antreibt: «E Frau mit vil Rückrad.» Ja, das gute alte Rückrad. Latent unterschätzt.

Was ich allerdings am wenigsten verstehe: Wieso schickt er die süsse Stripperin Eva zurück nach Basel? Ich fand die herzig. Und so biegsam. Und ist ihre Geschichte, dass sie ihre Schüchternheit erst ablegen konnte, als sie auch die Kleider fallen liess, nicht rührend? Oder ist sie etwa nur gefaket? Die natürliche Mia ist ja geschockt, wie fake mal wieder alle sind. Na ja, geht so.

Bild

Ob die wendige Eva am Ende doch etwas mit ihren Reizen hätte geizen müssen? bild: 3plus

Kriegten beim Check-in nach Portugal eigentlich alle diese hässlichen Fake-Nägel aufgeklebt oder brauchen sie die Krallen, um Nahrung zu erlegen?

Und was hat Rapperin Dara eigentlich auf ihr Schulterblatt tätowiert? «Freixenet»? Nein, «Freedom»! Und wieso hat Pflegehelferin Fabienne «Jasmin» tätowiert? Wurde diese sicherlich tragische Geschichte schon erzählt? Erzählt ihr sie mir?

Meine Lieben, ich merke gerade, wie mir das Herz weit wird vor Freude. Nicht wegen Alan oder seinen Ladys, sondern wegen euch. Weil ihr es mir wert seid, Montag für Montag wieder in den krallen- und dornenbewehrten Abgrund zu blicken. Dorthin, wo Silikon und Spritzlippe sich vor dem Einschlafen zärtlich «bipolar» und «Bitch» zuflüstern.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Bachelor Schweiz 2020: Das sind die neuen Kandidatinnen

Handschellen und Küsse: Das sind die Highlights der «Bachelor»-Folge 3

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Mütter machen Porno»: Sat.1-Doku empört Zuschauer

Sat.1 zeigte am Mittwoch zur Primetime eine ungewöhnliche Doku: Fünf Mütter ziehen los, um einen Porno der anderen Art zu drehen.

Das Ziel: Ein Film, der Sex auf eine positive, natürliche Weise darstellt und anders als viele Mainstream-Pornos auf Wertschätzung auch gegenüber Frauen setzt, anstatt diese zum Objekt zu degradieren. Kurzum: Die Mütter wollten einen Pornofilm kreieren, den auch ihre eigenen Kinder angucken könnten.

Dazu casteten die Mütter unter anderem selbst die Darsteller ihres …

Artikel lesen
Link zum Artikel