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Schwedisch-Lektion

«Schweiz säger nej till Gripen» – oder der Kampfjet-Graben in den ausländischen Medien 

Von Schweden über Spanien bis in die Vereinigten Staaten: Das Echo der Abstimmung vom Sonntag hallt weit. Die Berichterstattung in den internationalen Medien fokussiert sich zwar mehrheitlich auf den Mindestlohn. Doch ein gewisser Nord-Süd-Graben ist auszumachen. 



David Kunz
David Kunz

Während in den Schweizer Tageszeitungen die Kommentatoren das Hauptaugenmerk auf das Nein zum Kampfjet Gripen legen, ist die internationale Nachrichtenlage gespalten. Naturgemäss beleuchten Schwedens Zeitungen das gescheiterte Gripen-Geschäft. 

So äussert sich etwa Verteidigungsministerin Karin Enström im «Sydsvenska Dagbladet» traurig über das Resultat, nach der langen Zusammenarbeit mit der Schweiz. Jetzt hoffe man auf Brasilien, das den Kauf von 36 Gripen angekündigt hatte, heisst es weiter im «Göteborgs-Posten».

Auch in Deutschland und Österreich ist das Nein zum Gripen das Thema. Die «Süddeutsche Zeitung» beleuchtet bereits die Auswirkungen des Schweizer Volksentscheids auf Schweden und Saab. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» widmet dem «Gripenabsturz» einen Kommentar. «Die Kampagne bewegte sich zwischen den Polen ‹volle Sicherheit› und ‹leere Kassen›», schreibt die faz. Das Resultat sei denn auch nicht als Stimme gegen die Armee zu verstehen, obwohl «das Rüstungsprojekt in konservativen Kreisen viele Gegner hatte».

Die Abstimmung zeige, «dass die Schweizer ihre Souveränität nicht mehr so sehr durch militärische Aktionen als in Angriffen auf den Wirtschaftsstandort bedroht sehen», schreibt der Kommentator.

Besonders in den Ländern südlich der Schweiz fand die Mindestlohn-Initiative grosse Beachtung. Auch die deutsche Zeitung «Die Zeit» nahm sich dem Thema an. Die Vorlage sei an der Höhe des Mindestlohns und an der drohenden Verallgemeinerung der Situation im ganzen Land gescheitert, begründet der Kommentator, wieso die Schweiz anders als so manche Industrienation keinen Mindestlohn wolle.

«Die Welt» bezeichnete das Begehren als «populistisch» und titelte: «Die Schweiz hat sich richtig entschieden» – um gleichzeitig Stimmung gegen ähnliche Vorhaben in Deutschland zu machen. Die Bürger in der Schweiz hätten sich von den Experten überzeugen lassen. 

«Wäre die Mindestlohn-Initiative erfolgreich gewesen, hätten die Schweizer fast das Anderthalbfache dessen bekommen, was in Australien als Stundenlohn wenigstens gezahlt werden muss», schreibt das «Wall Street Journal».

Der Journalist der portugiesischen Zeitung «Publico» betont im Videobeitrag aus einem Westschweizer Urnenbüro, der angepeilte Mindestlohn wäre sechsmal so hoch wie jener in Portugal. Auch das «Jornal de Notícias» oder die spanische Zeitung «El País» stellen den Mindestlohn ins Zentrum ihrer Berichterstattung.

Das gilt auch für die Zeitungen der Schweizer Nachbarländer im Süden: «Le Figaro» zählt zu Beginn die Gegner des Mindestlohns in der Schweiz auf: die Rechte, landwirtschaftliche Kreise, die Regierung und das Parlament. Vom« höchsten Mindestlohn der Welt» schreibt auch die italienische Zeitung «la Repubblica», während der «Corriere della Sera» seinen Lesern das Schweizer GAV-System näher bringt.

Auch der britische «Guardian» schreibt über das Schweizer Nein zum Mindestlohn. Und die «New York Times» schliesslich kommentiert: «Das Abstimmungsresultat vom Sonntag zeigte, dass die meisten Schweizer tiefe Löhne nicht als Problem sehen, oder wenigstens nicht als eines, dass die Regierung in Angriff nehmen müsste.» Der Hinweis, dass der geforderte Stundenlohn von 22 Franken deutlich über der in den USA geforderten Erhöhung auf 10.10 Dollar liegt, fehlte auch hier nicht. (kad/sda)

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