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epa03928331 The roof of the US embassy with the Reichstag building in the background in Berlin, Germany, 28 October 2013. According to media reports, US officials have admitted that the National Security Agency (NSA) have tapped German Chancellor Merkel's phone. According to media reports, the US embassy served as listening post.  EPA/WOLFGANG KUMM

US-Botschaft in Berlin. Bild: EPA

NSA-Skandal

Spionage-Affäre: Berliner CIA-Chef hat Deutschland verlassen

Seine Ausweisung war in der Spionage-Affäre ein politisches Symbol. Jetzt hat der Stationschef des US-Geheimdienstes Deutschland verlassen.

Matthias Gebauer



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die USA haben die symbolische Ausweisung ihres obersten Geheimdienstmanns in Deutschland akzeptiert. Spiegel Online erfuhr aus deutschen Regierungskreisen, dass der Stationschef der Central Intelligente Agency (CIA) am Donnerstag das Land verlassen hat. Kurz nach seiner Ausreise informierte die US-Botschaft die Bundesregierung. Berlin hatte im Zuge der Spionage-Affäre am vergangene Donnerstag um die Ausreise des CIA-Manns gebeten, die durchaus unfreundliche Bitte gilt als symbolische Strafaktion wegen der schwer wiegenden Spitzel-Vorwürfe gegen die USA.

Mit der Ausreise ist der Streit um die Spionage-Vorwürfe keineswegs beigelegt. Erst gestern hatte Regierungssprecher Steffen Seibert sehr deutlich gemacht, dass es zwischen Berlin und Washington weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten gebe. Am Dienstagabend hatte US-Präsidenten Barack Obama erstmal seit dem Beginn der Affäre mit Kanzlerin Angela Merlel telefoniert. Obwohl Details aus dem Gespräch nicht bekannt wurden, machte Seibert durch seine Wortwahl in der Bundespresskonferenz überdeutlich, dass Berlin vom Verhalten der USA und der Reaktion Washingtons auf die Affäre frustriert bis verärgert ist.

Der nun ausgereiste Agent, der die Aktivitäten des US-Geheimdienstes in Deutschland etwa ein Jahr steuerte, hat mit den beiden mutmasslichen Spionage-Fällen beim Bundesnachrichtendienst und im Wehrressort ironischerweise vermutlich gar nichts zu tun. Zum einen fand die Anwerbung der beiden mutmasslichen Spitzel weit vor seinem Amtsantritt statt, geführt wurden die Männer nach den Regeln der Geheimdienstwelt nicht aus Berlin sondern von US-Botschaften im Ausland. Nach Spiegel-Informationen empfing Markus R., der über zwei Jahre beim BND geheime Unterlagen mitgehen liess und sie an die CIA verkaufte, aus Wien mit Aufträgen versorgt.

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