Schweiz
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ANLAESSLICH DER LANCIERUNG DES ERSTEN NATIONALEN DACHVERBANDES GEGEN JUGENDARBEITSLOSIGKEIT AM MITTWOCH, 25. FEBRUAR 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Mitarbeiter des staatlichen Regionalen Arbeitsvermittlungs-zentrums RAV in Suhr im Kanton Aargau fuehrt ein Gespraech mit einem jungen Arbeitslosen, aufgenommen am 15. Mai 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Die Gesetzesrevision im Jahr 2011 kürzte die Arbeitslosengeld-Bezugstage für Jugendliche drastisch.
Bild: KEYSTONE

Wegen schärferen Gesetzen werden in der Schweiz monatlich rund 400 Jugendliche ausgesteuert

Pro Monat werden in der Schweiz rund 400 Jugendliche ausgesteuert. Sie verlieren also ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. In den letzten Jahren stieg der Anteil der Jugendlichen an allen Ausgesteuerten. Der Grund sind die verschärften Anspruchsberechtigungen für Jugendliche. 



Etwas über 13 Prozent aller Ausgesteuerten seien derzeit Jugendliche, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), an einer Telefonkonferenz am Donnerstag. 2008 seien es noch weniger als 9 Prozent gewesen.

Bern - 5.5.2015 - Der SECO-Bericht zeigt: Verstösse gegen die flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr Schweiz-EU nehmen zu. Nur 24% der Verstösse werden gemeldet. Der Leiter der Direktion für Arbeit des SECO, Boris Zürcher, nimmt Stellung.

Seco-Direktor Boris Zürcher.
Bild:keystone

Zwischen Januar und Juli – aktuellere Zahlen sind nicht verfügbar – wurden pro Monat durchschnittlich rund 3200 Personen ausgesteuert. 13 Prozent davon entsprechen 400 ausgesteuerten Jugendlichen pro Monat.

Dass mehr Jugendliche aus der Arbeitslosenversicherung herausfallen, liegt an der letzten Gesetzesrevision im Jahr 2011. Mit dieser wurde die Arbeitslosenversicherung finanziell ins Gleichgewicht gebracht. Es musste also gespart werden. Daher wurden unter anderem die Anspruchsberechtigungen für Jugendliche verschärft.

Wer sein Studium abschliesst und keinen Job findet, erhält seither noch vier Monate Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Vorher waren es zwölf Monate. Für Jugendliche, die mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben, aber unter 25-jährig sind und keine Unterhaltspflichten haben, wurde die Versicherungsdauer auf 200 Tage begrenzt.

Ausgesteuerte tauchen nicht in der Statistik auf

Wer ausgesteuert wurde, fällt nicht mehr in die Arbeitslosenstatistik des Seco. In dieser werden nur jene Personen erfasst, die bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert sind.

Ende September waren das rund 138'200 Personen – 1200 mehr als Ende August. Diese Zunahme sei etwa zur Hälfte saisonal, zur anderen Hälfte konjunkturell bedingt, sagte Zürcher an der Telefonkonferenz. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3.2 Prozent, wie das Seco am Donnerstag mitteilte.

Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat Spuren hinterlassen

Werden die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit jenen vom September letzten Jahres verglichen, zeigt sich hingegen klar ein Anstieg. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat Spuren hinterlassen. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der beim RAV eingeschriebenen Personen um rund 8300 Personen. Im September 2014 betrug die Arbeitslosenquote noch 3,0 Prozent.

Am meisten zusätzliche Arbeitslose gab es innerhalb der letzten zwölf Monate im Handel, im Baugewerbe und in der Elektrotechnikindustrie. Im Gastgewerbe stieg die Zahl der Arbeitslosen seit September 2014 hingegen nur um knapp 100 Personen. Das sei doch überraschend angesichts der negativen Stimmung, die kolportiert werde, sagte Zürcher.

2016 dürfte de Arbeitslosenquote steigen

Insgesamt steige das Niveau der Arbeitslosigkeit zwar immer noch, sagte Zürcher. Die Zunahme schwäche sich jedoch ab. Allerdings könne es immer noch böse Überraschungen geben. «Es ist immer noch möglich, dass Strukturanpassungen aufgeschoben wurden und diese bis Ende Jahr noch durchgesetzt werden», sagte Zürcher.

Für das Gesamtjahr prognostiziert das Seco eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent. Die aktuelle Entwicklung liege im Rahmen der Erwartung gemäss dieser Prognose, sagte Zürcher. 2016 dürfte die Arbeitslosenquote steigen. Die aktuellste Prognose des Seco liegt bei 3.6 Prozent. Die Erholung sei doch eher schleppend, sagte Zürcher. Dazu kämen die Probleme der Weltwirtschaft. (sda)

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